"Dallas"-Star Larry Hagman gestorben

Schauspieler wurde durch Verkörperung des skrupellosen J. R. Ewing weltberühmt

New York - Eine Fernseh-Legende hat den Bildschirm für immer verlassen: Larry Hagman ist tot. Der US-Schauspieler, der durch die Verkörperung des skrupellosen J. R. Ewing in der Fernsehserie "Dallas" weltberühmt wurde, starb in einem Krankenhaus in Dallas, wie die "Dallas Morning News" unter Berufung auf die Familie berichteten. Hagman wurde 81 Jahre alt.

Im vergangenen Jahr hatte er öffentlich eine Krebserkrankung bekannt gegeben. "Als J. R. bin ich mit allem davongekommen - Korruption, Erpressung und Ehebruch. Aber nun bin ich vom Krebs erwischt worden", scherzte er damals. Jedoch: "Wie wir alle wissen, ist J. R. nicht kleinzukriegen!"

Hagman wollte trotz der Erkrankung weiter arbeiten: mit den Dreharbeiten zu der Fortsetzung der Kultserie "Dallas". Die Zusammenarbeit mit den Kollegen an einer Show, die er liebe, sei sicher das Beste für ihn.

In den 1990er Jahren war Hagman nach jahrelangem Alkoholmissbrauch an Krebs und Leberzirrhose erkrankt. 1995 wurde ihm eine neue Leber eingepflanzt.

"Dallas": Skrupelloses Clan-Oberhaupt

In der Kultserie "Dallas" spielte er das skrupellose Oberhaupt des zerstrittenen texanischen Öl-Clans auf der Southfork Ranch. Am liebste spiele er Bösewichte, verriet Hagman einmal dem Online-TV-Sender AolTV.com. "Denn gute Kerle haben längst nicht so viel Spaß wie Böse. Ich spiele lieber die witzigen Parts." Als echter Fiesling zeigte er sich auch in der TV-Serie "Desperate Housewives". Er mimte Frank Kaminsky, den unausstehlichen Stiefvater von Lynette (Felicity Huffman).

Geradezu freundlich lächelt Hagman die Fans auf seiner Website "larryhagman.com" an. Zwei Daten würde er nie vergessen, heißt es dort. Den 21. November 1980, als über 350 Millionen "Dallas"-Fans in 57 Ländern vor dem Fernseher saßen, um herauszufinden, wer den Ölbaron J. R. angeschossen habe. Und den 23. August 1995, als er, nach jahrelangem Alkoholmissbrauch schwer erkrankt, in einer 16-stündigen lebensrettenden Operation eine neue Leber erhielt.

Der gebürtige Texaner, Sohn des Musical-Stars May Martin und eines Rechtsanwalts, begleitete nach der frühen Scheidung der Eltern seine Mutter auf Tourneen. An ihrer Seite stand er in den 50er Jahren in London in dem Broadway-Hit "South Pacific" auf der Bühne. Dort traf und heiratete er die schwedische Modezeichnerin Maj Axelsson, laut Hagman, "das Beste, was mir je passierte". Das Ehepaar hat zwei Kinder.

Tony Nelson in "Die Bezaubernde Jeanny"

1964 zog Hagman mit seiner Familie nach Hollywood, wo er als Astronaut Tony Nelson in der Fernsehserie "Bezaubernde Jeannie" neben Barbara Eden die Hauptrolle spielte. An seine frühen Filme ("Angriffsziel Moskau", "Nacktstar") erinnern sich wenige, doch als intriganter Fiesling J.R. Ewing in der Öl- und Familiensaga "Dallas" wurde Hagman zum unvergesslichen Star. Als "Kultstar der 80er Jahre" erhielt er 1999 in Berlin die Goldene Kamera. In den USA lief das Familiendrama um Geld, Macht und Intrigen 14 Jahre lang ununterbrochen. Die mehr als 350 Folgen wurden in 67 Sprachen übersetzt und in 90 Ländern ausgestrahlt.

Die meiste Zeit lebt Hagman abseits von Hollywood auf seiner Ranch im südkalifornischen Ojai. Das Luxusanwesen in den Küstenbergen hat er komplett auf Solarbetrieb umgerüstet. Von der deutschen Firma Solarworld ließ sich der engagierte Umweltschützer samt Cowboyhut für einen Werbespot einspannen. Als strikter Nichtraucher und Organspendenempfänger setzte er sich häufig für entsprechende Kampagnen ein. Und er stellte stets klar, dass er als gebürtiger Texaner nie ein Gefolgsmann von George W. Bush und der Republikaner gewesen sei - ganz im Gegenteil.

Vergangenes Jahr war Hagman auch Gast am Wiener Opernball. Mehr zu Hause fühlte er sich jedoch in Texas: "'Dallas' ist der größte Spaß, den ich im Leben hatte", schwärmte der Schauspieler. "Er hätte heuer wieder zum Wiener Opernball kommen sollen, als einziger Gast von Richard Lugner zum zweiten Mal", sagte am Samstag Helmut Werner, Managers des Amerikaners im deutschsprachigen Raum. Hagman sei in den 4,5 Jahren, in denen sie zusammenarbeiteten, "so etwas wie ein Onkel" für ihn geworden. "Wir haben immer viel gelacht." (APA, 24.11.2012)

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