AKH-Betriebsrat: Jungärzte stimmenstärkste Liste

23. November 2012, 15:41
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Liste "Assistenteninitiative" erhält acht von 20 Mandaten- Assistenzärzte wollen keine Pflegetätigkeiten übernehmen

Die Liste "Assistenteninitiative" hat bei den Betriebsratswahlen am 21. und 22. November des Wiener Allgemeinen Krankenhaus (AKH) bei ihrem ersten Antritt acht von 20 Mandaten erzielt. Bei den Protestmaßnahmen im Vorjahr (derStandard.at berichtete) hatte sich eine Gruppe von Jungärzten formiert.

Mit einem Brief an Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ), Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ), den ärztlichen Direktor des AKH Reinhold Krepler und Wolfgang Schütz, Rektor der Meduni Wien wollten sie auf ihre Arbeitsbedingungen aufmerksam machen. Die Assistenzärzte beklagen, dass sie auf vielen Stationen Tätigkeiten ausüben müssen, die auch vom Pflegepersonal übernommen werden könnten, wie etwa Infusionen anlegen oder Blut abnehmen. Durch diese Routinetätigkeiten und Dokumentationsarbeiten komme die Facharztausbildung zu kurz, erklärt Martin Andreas, Listenzweiter der "Assistenteninitiative" im Gespräch mit derStandard.at. Es wurde viel gesprochen, aber es sei nichts passiert, so der Arzt in Ausbildung. Die Assistenzärzte stehen in der "Zwickmühle zwischen Wissenschaft und klinischer Versorgung".

Weniger pflegerische Tätigkeiten

Die Liste "Assistenteninitiative" will sich dafür einsetzen, dass mehr Tätigkeiten vom Pflegepersonal übernommen werden, so wie es der Paragraph 15 des Gesundheits- und Krankenpflegegesetz vorsieht. 

Bis zum 18. Dezember soll sich der neue Betriebsrat im AKH zusammensetzen. (mte, derStandard.at, 23.11.2012)

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