Ab 2014 Drohnen für das Heer

23. November 2012, 17:23
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Darabos verspricht Profi-Heer neue Ausrüstung

Wien - Um dasselbe Geld wie jetzt, also um rund zwei Milliarden Euro im Jahr, könnte Österreich ein wesentlich besseres Bundesheer haben - vorausgesetzt, dass die Wehrpflicht entfällt und nur noch eine kleine Zahl von künftigen Berufs-, Zeit- oder Milizsoldaten ausgebildet werden muss. Generalmajor Karl Schmidseder, Stabschef im Verteidigungsministerium, geht davon aus, dass bei Einführung eines Profi-Heeres 3,42 Milliarden Euro (über zehn Jahre verteilt) für Investitionen zur Verfügung stehen würden.

"Drohnen statt Panzer" erklärte er dem Standard seine Devise. Ab 2014 sollen die ersten unbemannten Flugzeuge der Truppe zulaufen - erste Erfahrungen mit Aufklärungsdrohnen hat Schmidseder bereits bei seinem Auslandseinsatz im Kosovo gesammelt.

Nach den Berechnungen des Stabes von Verteidigungsminister Norbert Darabos sollen bei einer Umstellung auf ein Profi-Heer in den nächsten zehn Jahren nur 11,45 Milliarden Euro an Personalkosten (plus 540 Millionen für die Miliz) anfallen - es blieben fast 1,4 Milliarden für Infrastrukturverbesserungen übrig. Sie wären auch deshalb notwendig, weil die Freiwilligen bessere Unterkünfte benötigen als die bisher zwangsverpflichteten Grundwehrdiener. Und noch ein Zahlenspiel hat Darabos parat: 13.700 der künftig 15.500 Berufs- und Zeitsoldaten sollten bei einer Katastrophe "sofort verfügbar" sein - das wären alle Soldaten, die nicht im Ministerium oder im Ausland Dienst machen.

ÖVP kritisiert Zahlenspiele

In diesem Rahmen will Darabos jederzeit 2400 Pioniere einsatzbereit haben, weitere 1035 sollen binnen fünf Tagen aus der Miliz aufgeboten werden können. Allerdings müssten dazu die entsprechenden Pioniereinheiten erst aufgebaut werden - Insider erzählen, dass in den nächsten vier Jahren mindestens 1800 Pioniere für den aktiven Dienst rekrutiert werden müssten. Pioniersoldaten müssten vorwiegend aus dem zivilen Arbeitsmarkt vom Bau- und Baunebengewerbe rekrutiert werden. Aber das hat schon bei den Pilotprojekten nicht geklappt - wobei sich das Ministerkabinett mit möglicherweise zu strengen Auswahlkriterien entschuldigt.

Die ÖVP kritisierte die "Zahlenspiele" des Ministers. Mit dem Darabos-Modell werde der Katastrophenschutz nicht effizienter, sondern nur teurer - "diese sogenannten 'Berechnungen' zeigen, wie unernst der SPÖ-Verteidigungsminister sein Ressort leitet", sagte ÖVP-Wehrsprecher Oswald Klikovits. (Conrad Seidl, DER STANDARD, 24./25.11.2012)

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