Was Strasser den Journalisten erzählte, I

23. November 2012, 18:35
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Treffen in Brüssel am 11. November 2010

Was Ernst Strasser (ES) bei seinen Treffen mit den britischen "Sunday Times"-Journalisten Claire Newell (CN) und Michael Gillard (JC) erzählte. derStandard.at liegt das gesamte Gesprächsprotokoll in der beglaubigten deutschen Übersetzung vor, das an dieser Stelle laufend erweitert und veröffentlicht wird.

Treffen in Brüssel am 11. November 2010 (CN, JC und Strasser)

(...)

JC: Vielleicht, wenn er dann dort sitzt,... Wir sitzen dort? Sie hat gesagt, wir können einen anderen Platz bekommen...

CN (unverständlich)

JC: Ansonsten sind wir drei Personen in einer Reihe.

JC: Wie, also ich soll da sitzen?

CN: Ja, es geht gut, wenn mehr Platz ist.

JC: Bitte?

(unverständlich) (Strasser kommt: 2:10)

CN: Hallo, schön Sie zu sehen.

JC: Hallo, etwas eng hier.

(unverständlich)

ES: Wunderbares Wetter! Sehr britisch.

CN: Ich weiß!

ES: Also sind sie heute angekommen?

CN: Ja, wir hätten zu einer Besprechung kommen sollen, aber sie wurde in letzter Minute abgesagt...

ES: (unverständlich)

CN: Das ist John Calvert, unser Geschäftsführer, das ist Dr. Strasser.

JC: Hallo Herr Strasser.

ES: Sie wissen, dass ich bis 15:15 Zeit habe?

CN: Okay

ES: Es tut mir leid, aber der ORF, der österreichische Rundfunk, sie wollen ein Interview machen, und ich muss dazwischen noch meine Unterlagen holen. Ich hoffe, dass ist für sie in Ordnung.


JC: Das geht absolut in Ordnung, da haben wir reichlich Zeit, nicht wahr

CN: Es war uns nicht bewusst, dass heute ein gesetzlicher Feiertag ist.

JC: Natürlich, es ist Tag des Waffenstillstandes.

ES: Ach so, ein Feiertag.

CN: Ja

ES: Das wußte ich nicht. Ich bin heute angekommen, ich muss noch am Abend zurück, ich habe in Wien ein Abendessen, aber das ist in Ordnung, ist es für sie auch so?

CN: Ja, genau

JC: Darf ich ihnen auch meine Karte geben.

ES: Ich glaube, es ist sechs Monate her, dass wir uns getroffen haben.

CN: Es war im Sommer, nicht war, ich habe John davon erzählt - es tut mir leid, wir haben in den USA viel Arbeit gehabt, und waren lang weg.

ES: Das ist besser, die andere Seite der Medaille, weil wenn keine Arbeit ist, hat man genug Zeit. Wenn viel Arbeit ist,

JC: Nein, bitte. Unsere Firma wurde in letzter Zeit neu strukturiert, also sind wir, wir sind jetzt wieder in einer Position, wieder in der Lage voranzuschreiten, war es im Juli, dass sie einander zuletzt getroffen haben?

CN: Ja, ich glaube es war wahrscheinlich Juli.

ES: Im Sommer war ich nicht wirklich, umm, ich war in Urlaub, dann waren sie in Urlaub.

JC: Ja, ja.

ES: Das ist in Ordnung, so ist das Leben!

CN: Ja, genau, es ist immer schwer zu arrangieren, nicht wahr, aber jetzt haben wir beschlossen, in den letzten paar Monaten vorwärts zu gehen, wir müssen jetzt klären, was wir hier machen, unsere Klienten haben derzeit so viele Belange hier, es geht jetzt soweit, dass wir jetzt wirklich jemand besseren hier haben müssen, damit wir (unverständlich)

ES: Haben sie derzeit, sie haben keinerlei Basis hier?

JC: Nein.

ES: Aber sie sind wirklich sehr gut informiert, weil mir alle gesagt haben, dass das ein sehr gutes Restaurant ist.

JC: Ach wirklich?

CN: Sehr gut (lacht)

CN: Ja, wissen sie, meine Sekretärin...


ES: Oh!

CN: Und sie hatten wirklich Schwierigkeiten, etwas zu finden, ich habe keine Ahnung, wieso.

JC: Nun, ja, es ist Tag des Waffenstillstands.

ES: Das ist sehr gut, deswegen war kein Verkehr, ich habe mich heute morgen schon gefragt, es war...nun, sehr gut, ich habe etwas Zeit, weil auf dem Weg zum Flughafen viel Verkehr ist.

JC: Ja.

ES: Wollen wir die (Karte) anschauen?

CN: Gute Idee.

JC: Ja natürlich.

JC: Es ist ein populäres Restaurant, es sind viele Leute hier.

CN: Ja es ist viel los.

JC: Viele Lokale sind heute zu.

CN: Hier ist die englische Speisekarte.

JC: Und die Bank.

JC: Da sind wir nun.

CN: Waren Sie schon mal da? (7:10)

ES: Wissen sie, Brüssel ist mein Arbeitsplatz, und da ich meine Firma in Wien führe, versuche ich von Dienstag bis Donnerstag in Brüssel zu sein, und gestern hatte ich in Wien eine Mitarbeiterbesprechung, also bin ich Montag Abend gekommen, Dienstag Abend zurückgekommen, und am Donnerstag zurück und fahre zurück.

JC: Puh.

ES: Nein, es ist in Ordnung. Wenn man es so machen will, muss man einfach.

JC: Fliegen sie, oder nehmen sie den Zug?

ES: Nein, nein, ich fliege.

JC: Wie lange dauert es?

ES: Eineinhalb Stunden.

JC: So lang?

ES: Ich glaube schon. Als die Vulkanasche war, bin ich einmal mit dem Auto gefahren, nicht selbst gefahren, natürlich.

JC: Und wie lang hat das gedauert?


ES: Wir sind um 10 am Abend gestartet. Meine Besprechung mit Austrian Airlines, ja, dem Vorstandsvorsitzenden, dem Finanzchef, war um 12 Uhr vormittags.

JC: Zu Mittag.

ES: Also musste ich fahren, also sagte ich meinem Mitarbeiter er soll einen Mietwagen nehmen, und wir fahren nach Wien. Und ich nahm die Sitze hinten und schlief, und die zwei fuhren nach Wien, zehn Stunden.

JC: Es ist weiter als ich dachte. Geographisch ist es wohl recht weit. Das ist eine lange Reise.

ES: Nach London nehme ich an fährt man mit der Eisenbahn, weil es eine schnelle Verbindung gibt, aber nach Wien.

JC: Ja.

ES: Da ich am Abend essen muss, nehme ich nur eine warme Vorspeise.

JC: Also ich glaube ich nehme Jakobsmuscheln, gefolgt von Seebarsch.

CN: Das klingt gut.

JC: Nein, nein, Rotbarbe, es gibt eine knusprige Rotbarbe, das habe ich recht gern.

ES: Darf ich sie fragen was das ist?

JC: Was das ist? Das ist die Mohnblume, weil heute der 11. November ist, der Tag an dem der erste Weltkrieg zu Ende ging.

ES: Ah.

JC: Der Waffenstillstand, das ist der Tag an dem der Erste Weltkrieg geendet hat. Das ist der Tag des Waffenstillstands, und für all die Verwundeten im Krieg kaufen wir eine Mohnblume, damit wird Geld aufgebracht zur Versorgung alter Soldaten.

ES: Viele MEPs sind heute im Parlament damit herumgegangen.

JC: Es hängt damit zusammen, dass als nach dem ersten Weltkrieg die Pflanzen wieder begannen auf den ehemaligen Schlachtfeldern zu wachsen, die Mohnblumen die ersten Dinge waren, die wieder wuchsen, nachdem die Truppen weg waren. Es ist einfach eine Tradition. Wir halten immer zwei Schweigeminuten um 11 Uhr an diesem Tag, man erinnert sich noch heute daran.

ES: Vom ersten Weltkrieg.

JC: Erster Weltkrieg, ja.

ES: Wunderbare Sache.

JC: Ja.

ES: In Österreich haben wir so etwas nicht.


JC: Nein, wohl kaum.

ES: Am 11. November um 11:11 Uhr beginnt bei uns, ich weiß nicht, wie man das auf Englisch sagt, die lustige Zeit des Jahres.

JC: Aha.

ES: Mit Bällen und Festen.

CN: Wirklich?

ES: Die Kinder verkleiden sich.

JC: Ach ja.

ES: Ich weiß nicht wie dass auf englisch heißt.

JC: Wir nennen das Halloween.

ES: Ja, Halloween ist Ende November. Nein das dauert bis Februar.

JC: Ach so, es ist also eine Art Karneval Fest?

ES: Karneval. Das ist das richtige Wort. Karneval (Fasching). Es beginnt am 11.11 um 11:11 Uhr.

JC: Aha, und es dauert bis...Das ist recht lang.

ES: Bis Februar.

CN: Großartig.

ES: Und in österreichischen Orten gehen die Leute auf der Strasse herum, von Lokal zu Lokal und trinken Bier und Schnaps und so weiter, es ist ein lustiger Tag. Kein gesetzlicher Feiertag, aber die Leute machen es sich lustig.

JC: Ach, was für eine schöne Tradition.

CN: Ja!

JC: Man braucht zu dieser Jahreszeit etwas um sich aufzuheitern, nicht wahr? Weil November so ein düsterer Monat ist, nicht wahr, mit dem ganzen Regen, und.. es ist schrecklich.

ES: Ja, aber Oktober war schön.

CN: Ja.

ES: In Österreich war es wie Spätsommer. Es hatte wirklich zwanzig Grad.

ES: Aber morgen fahre ich mit meiner Frau nach Mallorca für ein kurzes Wochenende, ich glaube der Flug ist um 11:30 Uhr oder so.

CN: Fliegen Sie nach Palma?


ES: Es hat 20, 21 Grad.

JC: Fliegen sie zur nördlichen oder südlichen Seite der Insel?

(Kellnerin nimmt Bestellung auf, entfernt Sessel)

CN: Ja das ist gut.

JC: Ist das so angenehm, wenn wir den Sessel wegnehmen?

(Sprechen mit Kellnerin)

CN: Und dann nehme ich den Seebarsch.

ES: Stilles Wasser bitte, und den Ziegenkäse.

Kellnerin: Als Hauptspeise? Nur den Käse?

CN: Wollen Sie einen Wein? Oder...

ES: Nein danke.

JC: Könnte ich bitte die Jakobsmuscheln mit Pilzen haben, bitte?

JC: Keine Jakobsmuscheln, dann nehme ich ein Carpaccio, und könnte ich bitte eine Rotbarbe haben, bitte? Danke.

Kellnerin: Möchten sie die Weinkarte?

CN: Er nimmt keinen Wein, aber...

ES: Bitte, (trinken sie ruhig einen)

JC: Nur ein Glas Weißwein.

Kellnerin: Weißwein? Wir haben einen Sauvignon, Cabernet.

JC: Ich hätte gerne einen Sauvignon.

CN: Welcher ist am trockensten? (bestellt Wein)

JC: Sie haben ein Interview zu geben, also müssten Sie, ah...

ES: Nein, das ist es nicht...wissen Sie, Österreich ist ein Land der Trinker

CN: Ja.

JC: Ja.

ES: Und das Bundesland aus dem ich komme ist für seinen Wein bekannt. Und viele Leute fangen schon um 10:30 Uhr an zu trinken.

CN: Wirklich?


ES: Und als ich dort in der Politik war haben wir eine Kampagne gestartet und gesagt, wir fangen erst zu trinken an, wenn es dunkel wird. Und im Sommer ist es erst um 21:00 Uhr dunkel. Jetzt ist es besser für die Trinker, es wird schon um 5 oder 6 Uhr dunkel.

ES: Und wir haben beschlossen, als gutes Beispiel nichts zu trinken.

JC: Ach, und sie halten das ein?

ES: Es gibt viele Probleme mit dem Trinken. Auch sehr junge Mädchen und Burschen, sie kaufen Schnaps oder billigen Weinbrand, und wir mussten etwas machen. Also ist es nicht üblich.

JC: Wer würde um 10:00 Uhr am Vormittag anfangen zu trinken?

ES: Es ist wirklich, in, in,... als ich Student war, habe ich in einer Brauerei gearbeitet. Und als die Arbeit dort begann, als Arbeiter, ja, also als die Arbeit so um 6:45 oder 6:30 begann, ich weiß nicht, ein Kollege von mir, er war zu der Zeit um die fünfzig, fing er mit einem Bier an. Und am Ende des Tages, um 16:30 oder als wir die Arbeit verlassen haben, hatte er zwanzig Biere getrunken. (5:45)

CN: Wirklich?

ES: Zwanzig Biere. Er hat nichts gegessen. Und jeden Tag hat der 5,7,8 Biere mit nach Hause genommen und am nächsten Tag hat er die Flaschen zurückgebracht. Also ich glaube, ich weiß nicht ob er seine Pension genießen konnte. Aber jeden Tag!

JC: Das ist wirklich viel.

CN: Warum hat er nicht gegessen?

ES: Ich glaube er hat nur das Bier gebraucht. Und dann war die erste Pause um 9 oder 10, er hatte mindestens 5 oder 6 Biere. Es ist ein echtes Problem in Österreich. Es wird nicht besprochen, wissen Sie.

JC: Nein. Von wo sind Sie, sind Sie aus Wien?

ES: Ich komme aus dem Bundesland um Wien, aber ich wohne mit meiner Familie in Wien. Und wenn Sie einmal in Österreich in der Nähe von Salzburg sind, dort haben wir unseren Zweitwohnsitz. Es ist ein altes Landhaus. Wir haben viel Geld dafür ausgegeben es zu renovieren, viel mehr, als wenn man ein neues baut.

CN: Es ist sicher wunderschön.

JC: Und Ihre Partei, von welcher Partei sind Sie?

ES: Ich bin Christ(-demokrat). Und ich habe Rechtswissenschaften studiert, danach habe ich in der Privatwirtschaft gearbeitet. Ich wollte nicht Rechtsanwalt werden und dann hat die Partei, der Parteivorsitzende in Niederösterreich, dem größten Bundesland in Österreich, bat mich, sein Geschäftsführer zu sein, also habe ich zwei Wahlkämpfe geführt, und wir haben in 1992 mit 43% begonnen, und haben den Anteil auf jetzt 54% gesteigert. 54 komma irgendwas.

JC:Das ist gut.


ES: Und dann zwei Wahlen, und dann wurde ich Sprecher unserer Partei im Parlament im Jahr 2000. Ich wurde zum Innenminister bestellt für 5 Jahre, 4 Jahre und 10 Monate. Und dann habe ich eine der größten Reformen durchgeführt, die Reorganisation der Gendarmerie und der Polizei, und habe sie zusammengeschlossen. In Österreich ist das so als ob man die römisch-katholische Kirche und die (unverständlich) zusammenschließt, so etwas in der Art. Aber es hat funktioniert, und dann ist es im Parlament durchgegangen. Und dann war alles fertig. (8:55)

Ich wollte Kommissar werden, also Kommissar hier in der EU, aber das hat nicht funktioniert, weil Barroso eine Frau aus Österreich wollte, also habe ich beschlossen, aus der Politik rauszugehen, und ich bin in eine Investmentbank gegangen, um Erfahrungen zu sammeln.

JC: Aha, ich sehe Sie haben auch etwas Zeit außerhalb der Politik verbracht.

ES: Nun, ich war für drei Jahre dort, und danach habe ich meine eigene Beratungsfirma gegründet, das ist Consulting, und, äh, etwas, allein und zusammen mit Partnern, wenn Bedarf besteht. (9:40)

ES: Und einer meiner besten Partner, wir haben viele sehr gute Projekte durchgeführt um russische Gesellschaften zu unterstützen, in die EU zu kommen, und um europäische Firmen, insbesondere Österreichische Firmen, aber auch Deutsche Firmen, dabei zu unterstützen, auf dem russischen Markt Fuß zu fassen. Und ich habe einige Klienten im österreichischen, österreichische Firmen sind meine Klienten, und auch in Rumänien und Bulgarien haben wir Klienten. Das ist natürlich ein opportunistischer Job, ja, aber wir sind nicht spezialisiert, nur Russland ist spezialisiert, sehr spezialisiert. Wir kennen einen Großteil des Marktes, und wir kennen viele, ich kenne viele Leute in der Politik und in der Verwaltung, und mein Partner hat die Kontakte zu den Firmen in der Wirtschaft.

JC: Und wann sind sie wieder zurückgekommen um MEP zu werden?

ES: Das war nicht mein Wunsch. Mein Parteiführer hat mich gebeten, Spitzenkandidat der ÖVP für den Wahlkampf zu werden. Und Gott sei Dank haben wir den Wahlkampf gewonnen. Es war ein sehr guter Wahlkampf, ein sehr gutes Ergebnis. Und jetzt bin ich hier. Es ist ein Versehen, wenn man so will. Und für mich ist es natürlich wunderbar, weil ich unserem Parteivorsitzenden gesagt habe: ja, ich mache das, aber ich will meine Firma haben. Und nach diesen fünf Jahren oder so will ich zur Gänze meine Firma führen.

JC: Also ist das für Sie nur ein 5-Jahres-Job.

ES: Nun, genau weiß ich es nicht, aber in der Politik weiß man nie, was als nächstes passiert. Also plane ich nicht über die nächsten 5 Jahre hinaus, aber ich werde, in 5 Jahren werde ich hier in Brüssel ein Büro haben, weil das für mich eine wunderbare Gelegenheit ist, alle Menschen kennenzulernen, mein eigenes Netzwerk zu haben, und dieses Netzwerk für meine Firmen zu verwenden.

JC: Natürlich.

CN: Ja.

ES: Das ist eine sehr gute Kombination. Und ich sehe es jetzt in Österreich nach einem Jahr. Es gibt viele Leute, die etwas brauchen, in Wettbewerb oder was auch immer, ja, Sport und Gesundheit, und Unterricht und was auch immer. Und wenn man als MEP hinkommt ist das etwas, es öffnet eine Tür auf eine andere Art, als wenn man als Lobbyist hineingeht. Ja. Natürlich bin ich Lobbyist, ja und ich bin dafür offen, ja? Aber ich nehme alle Regeln für gute Regierungsführung, natürlich.

[Essen wird serviert]


JC: Also Sie sagen Sie haben eigentlich zwei Rollen, die Sie spielen, also mehrere, nicht wahr, einerseits sind Sie Lobbyist und Sie sind auch MEP.

ES: JA, aber, ähm...

JC: Wie funktioniert das zusammen?

ES: Nun, es funktioniert sehr gut. Man muss sich aufbauen, man muss im Job eine Firewall aufbauen, natürlich, ja. Eine Abteilung hat diesen Klienten und eine andere diesen Klienten, und man muss eine Firewall aufbauen. Das bin ich, wenn ich kein Lobbying betreiben kann, weil ich in was auch immer involviert bin, sage ich meinem Klienten, ich kann diesen Job nicht machen, aber vielleicht habe ich etwas (jemanden) der diesen Job macht. Also, ich habe, ich habe nur eine Chance zu lügen, ja? Und ich will nicht, ich will mein Netzwerk aufbauen und will es nach meiner Zeit als MEP nutzen. Good Governance Regeln, das sind sehr klare Regeln, aber jemand in meiner Position, bitte fangen Sie an. Ich nehme den zweiten Gang, weil ich muss, ich habe heute Abend ein Abendessen, und ich muss mit meinem Körper sehr vorsichtig sein.

CN: [lacht]

JC: Sie sehen aber recht fit aus.

ES: Danke, das ist der Schneider, wissen Sie.

CN: Ich hatte John eigentlich erzählt, dass Sie im Prinzip sehr gerne mit uns arbeiten, dass es aber einen Bereich gibt, in dem sie glauben, dass Sie uns nicht helfen können, das sind die Ausschüsse, von denen Sie glaube ich gesagt haben, ähm...

ES: Ich bin im Ausschuss für Äußere Angelegenheiten und im Ausschuss für Internes, äh, wie heißt das, was normalerweise der Innenminister macht. Das sind meine zwei Ausschüsse. Das sind meine zwei Ausschüsse. Also muss ich sehr vorsichtig sein, und ich müsste offenlegen, wenn in diesem Bereich etwas wäre. Und natürlich, wenn wir zusammenarbeiten ist es wichtig, dass Sie und ich nach strengen Regeln arbeiten, dass wir sehr transparent arbeiten.

JC: Wie funktioniert das im Sinne von, in der UK glaube ich, hat das Parlament so etwas wie ein Register der Interessenten, haben sie so etwas?

ES: Ja genau, das ist es, ja.

JC: Und ist das ein öffentliches Dokument, oder ist es ein ...

ES: Äh, das ist, das ist ein öffentliches Dokument, aber ich bin nicht, ich muss Ihnen nicht sagen, wer mein Klient ist. Wenn ich im Vorstand einer Gesellschaft bin, ähm, wenn ich irgendwo eine Funktion innehabe, in einer Bank oder irgendwo, im höheren Dienstgrad, muss ich es offenlegen. Alle meine Gesellschaften muss ich offenlegen. Aber ich, ich muss nicht offenlegen, wer mein Klient ist.

CN: Ja.

JC: Aha, verstehe.

ES: Ich habe, wissen Sie, ich bin, sagen wir in sieben oder acht Gesellschaften in Österreich bin ich Mitglied im Aufsichtsrat. Aufsichtsrat ist etwas anderes als der Wirtschaftsrat (Vorstand?) Das ist in Ordnung, und Sie werden in meinen Unterlagen nichts finden, weil ich meine Klienten schützen muss.

JC: Ich verstehe. Wie würde es mit uns funktionieren?

ES: Hm?

JC: Wie würde es mit uns funktionieren, wenn Sie in unserem Aufsichtsrat wären?

ES: Wenn wir einen Vertrag haben, nach dem ich ihnen helfe, Ihre Dinge zu machen, ist das vertraulich.

JC: Sie müssen es nicht registrieren?

ES: Nein, nein.

CN: Ist das weil Sie es über Ihre Gesellschaft machen, und Sie Ihre Arbeit für Ihre Gesellschaft offenlegen, aber nicht die ...?

ES: Wissen Sie, das ist meine Gesellschaft, und mit wem meine Gesellschaft arbeitet, ich bin der alleinige Eigentümer, ich sage dem Vorsitzenden, das bin ich, mach das [lacht]

CN: Verstehe, das klingt nützlich.


JC: Also Sie sind der Chef der ÖVP (wörtlich: österreichischen Christdemokraten)?

ES: Ja.

JC: Also wie viele ÖVP-MEPs gibt es?

ES: Es sind, in Österreich, insgesamt sind es 286, und sechs Österreicher.

JC: Sechs, genau. Ist das die stärkste Partei aus Österreich?

ES: Ja, hier im Parlament, die zweiten sind die Sozialdemokraten, die sind drei.

JC: Aha.

ES: Und die letzte Wahl, sie hatten sieben, wir sechs.

CN: (unverständlich)

JC: Also es geht Ihnen gut.

ES: Ich weiß nicht, ob Sie Sozialdemokraten sind, leider. [lacht]

JC: Was ist der Unterschied zwischen den Sozialdemokraten und den Christdemokraten?

ES: Es ist, äh, im Wesentlichen, wissen Sie, wir alle haben ein Gefühl dafür, was der Unterschied zwischen den Republikanern und den Demokraten in den USA ist, und sehr ähnlich sind in Österreich die Christdemokraten und die Sozialdemokraten. Wenn Sie so wollen, ich bin ein linker Christdemokrat.

JC: Dann sind Sie also sehr zentral, nicht wahr?

ES: Und meine Politik ist im Zentrum der Politik. Und ich muss sagen, ich bin der Sohn eines kleinen Landwirtes, okay, also bin ich jetzt Christdemokrat, sagen wir. Wäre ich der Sohn eines Arbeiters, wäre ich, glaube ich, nicht Christdemokrat. So ist die Geschichte. Und wir haben ein anderes System als Ihr politisches System in Großbritannien. Es ist das erste Mal, dass Sie eine Koalition haben, und wir haben immer eine Koalition. Immer. Und es ist eine Koalition der zwei großen Parteien, der Christdemokraten und der Sozialdemokraten in Österreich, und das ist die kontrollierteste Koalition, die wir in Österreich nach dem zweiten Weltkrieg haben. Ich glaube wir hatten in diesem Zeitraum zumindest für 40 Jahre eine Koalition.

JC: Aha. Es wird sehr interessant in unserem Land. Die Liberal Democrats sind die zentrale Partei, und sie werden durch das ganze sehr eingeengt, und wir sind das gar nicht gewöhnt.

ES: Es ist eine neue Situation.

JC: Ja, das ist es. Es ist faszinierend. Macht die Politik viel interessanter.

ES: Es findet in Ihrem Land gerade eine große Veränderung statt.

JC: Ein großes Thema waren die gestrigen Krawalle im Vereinigten Königreich, man will jetzt den Studenten 9.000 GBP pro Jahr Studiengebühren verrechnen. Das ist viel Geld.

CN: Ich glaube derzeit ist die Grenze 3.000 Pfund, genau, das ist genug.

ES: Das ist viel Geld.

CN: Ja, vor allem weil die Liberal Democrats total gegen Studiengebühren sind, und jetzt...

JC: Sie haben dem Koalitionspartner geschworen, die Lib Dems, eigentlich hat jeder einzelne Parlamentarier eine Verpflichtung unterzeichnet, dass sie das nie machen würden. Und jetzt machen sie genau das Gegenteil.

ES: Wow, read my lips (hören Sie genau zu)

CN: Ja. Bei den nächsten Wahlen werden sie richtige Schwierigkeiten bekommen.

JC: Sie sind, sie sind, die einzige Hoffnung ist es, ein neues Verhältniswahlrecht einzuführen, und das wird ihnen die Chance geben, äh - Traditionell hatten die Liberalen ungefähr 20 Sitze. Aber manchmal ein Viertel der Stimmen, was einem Zehntel der Stimmen entspricht. Wir hoffen, dass sie das Wahlrecht ändern werden, damit sie hierher zurückkommen.
Was das Europaparlament anbelangt, gibt es viele MEP's, die wie Sie als Lobbyisten arbeiten? Ist Ihre Rolle einzigartig?

ES: Ich muss sagen, dass mehr als 90 Prozent dort professionelle Politiker sind, wissen Sie, jetzt schaue ich auf sagen wir 20 Jahre in der Politik zurück, und die meisten, sie waren immer Politiker.

JC: Aha, ohne wirtschaftliche Erfahrung.

ES: Das ist interessant, es ist eine besondere Erfahrung. Aber es ist nicht das richtige Leben. Da ist ein Riesenunterschied, das eigene Unternehmen führen, für ich weiß nicht wie viele Personen verantwortlich sein, damit sie ihr Geld und Arbeit bekommen, oder Politik machen. Und besonders für mich war es ein großer Unterschied, die Parlamentarier, ich war wirklich überrascht, weil meine Arbeit immer (..unverständlich), und es gibt viele Kollegen, die glauben etwas zu bewegen, wenn sie eine Rede halten. Das ist wirklich fantastisch. Und sie, sie führen lange Diskussionen über einen Satz in einem Bericht von circa drei Kilo oder so, ja, und wenn dieser Satz fertig ist, und alles fertig ist, gehen diese drei Kilo unter den Tisch und werden nie wieder gesehen. So ist es wirklich sensationell, was sie machen.

ES: Also ich habe meine abgegrenzten Bereiche, wo ich arbeite, und das sind auswärtige Angelegenheiten und Inneres, und ich mache sonst nichts. Ich bin nicht sehr von den Diskussionen im Gesundheitswesen oder Klimawandel oder was auch immer, ja diese Politik interessiert mich nicht. Natürlich, wenn mein Klient, so wie es war, ein Problem im Bereich Klimawandel hat, muss ich , wie jeder, der einen Klienten hat, muss ich darüber nachdenken und schauen, was ist diese Information, und was können wir für ihn machen? Aber in der gesamten Politikszene bin ich nicht daran interessiert, Zeit zu verlieren oder verschwenden, oder was auch immer.

CN: Ja.


JC: Also Sie können Ihre Aufmerksamkeit auf allerlei Themen richten, wenn wir, wenn wir Sie in diesem Bereich tätig werden lassen sollten?

ES: Wie bitte?

JC: Wenn zum Beispiel eine der Dinge, die wir mit Ihnen besprechen wollen, die gentechnisch veränderten Nutzpflanzen wären. Sie könnten Ihre Aufmerksamkeit dahin wenden, wenn wir das von Ihnen wollten?

CN: Obwohl Sie nicht darauf spezialisiert sind.

ES: Ja, natürlich.

CN: Das ist es wohl, was wir sagen wollen.

ES: Wissen Sie, das wunderbare für einen MEP ist es, dass man hier in Brüssel, ich habe hier drei Personen, die für mich arbeiten. Also können die viel recherchieren, sie können viele Unterlagen vorbereiten; sie können Ausschüsse vorbereiten, was auch immer. Und es ist meins, wie, was sie arbeiten, ja. Also ich bin wirklich daran interessiert, auch etwas zu tun, das notwendig ist, um eine besondere Art von Problem weiterzubringen.

JC: Weil offensichtlich eines der Dinge, mit denen die Leute zu uns kommen, ist wenn die Gesetze in der Europäischen Union erlassen werden, wissen Sie, die Firmen wollen offensichtlich einen Einfluss darauf haben, wie die Gesetzgebung letztlich wird.

ES: Natürlich, natürlich. Das ist Ihr Job.

CN: Ja, genau. Und wir machen das ständig in England, aber nur nicht in Brüssel.

JC: Wir sind, ehrlich gesagt keine Experten in Brüssel, wir kennen die Leute nicht.

ES: Ich glaube, das was notwendig ist, ja, die meisten Firmen haben ihren Experten in ihrer, was der Inhalt ihres Produktes ist, sie haben das beste Wissen über den Inhalt was gebraucht wird. Wenn ich ihr Geschäft verstehe, Sie sind Experten darin, ihr Wissen zu transformieren, und es zu den Entscheidungsträgern so zu bringen, wie es für Ihre Klienten am Besten ist. Und Sie sind natürlich Experten in London und in New York und Washington, wer die Leute sind.

CN: Ja. Mit wem wir sprechen müssen.

ES: Und ich glaube, dass ich weiß, wer die Leute hier sind.

CN: Ja, natürlich, genau deswegen kommen wir ja zu Ihnen.

ES: Wenn Sie in Moskau oder Wien oder Berlin etwas wissen wollen, ich glaube ich habe auch viel Erfahrung und auch besonders, besonders Länder, die von Leuten aus meiner Partei regiert werden. Ich glaube zumindest in drei oder vier Wochen habe ich die Möglichkeit, für meinen Klienten einen Termin zu bekommen, um die Dinge zu besprechen, die er besprechen muss; Infrastrukturminister, Minister von Banken, nationale Bankkonzessionen, was auch immer, ja was auch immer. Und meine Erfahrung besteht nicht darin, den Inhalt zu kennen, sondern meine Expertise besteht darin, dass ich Ihnen oder Ihrem Klienten sagen kann: Schauen Sie, in diesem Fall wäre es mir lieber, gehen Sie nicht zur Kommission. Wir können das machen, für ein Bild von Ihnen, ja. Aber wenn Sie Ihre Sache durchbringen wollen, gehen Sie zu diesem Mann. Er macht den ersten Entwurf.

CN: Durch den Beamten?

ES: Wie bitte?

CN: Ich glaube den Beamten (Civil Servant), so nennen wir sie.

ES: Ja.

CN: Ach, hier ist es gleich?

JC: Sprechen Sie von Beamten oder vom Rapporteur?

ES: Der Rapporteur - im Parlament, aber -

JC: Aber es gibt noch vorher einen Beamten?

ES: Ja, der Rapporteur, das ist im Parlament, ja. Aber wir haben auch die Kommission, und wir haben den Rat. Also müssen wir auf alle drei Organe schauen. Und jetzt habe ich einen Klienten. Er hat ein Riesenproblem in Deutschland mit dem Minister, ja? Und jetzt hat er eine Strategie gemacht um die Kommission zu beeinflussen, damit die Kommission einen klaren Punkt hat. Und die Kommission, und es war wirklich ein großer Erfolg, die Kommission und die richtige Stelle der Kommission, drei Stockwerke weiter, vier Stockwerke weiter also die Kommission, hat einen kleinen Entwurf für das Ministerium in Deutschland gemacht und hat gesagt: He Leute, wir wollen es so haben. Und wissen Sie, manchmal ist es um die Ecke. Und Sie müssen wissen, was es (ist). Und jetzt brauchen wir, wir wissen genau, wir brauchen einen Dänen, der sagen muss: Meine Position ist so. Ja, und so den deutschen Minister in die richtige Richtung zu bringen. Und manchmal ist es -


JC: Und war der deutsche Minister damit einverstanden, oder hat er sich einfach damit abgefunden?

ES: Nein, das war letzte Woche, das war wirklich eine große Erfolgsgeschichte. Dass dieser Typ von der Kommission ein offizielles E-Mail geschickt hat: He Leute, ich habe gehört, dass Sie das und das machen. Die Auffassung der Kommission ist das, das und das, was genau die Ansicht meines Klienten ist.

JC: War es auch die Ansicht der Kommission?

ES: Ja, das war es.

JC: Also ist das ein glücklicher Zufall.

ES: Aber man muss herausfinden, was die Ansicht der Kommission ist, und man muss jemanden finden, der ein E-Mail schickt.

CN: Ja, um das ganz klar zu machen.

ES: Um das sehr klar zu machen. Manchmal harte Arbeit.

JC: Wie haben Sie ihn davon überzeugt, ein Mail zu schicken?

ES: Das war, äh, meistens, äh, und ich bevorzuge es so, ja, mir ist es so lieber. Manche Klienten wollen, dass ich sie an der Hand nehme und wir gehen gemeinsam zur Kommission. Mir ist es lieber, ich bin hinterm Baum, ja, hinter der Mauer. Dass michkeiner sieht, ich glaube es ist am effektivsten wenn ich weiß, wie es funktioniert, und ich sage: „Geh dorthin, sprich mit ihnen. Ich werde ihn anrufen und du gehst hin." Oder ich ruf nicht an.

[Hauptspeisen werden serviert]

JC: So, aber wie haben Sie den Mann von der Kommission davon überzeugt, das Mail zu schicken? Oder haben Sie nicht, waren Sie nicht dort?

ES: Ich wusste, dass die Ansicht der Kommission sehr ähnlich der Ansicht meines Klienten ist. Man muss es herausfinden, man muss nachforschen und dann, äh, hat ein Kollege von mir eine schriftliche Anfrage gemacht, nicht ich, ein Kollege und ein Spezialist in diesem Bereich, ja, er hat eine schriftliche Anfrage gestellt.

JC: Im Parlament?

ES: In diesem Parlament an die Kommission.

CN: Ach, das ist sehr klug.

ES: Und, äh, ich habe angerufen, das war eine Dame in der Kommission, die für diese Sache verantwortlich war. Und ich frage sie: Können Sie mir sagen, was los ist? Ich bin MEP und können Sie mir sagen, was sich in diesem Bereich tut? Wie ist Ihre Ansicht?

JC: Und Sie sagen ihm nicht, dass Sie, dass Sie arbeiten?

CN: Für einen Klienten arbeiten?

ES: Naaah. Ich bin MEP. Ein MEP.

JC: Also sagen Sie ihr?

ES: Und ich sage: Ich habe Informationen aus Deutschland. Ja, wir haben davon gehört, was ist da? Ja? Ah, ich kann meinen Kollegen bitten, Ihnen - nicht mir - die Details zu schicken. Also ist das eine andere Situation. Ich habe einen Klienten, größtes Projekt, dass ich je gemacht habe, ja, wir haben in Russland eine Lotterie aufgebaut mit einer Österreichischen Gesellschaft, eine Lotterie mit 2000 Terminals. Sie sind mittels Datenfluss mit Wien verbunden . Und jeden Sonntag spielen sie Lotterie. Sie haben es in einer Provinz in Russland in den letzten drei, vier Jahren aufgebaut.

IC: Für die russische Lotterie, oder die österreichische?

ES: Die österreichische Lotterie in Russland

IC: Also die Russen stellen die Technologie und die Geräte zur Verfügung.

ES: Nein, es ist österreichische Technologie.

JC: Aha, also umgekehrt.

CN: die Russen spielen.

ES: Die Russen spielen. Jede Woche jetzt, das sind jetzt eineinhalb Jahre, der Start dieser Lotterie, und jetzt spielen Sie jede Woche um 50 Millionen, am Anfang war es schwer, wir haben ein paar Fehler gemacht, die macht der Klient einen Fehler, der Berater macht einen Fehler.

ES: Dort wollte der Klient dass ich als MEP mit ihm mitgehe, als MEP zum Finanzminister, ja. (5:05)

CN: Dem Finanzminister?

ES: In Russland. Kudrin, Herr Kudrin, ja. Und das habe ich natürlich getan. Und ich sage ihm: He, Bursche, ich sagte ihm: He, Bursche, sind Sie sicher, dass Sie mit irgendeinem Politiker in Verbindung stehen wollen? Ja ich will, ja, ich will ihre Aura oder so was haben, ich weiß nicht was nötig ist. Also es gibt verschiedene, verschiedene Strategien, und es hängt vom Problem ab, ja, es hängt vom Klienten ab. Und ich habe großes Glück wenn ich nicht in Erscheinung treten muss. Aber es hängt vom Klienten ab. Ich habe kein Problem, ich würde keinem Klienten nehmen, der nicht -

JC: Nein, wir sind durchaus damit einverstanden wenn Sie nicht in Erscheinung treten, wirklich, und sehr glücklich, ihr Netzwerk von Freunden zu verwenden und es so zu machen.

ES:  Weil das ihre Gesellschaft ist, die die Kontakte hat, ich bin es nicht, ich muss nicht in Erscheinung treten, ja. 

JC: Nun, das scheint recht unkompliziert. Mit der deutschen Gesellschaft, was war das für ein Geschäft?

ES: Eh?

JC: Mit der deutschen Gesellschaft von der wir vorhin gesprochen haben. (6:40)

ES: Das Problem der Deutschen? Das war in der Getränkeindustrie.

JC: Und was war das für ein Problem? Es ist wahrscheinlich sehr technisch.


ES: Wissen Sie, Sie verstehen, dass ich nicht offenlegen kann, wer mein Klient ist. Ganz allgemein gesprochen war das Problem, dass sie einen Rat machen wollten, wobei etwas in ihrem Produkt verboten war. Und das ist ein wesentlicher Punkt für das Produkt, damit es funktioniert,

CN: Also wäre das katastrophal gewesen. (7:30)

ES: Es ist nicht Kaffee. Ich mache nur ein Beispiel. Aber wenn ich, äh, wenn die Regierung sagt Koffein ist gefährlich, sie verbieten Koffein. Also hätte die Kaffeeindustrie ein großes Problem. Und so etwas ähnliches.

JC: Also die deutsche Regierung hat gesagt -

ES: Genau, es sei, es sei, es ist gefährlich.

JC: Das eine bestimmte Zutat gefährlich ist.

ES: So was in der Art.

IC: Wobei es das Konzept der Kommission war, das es nicht gefährlich war. Und was man versuchte zu machen, war die Kommission dazu zu bringen, der deutschen Regierung zu sagen dass das nicht so ist.

ES: He, ich kenne den Minister persönlich, ja. Er ist von meiner Partei.

CN: In Brüssel?

ES: In Berlin. Ich kenne ihn persönlich. Ich war dort mit meinem Klienten als MEP. [00:25] Und er, er war zu meinem Klienten fair, er war höflich, und danach hat er mich wissen lassen, dass keine Chance besteht. Und wenn keine Chance besteht, muss man einen anderen Weg nehmen.

CN: Das wollen unsere Klienten auch.

ES: Aber wissen Sie, das ist ihr tägliches Geschäft, ja, das ist Ihr tägliches Geschäft.

JC: Verdächtigt er sie überhaupt, weiss er davon? Er wird es wohl erraten, oder?

ES: Ich weiß es nicht. Wissen Sie, Minister haben jeden Tag, jeden Tag haben Sie einen Terminplan von ich weiß nicht was, ich weiß nicht, ich glaube nicht. (9:05)

JC: Weil manchmal, wissen Sie, eine Sache die die Leute uns sagen, ist dass wenn die Gesetze gestaltet (entworfen) werden, wollen Sie die Gelegenheit haben, Änderungen hineinzugeben. Sie wissen, wie das ist, die Rapporteure, es gibt circa 500 Mitglieder. Und sie wollen selbst die Gelegenheit haben, das zu tun wenn sie es können. Es gibt verschiedene Arten, es zu tun. Manchmal durch Handelskörperschaften, die die gesamte Industrie vertreten. Aber wenn man eine direktere Verbindung mit jemandem haben kann, ich weiß nicht, wie leicht das ist. (09:45)

ES: Also nur ein Beispiel, die Stahlindustrie, ja, nur als Beispiel. Sie haben ein Problem mit einem Umweltgremium, weil sie solche Vorschriften machen, das stört ihre, ihre, ihre, ähm

(Rec 1_0006) es ist wirklich gefährlich für ihre Jobs, ja. Und dann muss man die entscheidenden Mitglieder des Parlaments beeinflussen. Und es ist, ähm, manchmal ist es ein Sozialdemokrat, manchmal ein Grüner, manchmal ein Liberaler, manchmal ist es einer von uns, und es gibt immer Wege, aber die Menschen sind unterschiedlich, ja. Und man muss einen Weg suchen, direkt Zugang zu ihnen zu bekommen, wie sie den Inhalt vorbringen. Und manchmal ist es notwendig, dass nicht der Rapporteur, sondern der Ausschuss -

CN: ja, ein Mitglied des Ausschusses.

ES: Ein Mitglied des Ausschusses. Und wir müssen es täglich entscheiden: was ist das Projekt, was ist, was ist, was wäre das Beste für unser, was ist die beste Strategie, wie die beste Handlung, was würde unserem Klienten zum gewünschten Erfolg helfen (1:05) Manchmal, Sie wissen es, natürlich, manchmal kann man nicht helfen, ja.

JC: Ja.

ES: Und ich würde sagen, wenn keine Chance besteht, sehe ich keine Chance zu helfen. Es hilft nicht, wenn man dem Klienten sagt: Wir machen blablabla, und am Ende des Tages funktioniert es nicht,

CN: Und können Sie uns bei diesen Entscheidungen helfen und uns die Kontakte zu den Leuten machen? (1:22)

ES: Was ich machen kann ist Ihnen zu sagen wer diese Person beeinflusst - zu Hause, Arbeitnehmervertreter, Gewerkschaft, lndustrie, was auch immer. Partei, was auch immer; wer ihn berät. Manchmal ist es sehr gut zu wissen, wer eine Person berät. Niemand macht es allein. Und natürlich können wir, wir können, und ich glaube jedes Mitglied des Parlaments, wir können versuchen das es einen sympathischen Kontakt gibt - entweder für Sie oder für Ihren Klienten, ja. Und zu schauen wie wir, es gibt mehr als fünf Wege zum gewünschten Resultat

CH: Ja, man muss nur den besten Weg im jeweiligen Fall finden. (02:28)


ES: Also wissen Sie, es ist wirklich, jede Woche lerne ich viel, weil in meinem Fall, ja, jede Woche besuchen mich zwei oder drei Lobbyisten, um mich in meinen Ansichten zu beeinflussen.

JC: Ja, natürlich.

ES: Und ich studiere sie. Die wissen nicht, dass ich mich dafür interessiere, wie Sie es machen. Und sie sind sehr gut oder sehr schlecht,

IC: Ja, kann ich mir verstellen.

ES: Wissen Sie, wir arbeiten gerade, das ist eines meiner Werkzeuge, es gibt viele Probleme in Europa, natürlich, wegen Google Street View, ja. Wir arbeiten an einem Bericht über wie es zu regulieren ist, ja. Google Street View.

IC: Ach ja. natürlich.

ES: Oder denken Sie an Schutz für Kinder auf Facebook. Ja.

IC: Ja, das ist ein Riesenthema im Vereinigten Königreich.

ES: Und denken Sie an Twitter, und an, es gibt einen vertraulichen Brief, geschriebene Briefe sind vertraulich, E-mails, nein, nein - und wir sprechen nur, das ist eines meiner Werkzeuge, an denen ich arbeite. Im Parlament, nur eine Diskussion, wie man einen Rahmen macht, damit die Leute mehr Schutz haben bei all diesen Dingen, ja. Und Sie wissen, Windows. Google, was auch immer, Apple, AT&T, sie sind hier und lobbyieren. Sie haben hier ihre Lobbying-Firmen und es ist wirklich interessant, wie sie agieren, ja, es ist wirklich interessant. (4:05)

IC: Ja, das ist ein großes Thema im Vereinigten Königreich mit den Datenschutzaspekten von Google Street View.

ES: Also wenn eine dieser Firmen Ihr Klient ist,muss ich sagen, hier bin ich, ähm-

CN:Ja, Sie haben einen Konflikt

ES: Ich hätte einen Konflikt, und wir müssten darüber reden. (04:25)

JC: Welcher Ausschuss, ist das weil Sie in einem Ausschuss sind?

ES: Das ist der Ausschuss für Justiz und innere Angelegenheiten.

JC: Verstehe, faszinierende Arbeit, eigentlich. Das ist wirklich ein interessantes Thema.

ES: Wirklich interessant. Also das ist was ich machen kann, wenn Sie interessiert sind.

JC: Können Sie selber Änderungsvorschläge machen, oder würden Sie das tun?

ES: Ja, natürlich, aber nur in, nein. Ja, nur in meinen Ausschüssen, nur in meinen Ausschüssen.

JC: Gibt es keine Gelegenheit, sagen wir im Plenum?

ES: Ich kann es ins Plenum geben, ja.

JC: Aber ist das nicht Irgendwie -

ES: Es ist sehr ungewöhnlich.

JC: Bitte?

ES:  Es ist sehr ungewöhnlich.

JC: Ist es das?

ES: Aber ja. Und offen gesagt ist es nur zur Show. Wenn man es zur Show braucht: kein Problem, ja. Aber wenn man etwas bewegen will muss man es vorher dahinbringen - in das richtige Gremium mit der richtigen Person. Wenn man ins Plenum kommt und sagt: Ich habe, ähm ich habe, ähm, was ist das, nicht eine gesprochene Änderung, ähm

CN: Eine schriftliche Änderung?

ES: Nicht geschrieben, sondern äh, äh mündlich, ich weiß nicht wie man das auf Englisch sagt. So etwas wie mündlich, eine mündliche Änderung, ja. Man steht auf und sagt ich will das ändern. Und wenn es also klar ist, und wenn es gewöhnlich ist, ok, aber in den meisten unserer Fälle müssen wir sie bearbeiten, es sind schwierige Änderungen des Inhalts, ja. Und das ist immer ein Problem in diesem Fall. Man kann es machen, aber es wird nicht angenommen. Es ist nur zur Show.

JC: Weil der Ausschuss immer ziemlich entschieden ist.

CN: Nun ja, manchmal wollen Klienten etwas als Show, aber ich glaube öfter wollen Sie wirklich Dinge geändert, was schwierig ist. Und wie einfach ist es, Änderungen vorher einzubringen, also entweder wenn es entworfen wird, oder im Ausschuss? (6:55)


ES: Ähm, die Situation ist wie folgt: Die wichtigste Person ist der Rapporteur. Und dann muss man entscheiden, Ja, ist er stark oder ist sie stark, dann müssen wir uns mit ihm oder ihr befassen. Es gibt Schattenrapporteure jeder (parlamentarischen) Gruppe, die muss man anschauen Sind sie stark oder sind sie wach? Und sind sie auf unserer Seite oder sind sie gegen uns? Wenn zwei oder drei Schattenrapporteure an! unserer Seite sind, und der Rapperteur ist nicht auf unserer Seite, kann man sich so arrangieren.

Also da ist jeder Fall einzeln, man kann nicht sagen, dass es eine Regel gibt! Wir müssen die Situation anschauen. Und so früh wie möglich müssen wir unsere Sicht darlegen und unsere Änderungen einbringen, wenn Sie so wollen, ja, ich würde es nicht Änderung nennen, weil es besser ist, sie zu haben bevor die Änderungen geschrieben werden.

OP: Aha, also wenn es entworfen wird, die Gesetzgebung?

ES: Während des Entwurfs. Wissen Sie, alles geschriebene ist ein Dokument. Und dann muss man immer ändern. Also wenn man dort ist, weil alle Dinge groß werden, ist man in einer besseren Situation. (8:20)

CN: Und mit wem spricht man wenn es entworfen wird, spricht man mit dem Beamten?

ES: Die meisten Parlamentarier sind so faul wie ich, die ganze arbeite machen die Mitarbeiter, ja. (8:20)

CN: Verstehe, also sie gehen und sprechen mit einem Mitarbeiter

ES: Ich war in meiner Karriere immer sehr gut zur Sekretärin/zum Sekretär der Leute, weil sie die Termine vereinbaren, sie sagen wer auf der Telefonliste ist, und, und, und. Also ich hatte damit Erfolg, auf all diese Personen zu achten.

JC: Ja, der Schlüssel zu jedem Büro nicht wahr? Also müssten wir vermutlich, wenn wir von Änderungen sprechen, müssten wir, müssten Sie jemanden in dem Ausschuss finden, den Sie kennen.

ES: Ja.

JC: Sie haben vermutlich einige Freunde in der Österreichischen Volkspartei?

ES: Das ist nicht das Problem. Wir müssen mit den Entscheidungsträgern sprechen. Ich habe kein Problem damit, mit einem Grünen zu sprechen, wenn er der Entscheidungsträger im Ausschuss ist, um zu sagen: „He, schau, hier ist, hier ist etwas das manche Leute mit Ihnen besprechen wollen", oder „Hier ist Information und wir wollen darüber sprechen" Also wir haben immer, es würde nicht einmal helfen, es zu besprechen, ja, die Länder ... Deutschland, Frankreich, Spanien, natürlich das Vereinigte Königreich. Aber es hilft nichts, mit ihnen zu sprechen. Wir müssen mit denen sprechen, die in diesem Fall entscheiden. Und das hängt davon ab: Wer ist der Rapporteur?

(Reg 1_0007) Ist er schwach, ist er stark, oder sie? Wer ist der Schattenrapporteur, ist sie oder er schwach oder stark? Und dann Fall für Fall müssen wir entscheiden.

JC: Und es geht einfach darum sie anzusprechen und sie mit unseren Argumenten zu überzeugen, ja?

ES: Ja. Und dann zu schauen, wer ist der Berater dafür, und wer ist in diesem Büro, wer ist stark und ist zuständig oder nicht? Wer macht wirklich die Arbeit, ja? Das ist die echte Sache. in meinem Fall, wenn man das Ohr meines Mitarbeiters hat, das ist das halbe Ergebnis. Oder zwei Drittel des Ergebnisses. Ich habe nicht die Zeit, mich mit diesen Dingen zu beschäftigen, aber es gibt andere, die entscheiden alles

JC: Also die werden es vermutlich neu entwerfen oder wie auch immer, und es dem MEP zeigen und der MEP wird es aufheben. Und das geht dann zum Ausschuss, und der Ausschuss nicht widerspricht, und dann geht es durch.


CN: Und waren Sie in der Lage, in unserem Auftrag mit dem Mitarbeiter zu sprechen. weil wir die Mitarbeiter offensichtlich nicht kennen. Wie macht man das am Besten, glauben Sie? (1:15)

ES: Wenn wir zusammenarbeiten ist das nicht notwendig. Es ist nicht notwendig, weil ähm, ich einen Mitarbeiter habe, der für meine Firma in Wien verantwortlich ist. Sie macht die ganze Arbeit und wenn Sie wollen, ist es natürlich in Ordnung, aber sie machen es auf meinen Rat.

CN: Aber wenn wir zB ein Problem hätten mit, wenn wir einen Gesetzesentwarf beeinflussen wollten. ( I:5O)

ES: Ja.

CN: Das habe ich gemeint, Würden Sie mit dem Mitarbeiter sprechen? Oder würde Ihr Mitarbeiter mit dem Mitarbeiter sprechen? Oder würden wir mit dem Mitarbeiter sprechen!

ES: Das hängt von der Situation ab. (2:00) Sie wissen, das Problem ist, und, äh, ein Lobbyist ist ein Lobbyist, ja? Und ein Lobbyist hat einen besonderen Geruch. Entschuldigen Sie, dass ich das so sage, ich hin selber so etwas... Also müssen wir sehr vorsichtig sein, und ich glaube, sie machen viele Fehler, die Lobbyisten, weil sie glauben, sie sind der Chef, nicht wahr? .. Nein, mein Klient ist der Chef, mein Klient ist der Chef (02:35)

Es ist viel besser, wenn der Klient geht, und der Klient ist der Star, und er geht zum MEP und sagt: Herr, oder Frau, ich will das mit Ihnen besprechen. Und das ist kein Lobbyist. Er ist jemand der mit dem Präsidenten oder was auch immer arbeitet. Manchmal glauben Lobbyisten, dass sie jetzt große Politik machen, aber das beeinflusst niemanden, es macht viel kaputt, (3:12)

Also bei den meisten Dingen sage ich meinem Klienten: Sprich mit diesem Typen, ich stelle den Kontakt her. Sie müssen entscheiden, ob ich mitkomme, oder jemand anderer von mir kommt mit Ihnen mit. Aber ich glaube dadadada. Und ich erkläre detailliert wie er agieren muss, ja. Wie ist dieser Mensch, und was mag er oder sie, wofür arbeitet er, was ist im Inhalt, wie denkt er über etwas. Aber wenn der Klient will, dann gehe ich hin und sage: Also, wir müssen reden. Es hängt vom Klienten und vom Fall ab, und auch vom MEP oder dem Rapporteur, wen immer wir, ich würde nicht vorschlagen, einen Verschlag machen, dass wir sagen wir ein Infrastrukturprojekt in Großbritannien besprechen, und ich würde es mit einem Grünen besprechen, ja. Das ist falsch, das ist lächerlich. So muss man das machen, oder der

CN: Oder Klient macht es.

ES: Oder der Klient muss es machen, oder jemand anderer, oder wir finden irgendeinen Grünen der damit klar ist und bringen ihn dazu, das seinem Kollegen klar zu machen, oder so etwas. Aber das ist, das muss jeweils von Fall zu Fall entschieden werden. (5:00)

CN: OK. Manchmal ist es besser, wir machen es; manchmal ist es besser, Sie machen es.

ES: Wer auch immer. Was jeweils für das Ergebnis am Besten ist. ja, ich glaube, ich kenne Politiker, die in diesem Geschäft sind. Sie machen immer denselben Fehler. Als Politiker muss man versuchen, in den Medien zu sein, ja. Das Beste für einen Politiker ist es, sein Bild in einer Zeitschrift zu sehen, ja?  Und sie glauben, als Lobbyist ist es gleich, das ist falsch, es ist genau umgekehrt. Und es gibt ein großes Missverständnis, was die Rolle ist, ja. (5:40)

JC: Diskretion. Diskret sein ist der Schlüssel, ganz wichtig.

ES: Sehr diskret, sehr diskret, sehr diskret. Ich habe versucht, über ihre Gesellschaft Informationen zu finden. Ich habe nicht sehr viel gefunden in der

IC: Haben Sie nicht, haben Sie nicht unsere Website angeschaut?

ES: Auf der Website. Aber die Website ist sehr allgemein (gehalten),

CN: Nun ja, wir sind sehr diskret, also -

ES: Ja, Ja, ja, natürlich. Und ich muss offen sein, ich habe etwas wie eine, ich bin Gesellschafter einer österreichischen Gesellschaft die spezialisiert ist auf, auf, auf, wie sagt man. die Beschaffung von Information, besondere Information für einen Klienten, besonders in den neuen Mitgliedsstaaten, und insbesondere in Ländern wie der Ukraine oder Rumänien oder so etwas. Große Firmen, die müssen Leute beauftragen und sie müssen wissen, dass ihr neuer Geschäftsführer sauber ist, ja. Und wir schauen ob er sauber ist oder so etwas Mafioso oder eine Art -

JC: Aha, verstehe, es ist wie eine Art

CN: Wie eine Art Due Diligence.(7:00)

ES: Ja. Und ich sprach mit dem CEO: He, schau dir mal diese Gesellschaft an, ich finde (nichts) darüber. Und sie haben (nichts) gefunden, nichts gefunden. Sehr diskret. Nichts gefunden

IC: Das ist praktisch. Wir wollten nicht ganz so diskret sein.

ES: Wie bitte?

JC: Wir wollten nicht ganz so diskret sein. Aber es ist gut, wenn wir es sind, glaube Ich.

ES: Ich finde das sehr professionell, sehr professionell. Also bei der Sache der Good Governance, wissen Sie, müsste ich natürlich später in unseren Gesprächen wissen, was Sie machen, und natürlich müsste ich vertrauliche Unterlagen oder was auch immer unterschreiben. Aber das dient meinem Schutz, und auch ihrem. Wenn ein Interesse an einer Zusammenarbeit besteht, brauche ich Informationen darüber, was Sie machen und was ihre Gesellschaft ist.

CN: Ja, ja, natürlich. Nein, wir würden alles ordentlich machen.

ES: Aber das ist, ich glaube es ist nicht, es ist kein Mangel an Vertrauen, sondern für den Schutz von allen. (8:20)

JC: Nein, nein, nein, ich verstehe, dass Sie viel mehr Information wollen würden, nicht wahr, bevor, bevor, ich meine, ich bin mir nicht ganz sicher wie wir jetzt weitermachen. Sie habe schon über die Geschäftsbedingungen gesprochen, nicht wahr?

CN: Nein, nein, wir haben sehr allgemein über Honorar (Pauschalen) gesprochen.


ES: Wenn Sie damit einverstanden sind würde ich nach London kommen, um Sie zu besuchen, ja. um zu sehen was sie arbeiten. nicht in jedem Detail oder so, und dort können wir besprechen und finalisieren was wir miteinander machen können.

JC: Das scheint ein guter Plan zu sein. Wann sind Sie verfügbar? Es klingt nämlich danach, dass Sie sehr beschäftigt sind. (9:05)

ES: Ja, aber es besteht kein Unterschied darin, ob man von Wien nach Budapest oder nach London fährt. Weil London ist, nach (-dem ich) Innenminister (war), äh, wollte jemand, dass ich für diese Firma arbeite, eine weltweite Gesellschaft, ich glaube damals 300.000 Mitarbeiter auf der ganzen Welt mit Sitz in London und einer der Gründe warum ich zu einem Österreichischen Investmenthaus gegangen bin, nun ja, London ist wunderbar für einen Besuch auf drei oder vier Tag, für mich, ja? Aber kennen Sie Wien? Man fährt 25 Minuten vom Zentrum und ist im Grünen. Wenn ich von Heathrow, Gatwick, ins Zentrum fahre -

JC: Dauert es ewig.

ES: Der CEO hat mich zu sich nach Hause eingeladen, und ich habe vergessen, was er gezahlt hat, irgendwo m der Nähe von Paddington Station, einen Riesenbetrag muss er für Miete ausgeben. (Rec. 1_0008)

CN: Ja, es ist echt schlimm.

ES: Wenn Sie damit einverstanden sind, würde ich nach London kommen, an einemn Montag oder einem Freitag, weil von Dienstag bis Donnerstag muss ich hier sein.

JC: Und dann könnten wir über bestimmte Projekte sprechen.

(CN spricht über die ROHS Richtlinie, Abstimmung am 22. November, will Ausnahme für Cadmium) (schwer verständlich) es geht um Sondermüll. Und es ist ein...

ES:  Das ist sehr kurz: Es heißt R-?

CN: ROHS Es ist über Sondermüll. Danke.

ES: Ich werde es herausfinden. Und ich werde...

CN: Einer unserer Klienten ... es geht um Solarzellenplatten

JC Solarzellenplatten, die...

CN: ... und sie wollen, dass das durchgeht.

ES: Ist es im Ausschuss oder im Plenum?

CN: Ich glaube im Plenum

ES: Nein, ich werde es herausfinden, kein Problem.

JC: Wenn es im Plenum ist, ist es vermutlich recht schwer, die Abstimmung zu beeinflussen, nicht wahr?

ES: Das ist sehr spezifisch. Wissen Sie, der Rapporteur macht einen Entwurf, aber es ist mehr als ein Entwurf, ja? Und dann geht es um die Gruppen, die politischen Gruppen. Und wenn die politischen Gruppen ihre Entscheidung haben, ja wissen Sie, ob es funktioniert oder nicht ... Und die Änderung des Ergebnisses einer Entscheidung einer politischen Gruppe ist schwer.

Weil. wissen Sie, sie müssen jede Woche entscheiden, sagen wir 70, 80 Entscheidungen.

[Bestellung Kaffe und Tee] 


ES: Und das Problem ist, wenn des durch ist, ja, dann ist es wirklich schwer, dann ist es wirklich schwer zu verändern.

JC: Also man kann nicht, es ist sehr schwer, die Entscheidung innerhalb einer Gruppe zu verändern?

ES: Nein, ähm, hier, das ist der Grund, warum ich sage, unser Mann oder Frau ist der Rapporteur, oder der Schattenrapporteur, der stark ist, der schwach ist. Danach ist es sehr schwer zu verändern.

JC: Also wenn es in Ihre Gruppe käme, sagen wir, wären Sie nicht in der Lage, es innerhalb Ihrer Gruppe zu beeinflussen?

ES: Das kann man, aber ich muss mit dem Rapporteur oder dem Schattenrapporteur in meiner Gruppe sprechen, ja. Und wissen Sie, es gibt, heute war eine Abstimmung, ja, und nur die Abstimmeng hat 75 Minuten gedauert, nur die Abstimmung. Also das sind 1,2,3,4,500 Stimmen oder was auch immer, ja. Und jede Abstimmung ist eine Entscheidung. Und viele Dinge jede Woche müssen entschieden werden. Und wenn man eine Entscheidung hat und ein Kompromiss, ein Kompromiss mit all den Gruppen, um eine Mehrheit zu haben oder nicht, ja. Und Sie wissen, wenn jemand, wenn eine Gruppe die Entscheidung ändert, kommen die anderen Gruppen und sagen: He!

EN: Was macht ihr?

ES: Was macht ihr? Wir wollen die Einscheidung ändern 75,78, 207. Also bleiben und bleiben wir. Das ist das Problem, ja, weil es zu groß ist, um -

JC: Also muss der Ausschuss die Bühne sein.

ES: Ja, ähm.

CN: Oder die Entwurfsphase.

ES: Ich will nicht sagen, in 100%, aber in 95 oder 97%, ja, ja. Muss ich sagen. Und wir müssen den Zeitpunkt erwischen, wo der Entwurf und die Diskussion ist. Und wenn die Gruppen entschieden haben ist es sehr schwer zu ändern.l Also, wenn wir Herrn Sarkozy dazu bringen, zu sagen: Ich will etwas ändern oder Herrn Cameron, wer auch immer, nicht der Österreicher, der Österreicher, wenn die etwas sagen, dann (passiert) nichts, aber Merkel, Sarkozy, Cameron, Berlusconi, oder so etwas, Zapatero. Aber dann am Ende, ja. Wenn sie sagen: He, Leute, das ist falsch, besprecht das nochmals. Aber man hat nicht die Gelegenheit dazu, das ist fantastisch. Das funktioniert nicht.

CN: Eine andere Sache, die wir anschauen, ist die Gesetzgebung über gentechnisch veränderte Lebensmittel. Und ich glaube, es ist in einem Ausschuss, und sie haben gerade einen Rapporteur bestellt, aber sie werden die erste Lesung im Frühjahr machen. Ist das früh genug?

ES: Das ist früh genug, wir sind auf der richtigen Spur um daran zu arbeiten. Das ist früh genug.

[sprechen über Zucker im Kaffee]


JC: Aber dann müssten wir annehmen, dass wir bis Jänner mit der Arbeit anfangen würden, hätte ich gedacht, ja?

ES: Wenn Sie damit einverstanden sind, werde ich in meinem Kalender nachschauen. Wir werden telefonieren. Wenn wir versuchen, in den nächsten drei Wochen ... ich werde für einen Tag nach London kommen und wir werden das besprechen. Vielleicht aus meiner Sicht äh, abschließende Besprechung, und dann machen wir es.

CN: Ja, ich glaube, unser Klient hat gesagt, dass für sie mehr und mehr in Europa zu tun ist, also ...

ES: Und vielleicht, wenn es etwas gibt, das ich für Sie vorbereiten soll, schicken Sie mir ein E-Mail.

CN: Ich werden Ihnen ein E-Mail über einige Dinge schicken, von denen ich weiß, dass sie Themen sind, und wenn Ihnen dazu etwas einfällt, wäre das großartig.

ES: Ich muss mich für mein sehr schlechtes Englisch entschuldigen.

CN: Nein, Ihr Englisch ist gut.

JC: Es ist viel besser als mein Deutsch!

ES: Nein, es ist sehr schlecht, aber ich hoffe, es funktioniert.

JC: Wenn, und das ist jetzt rein hypothetisch, sagen zB einer unserer Klienten wäre Google, wären sie in der Lage, uns damit zu helfen, wenn man bedenkt, dass Sie im entscheidenden Ausschuss sind?

ES: Nochmals, bitte? Pardon.

JC: Sagen wir unser Klient wäre zufällig Google und wäre an, sagen wir, den ganzen Street Map Themen interessiert, wären Sie in der Lage, uns damit zu helfen?

ES: Was zu machen?

JC: Nun, ich bin mir nicht sicher, was im Augenblick die Fragen sind, aber wenn sie eine Frage hätten, die sie im Ausschussstadium ändern wollten?

ES: Ja, natürlich, ja natürlich. In dieser Phase der Diskussion, ja.

CN: Es ist früh genug.

JC: Weil Sie im Ausschuss sind, nicht wahr?

ES: Ja.

JC: Und Sie wären in der Lage?

ES: Ja.

JC: Weil Sie vermutlich im Ausschuss Änderungen einbringen könnten.

ES: Ja, ja, natürlich kann ich (das). Das ist eine andere Situation. Dafür werde ich nicht bezahlt, von Ihnen.

JC: Aha, verstehe.


ES: Also, Sie sind der Lobbyist, und Sie kommen zu mir, und ich, und natürlich Sie wissen wie der Firewall funktioniert, ja. Aber wir müssen, das ist ein anderes Spiel.

JC: Ich verstehe. Solange wir Sie nicht speziell für dieses Element bezahlen, dann ist es in Ordnung.

ES: Nein nein.

CN: Wir bezahlen Sie nur für allgemeine Beratung.

ES: Nein, nein, nein, da ist jemand, der ein Anliegen hat, und als MEP höre ich das, und bedenke es, und mache was ich glaube für Europa gut ist, ja. Aber das ist keine Lobbying Sache, ja. Wir müssen, ich muss, und auch für Sie, sehr stark und wenn es nicht unmoralisch ist, glaube ich, dass wir einen Beschluss finden werden.

JC: Nein, ich habe etwas im Hinterkopf, aber ich würde es lieber noch mal besprechen bevor ich wieder auf Sie zurückkomme damit.

ES: Ja, ja, ja, ja.

JC: Das war das Einzige. Und haben wir überhaupt ein Honorar besprochen? Haben Sie ein Honorar, das Sie verrechnen?

ES: Wie bitte?

JC: Haben Sie ein Honorar, das Sie verrechnen? Ich weiß, niemand spricht gern über Geld, aber es ist praktisch.

ES: Nein, nein, nein, nein, das ist normal, das ist normal, das ist ein Geschäftsessen. Natürlich. Nein, wir hatten ein paar Ideen aber nichts.

CN: Ja, ich glaube wir hatten, wir haben über Pauschalen gesprochen, und dann wäre Geld für Beratung, aber wir sind flexibel, wirklich, Sie müssen uns einfach wissen lassen, was am besten funktioniert.

ES: Es gibt, es gibt, mir ist es lieber, wir haben einen Vertrag auf sagen wir, jährliche Basis. Natürlich muss ich meine Arbeit machen, und ich bin nicht wirklich ein Fan davon, Stunden zu zählen, und Honorarnoten zu schicken, wenn wir uns auf ein jährliches Honorar oder was auch immer einigen können, wäre das für mich am besten. Und ich habe mit Ihnen gesprochen, dass ich für eine solche Beratung, ich würde es so nennen, ohne, wenn ich reisen müsste, oder was auch immer, das ist -

JC: Das sind Auslagen.

ES: Eine andere Geschichte, aber das Honorar, also meine Klienten zahlen mir im Jahr 100.000 Euro, ja. Das ist, sagen wir, in jedem Quartal oder was auch immer, ich schicke eine Rechnung von meiner Firma oder so in der Art.

JC: 25.000 Euro, also alle drei Monate, sagen wir.

ES: Wie auch immer, ja. Und dann gibt es die Steuer, ja. Aber das ist -

JC: Wie funktioniert das?

ES: In Österreich sind es 20 Prozent.

JC: Aha.

ES: Und das ist eine österreichische Gesellschaft.

JC: Wo würden wir, aha, verstehe, wir würden Sie in Österreich bezahlen.

ES: Bei einer österreichischen Firma, ja, die Rechnung würde von einer, von meiner österreichischen Firma kommen.

CN: Ja, das klingt gut. Ich erinnere mich, wir haben das im Ansatz besprochen.

ES: Das haben wir das letzte Mal besprochen.

JC: Also wir würden nicht Sie bezahlen, wir würden Ihre Firma bezahlen?

ES: Meine Firma, ja, das ist meine Firma. Und ich gebe Ihnen - 


JC: Und wie viele Mitarbeiter hat Ihre Firma?

ES: Ich arbeite im Westentlichen auf Projektbasis. Mitarbeiter sind meine Sekretärin und ich. Und wenn ich ein Projekt habe, ja, in Russland hatten wir 30 Leute. Nur für dieses Projekt.

Vielleicht zeige ich Ihnen, wenn Sie einmal in Wien sind, mein Büro. Es liegt im Zentrum, oder in der Nähe vom Zentrum. Es hat ca. 500 m², und ich habe dort viel Platz, wenn ich ein Projekt habe können Leute in meinem Büro arbeiten und meine Infrastruktur benützen, aber wenn das Projekt aus ist, gehen sie wieder. Sie arbeiten selbständig, ja. Und ich will keine Mitarbeiter haben. Weil wenn ich kein Projekt habe, als ich an meinem eigenen Wahlkampf gearbeitet habe, ja, für die europäischen Wahlen, hatte ich keine Zeit für Projekte. Also waren auch keine Leute zu bezahlen, ja.

JC: Also wie viele Leute beraten Sie derzeit auf dieser Basis? Ich erwarte nicht, dass Sie mir sagen, wer sie sind, aber wie viele?

ES: Jetzt, Ende September, dieses Projekt ist jetzt abgeschlossen, ich kann es nicht auf den einzelnen Mann sagen, aber ca. zwanzig.

CH: Also, Sie haben ca. zwanzig Klienten?

ES: Nein, zwanzig Leute, die für Klienten arbeiten. Ich habe, ähm, zwanzig Leute, die für Klienten arbeiten. Nein, Klienten habe ich dreizehn, ich weiß es ganz genau.

JC: Und Ihre 100.000?

ES: Nein, es gibt ein [hält Hände um eine Bandbreite zu zeigen]. Die Lotterie, die zahlen mehr. Sie haben viel Geld, es war sehr gutes Geld, und ich glaube, wir haben gute Arbeit geleistet. Sie mussten viel zahlen.

JC: Mit diesen Leuten machen Sie Projekte, anstatt mit uns. Sie würden es lieber als einmalige Beratung für jedes Jahr machen. Sehen Sie den Einjahresvertrag faktisch als Projekt an?

ES: Nein, das ist, ich habe, äh, ich habe jetzt fünf, ab morgen hoffentlich sechs Klienten, die ich so berate. Hoffentlich morgen sechs, hahaha. Nicht, nicht, Sie sind nicht dabei. Sie wären der siebente. Ich will die E-Mail-Adresse unterstreichen, bei der nur ich die Information erhalte. Weil es sind zwei E-Mail-Adressen. Es tut mir sehr leid, ich muss weg.

JC: Schön, Sie kennenzulernen. Das war ein erfolgreiches Treffen. Das war sehr gut. Und im nächsten Schritt treffen wir uns in London.

CN: Ja, und warum schreiben Sie mir nicht ein E-Mail nur um mich wissen zu lassen, was für Sie gut ist, und ich

ES: Ich werde zwei oder drei Termine schicken. Danke und entschuldigen Sie mich
[Verabschiedung]

(derStandard.at, 23.11.2012)

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