Zypern bekommt Eurohilfen

23. November 2012, 17:48
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17 Milliarden aus Rettungsschirm sollen Pleite abwenden

Brüssel - Als viertes Mitglied der Eurozone wird Zypern Kredithilfe aus dem Eurorettungsfonds ESM bekommen. Das hat die zypriotische Regierung am Freitag am Rande des EU-Gipfels in Brüssel bekanntgegeben. Dem soll eine Einigung mit den Geldgebern - EU, Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) voraus gegangen sein. Wie ein Sprecher der Zyprioten sagte, soll das Volumen der Zahlungshilfen 17,5 Milliarden Euro betragen. Die Troika bestätigte dies nicht.

Was genau mit dem Geld geschieht, soll bis Anfang Dezember im Detail vorlegen. Die Kredithilfen wären in etwa so hoch wie die gesamte Wirtschaftsleistung der Insel. Zypern ist in Schieflage geraten, nachdem der Bankensektor im Zuge der internationalen Finanzkrise und der Probleme im traditionell eng verbundenen Griechenland in Schieflage geraten ist. Der Großteil der Hilfen dürfte auch - ähnlich wie in Irland vor zwei Jahren - zur Stabilisierung des zypriotischen Bankensektors dienen. Seit 2010 sind nun insgesamt vier Eurostaaten unter die Rettungsschirme der Eurozone geschlüpft. Bereits in der Nacht auf Freitag haben die Regierungschefs den luxemburgischen Notenbankchef Yves Mersch als sechstes Mitglied im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) bestätigt. Nur der spanische Premier war dagegen, er wurde mit qualifizierter Mehrheit überstimmt.

EZB-Direktor Mersch

Der Posten war seit Mai vakant. Mersch wird im Dezember beginnen und acht Jahre lang im Amt sein. Um seine Bestellung hatte es ein langes Ringen gegeben - zunächst zwischen den Staaten der Eurozone selber, weil Spanien nicht bereit war, einen anderen Kandidaten als wieder einen Spanier als Nachfolger von José Manuel Gonzalez-Paramo zu akzeptieren. Dann stimmte das EU-Parlament gegen Mersch, weil es nun in der EZB-Führung bis 2018 keine Frau geben wird. Das Parlament hat in dieser Frage kein Mitentscheidungsrecht.

Dennoch kritisierte die Vorsitzende des zuständigen Ausschusses, Sarah Bowles, die Bestätigung von Mersch durch den EU-Gipfel als " undemokratisch". (tom, DER STANDARD; 24./25.11.2012)

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