UN planen Drohnenüberwachung im Osten Kongos

23. November 2012, 19:24
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Blauhelm-Mission soll um zusätzliche Soldaten aufgestockt werden

Kinshasa - Die Vereinten Nationen wollen den umkämpften Osten der Demokratischen Republik Kongo mit unbewaffneten Drohnen überwachen. Die UNO habe dazu bereits Kontakt mit den Regierungen der Demokratischen Republik Kongo und des benachbarten Ruanda aufgenommen, hieß es am Freitag aus Diplomatenkreisen in New York. Ein Diplomat sagte, die UNO habe mehrere Staaten, darunter die USA und Frankreich, um die Lieferung von Drohnen gebeten. Diese würden eine wichtige Rolle bei der Überwachung der kongolesischen Grenze spielen.

UN-Experten beschuldigen die östlichen Nachbarländer Ruanda und Uganda, der oppositionellen kongolesischen M23-Miliz Waffen und Kämpfer zu stellen. Der Sprecher der UN-Friedenstruppen, Kieran Dwyer, sagte der Nachrichtenagentur AFP am Freitag, der Einsatz unbewaffneter Drohnen sei eine von mehreren Maßnahmen, welche die UNO derzeit prüfe, um die Blauhelm-Mission MONUSCO zu stärken. Es gehe dabei um den Schutz von Zivilisten vor den im Osten der Demokratischen Republik Kongo präsenten bewaffneten Gruppen.

Friedenstruppe

Ein Einsatz von Drohnen würde mit aller Vorsicht vorgenommen und "nur unter einer vollständigen Zusammenarbeit mit der kongolesischen Regierung", sagte Dwyer. Zudem bedürfe es der Unterstützung mehrerer Mitgliedstaaten. Derzeit plant die UNO eine Aufstockung der Friedenstruppe MONUSCO von 17.000 auf 19.500 Soldaten. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon soll sich dazu demnächst vor dem Sicherheitsrat äußern.

Die Rebellen der Bewegung M23 kontrollieren einen Großteil der Provinz Nord-Kivu im Osten des Kongo, am Dienstag nahmen sie die Provinzhauptstadt Goma ein. Zehntausende Menschen flohen aus der Region. In der Miliz sind ehemalige kongolesische Tutsi-Rebellen zusammengeschlossen, die nach einem Friedensabkommen in die Armee eingegliedert worden waren. Aus Protest gegen ihre schlechten Lebensbedingungen verließen die Milizionäre die Armee jedoch wieder und erhoben die Waffen gegen die Regierungstruppen. Am Samstag beraten in Uganda Staats- und Regierungschefs der Region über den Konflikt im Ostkongo. (APA, 23.11.2012)

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