Stronach, autorisiert

23. November 2012, 18:32
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Redaktion eines Wochenmagazins

(Eine Redakteurin. Das Telefon läutet. Sie nimmt das Gespräch an.)

REDAKTEURIN: Innenpolitik.

FRAUENSTIMME AM TELEFON: Büro Stronach. Es geht um die Autorisierung des Interviews.

REDAKTEURIN (seufzt): Sie wissen schon, dass das ein Witz ist, was Sie da verlangen.

FRAUENSTIMME: Dazu darf ich nichts sagen. Aber es handelt sich nur um Kleinigkeiten. Können wir?

REDAKTEURIN (nimmt ein Manuskript und einen Bleistift): Bitte.

FRAUENSTIMME: Gleich bei der ersten Frage, "Darf ich Ihnen ein paar Fragen stellen?", ist die Antwort: "Einen Tritt in den Orsch kannst du haben." Da gehört statt "Orsch" "Allerwertesten".

REDAKTEURIN: Das sehe ich ein. (Notiert es.)

FRAUENSTIMME: Frage vier. "Angenommen, Sie werden Bundeskanzler, was würden Sie in Österreich verändern?" Antwort: "Das geht dich einen Scheißdreck an!" Statt "Scheißdreck" bitte "feuchten Kehricht". Und kein Rufzeichen, nur Punkt.

REDAKTEURIN (notiert es.)

FRAUENSTIMME: Und bei der letzten Frage, "Halten Sie es für richtig, dass Journalisten Interviews mit Ihnen vor Drucklegung von Ihrem Büro autorisieren lassen müssen?", ist die Antwort -

REDAKTEURIN: - "Allerdings." Was soll da verändert werden?

FRAUENSTIMME: Muss heißen: "Allerdings, Dreckschleuder!"

(Vorhang)

(Antonio Fian, DER STANDARD, 24./25.11.2012)

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