Nicht so einfach: Antike Schlacht mit Katapulten nachgestellt

23. November 2012, 18:18
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Deutsche Forscher versuchen mit Nachbauten römischer Kriegsmaschinen ins Ziel zu treffen

Hannover - Nahe Kalefeld in Niedersachsen befindet sich eine archäologische Ausgrabungsstelle aus der Römerzeit. Relikte, die dort in den vergangenen Jahren ausgegraben wurden, deuten darauf hin, dass dort in der ersten Hälfte des dritten Jahrhunderts eine Schlacht zwischen Römern und Germanen stattfand. Neben hunderten anderer Fundstücke wurden dort auch Dutzende römische Katapultspitzen entdeckt.

Die Schlacht dürfte sich während der letztlich gescheiterten römischen Expansionsversuche auf germanisches Gebiet unter der Herrschaft von Kaiser Maximinus Thrax (235 bis 238) ereignet haben. Diese Woche ging es Forschern aber nicht um eine Analyse des historischen Hintergrunds, sondern um die Wirksamkeit römischer Kriegsmaschinen. Auf dem Harzhorn feuerten sie mit nachgebauten Katapulten auf rund 100 Meter entfernte Ziele, hatten jedoch noch Mühe, diese zu treffen.

Die sechs Katapulte bzw. Ballisten standen an einer Stelle, von der aus die Römer damals ihre germanischen Feinde unter Beschuss genommen haben sollen. "So etwas hat es noch nie gegeben", sagte der Römer-Experte Günther Moosbauer von der Universität Osnabrück zu dem Versuch. Die Experimente sollen einerseits dazu beitragen, die aufgrund historischer Quellen nachgebauten Katapulte zu verbessern. "Sie helfen aber auch, noch besser zu verstehen, was sich im Jahr 235 abgespielt hat", so Moosbauer.  (APA/red, derStandard.at, 23. 11. 2012)

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