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Hannover - Nahe Kalefeld in Niedersachsen befindet sich eine archäologische Ausgrabungsstelle aus der Römerzeit. Relikte, die dort in den vergangenen Jahren ausgegraben wurden, deuten darauf hin, dass dort in der ersten Hälfte des dritten Jahrhunderts eine Schlacht zwischen Römern und Germanen stattfand. Neben hunderten anderer Fundstücke wurden dort auch Dutzende römische Katapultspitzen entdeckt.

Die Schlacht dürfte sich während der letztlich gescheiterten römischen Expansionsversuche auf germanisches Gebiet unter der Herrschaft von Kaiser Maximinus Thrax (235 bis 238) ereignet haben. Diese Woche ging es Forschern aber nicht um eine Analyse des historischen Hintergrunds, sondern um die Wirksamkeit römischer Kriegsmaschinen. Auf dem Harzhorn feuerten sie mit nachgebauten Katapulten auf rund 100 Meter entfernte Ziele, hatten jedoch noch Mühe, diese zu treffen.

Die sechs Katapulte bzw. Ballisten standen an einer Stelle, von der aus die Römer damals ihre germanischen Feinde unter Beschuss genommen haben sollen. "So etwas hat es noch nie gegeben", sagte der Römer-Experte Günther Moosbauer von der Universität Osnabrück zu dem Versuch. Die Experimente sollen einerseits dazu beitragen, die aufgrund historischer Quellen nachgebauten Katapulte zu verbessern. "Sie helfen aber auch, noch besser zu verstehen, was sich im Jahr 235 abgespielt hat", so Moosbauer. (APA/red, derStandard.at, 23. 11. 2012)
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Habe erst unlängst den Nachbau eines römischen Torsionsgeschützes ("scorpio") im Rahmen einer Vorführung der Legio XV (www.legioXV.org) in Mautern/Favianis erlebt: Der Katapultbolzen hat auf 50 Meter einen Legionärsschild genau mittig getroffen und bei horizontalem Schuss glatt durchschlagen. Bei 10 Schuss wurden 7 Treffer auf dem Schild erzielt. Erstaunlich. Laut der Bedienungsmannschaft sollen Reichweiten über 100m problemlos erreichbar sein...
wenn man bedenkt wieviel aufwand nötig ist um solche scorpios zu bauen, zu transportieren und aufzustellen, und wieviele "pfeile" pro minute verschossen werden können, dann ist das durchschlagen des schildes EINES legionärs auf 50 m nicht wirklich was das man muttern nach hause schreiben müsste.
Ein detaillierter Bericht, der auch bezüglich der Treffsicherheit optimistischer ist:
http://www.archaeologie-online.de/magazin/n... orn-23923/
Was die Treffsicherheit anbelangt ist eine Stelle aus 'De bello Gallico' interessent. Caesar erwähnt in der Beschreibung der Belagerung von Avaricum:
"Ein Gallier, der vor dem Stadttor stand [...] wurde von einem Skorpion [Anm.: leichte Balliste] in die rechte Seite geschossen, so dass er tot zur Erde sank. Einer von den Nächststehenden stieg über ihn hinweg und übernahm das selbe Geschäft [Anm.: Feuer legen]. Als dieser zweite ebenso durch einen Skorpionschuss gefallen war, folgte ein dritter, und diesem ein Vierter."
(Übersetzung nach Baumstark)
Entweder ein Zufall (und darum von Caesar im Detail beschrieben) oder die Dinger waren, richtig bedient, tatsächlich ziemlich treffsicher.
Allein der Umstand, dass es erwähnt wird, deutet wohl auf eine ungewöhnliche Treffsicherheit der Bedienungsmannschaft, vielleicht auch der technischen Perfektion des Geschützes, hin. Unklar bleibt, ob aus relativer Nähe in mehr oder weniger gerader Linie oder aus der Entfernung in einer echten ballistischen Kurve geschossen wurde.
Auf jeden Fall war es eine psychologische Waffe, denn das Auffahren der Katapulte war sicher ein sehr imposanter Anblick. Eigentlich war das Haupteinsatzziel ja die Einnahme von befestigten Lagern oder Städten.
Aber vielleicht sollten sie einfach durch ihren Anblick den Gegner einschüchtern. Etwas ähnliches nimmt man ja über den Einsatz der Kriegselefanten an, die auf der rein praktischen Ebene kaum einen Nutzen hatten.
ich denke als belagerungswaffen waren ballisten dieser bauart ziemlich ungeeignet, da sie pfeile/bolzen verschießen (und die effektive reichweite nicht/kaum über der von bogenschützen liegt, die noch dazu aus der deckung schießen können im gegensatz zur balliste).
aber dass es psychologische waffen waren, da stimme ich ihnen zu.
Das hat was für sich. Andererseits - diese Balliste in der Feldschlacht mitschleppen zu müssen, auch wenn sie keine Riesentrümmer sind...da ist ein Bogenschütze ohne viel Gepäck von der Beweglichkeit sicher im Vorteil. - Frag mich auch, wo hier der Nutzen in den Kriegsmaschinen bestand...
naja, ich spekulier mal:
- effektive schussweite 200m max (keine optik um trefferlage des punktfeuers(!) zu kontrollieren)
- ein germane im vollen wichs braucht vielleicht 30s/100m; macht dann ca 3 schuss für die balliste gegen die anstürmenden horden.
- die waffe lässt sich somit nur defensiv, (erhöht) hinter (feld)befestigungen einsetzen (->friendly fire!). am besten in der flanke. oder vielleicht fahrbar als vor-/nachhut.
- ich weiß nicht in wie weit die damalige infanterie geschützt war, daher kann ich das durchschlagskraftargument nicht beurteilen. als infanterist würd ich dem gerät und seiner feuerfrequenz aber gesteigerte aufmerksamkeit zukommen lassen.
->kommt mir das eher als wunderwaffe/psychologische waffe/technologieträger vor.
Leichte Infanterie mit Schleudern, Bögen und Wurfspeeren gehen vor und lassen einen andauernden Hagel an Projektilen auf den Gegner los. Dieser reagiert oft mit einem Schildwall. Also schicken die Germanen Krieger in die erste Reihe, die mit ihren Schilden die eigenen Reihen decken. Dazu müssen sie allerdings stehen bleiben oder zumindest langsamer werden.
Das ist der Zeitpunkt für die Artilleristen! Mit ihrem "Panzerbrechenden" Geschossen zerstören sie die Formation der Schildträger. Nach einigen Salven gehen die Legionäre in den Angriff über und werfen ihre Pilli in die nun "schildlose" Formation. Der Rest ist relativ vorhersehbar...
Die Pila waren durchaus in der Lage, Schilde zu durchschlagen. Außerdem verbog sich bei so einem Treffer die Spitze derart, daß das Pilum im Schild stecken blieb und ihn dadurch unbrauchbar machte. Dem Besitzer des Schildes blieb nach einem derartigen Treffer nur mehr die Möglichkeit übrig, ihn wegzuwerfen, da das darin steckende Pilum die Handhabung des Schildes unmöglich machte.
Nachzulesen übrigens auch in der Wiki (wo auch drinsteht, wie man dieses Wort richtig dekliniert).
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