Töchterle: Unis sollen bei Lehrerausbildung kooperieren

23. November 2012, 14:05
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Laut Wissenschaftsminister fehlt Hochschulen die Bereitschaft "einen Teil ihrer scheinbaren Souveränität aufzugeben"

Innsbruck - Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) hat in Sachen einer künftigen, gemeinsamen Lehrerausbildung die Universitäten zu einer stärkeren Kooperationsbereitschaft mit den Pädagogischen Hochschulen (PH) aufgefordert. "Ich will die Zusammenarbeit. Es fehlt jedoch da und dort die Bereitschaft der Unis, einen Teil ihrer scheinbaren Souveränität aufzugeben", erklärte Töchterle am Freitag in einer Rede anlässlich der Eröffnung der "School of Education", einer Fakultät für Lehrerbildung, an der Universität Innsbruck.

Kein "Zwang zur Zusammenarbeit"

Er bitte die Verantwortlichen an den Universitäten, "gewisse Konzessionen" einzugehen, sagte Töchterle. Die jüngst präsentierten Reformpläne der Regierung würden keinen "Zwang zur Zusammenarbeit" beinhalten, wie von den Uni-Rektoren behauptet. "Wir gehen nicht mit Zwang und Druck vor, sondern mit Überzeugung und Stimmigkeit", meinte der Wissenschaftsminister.

Töchterle erklärte zudem, man könne nicht eine der beiden Institutionen, Universität oder Pädagogische Hochschule, "mit einem Federstrich eliminieren". "Wir müssen die Stärken beider einbringen", meinte er. Die Stärke der Universitäten sei die "wissenschaftliche Fundierung", die für die Lehrerausbildung "unabdingbar" sei. Im vorliegenden Regierungsentwurf würden "alle künftigen Pädagogen dieser Fundierung teilhaftig". Die Stärke der Pädagogischen Hochschule sei wiederum die Praxisanbindung und die bessere Logistik für die Ausbildung.

Kein Eingriff in Autonomie

"Es darf nicht geschehen, dass wir in irgendeinem Punkt hinter dem in der Regierung vereinbarten Entwicklungsstand zurückfallen", sagte der Minister. Töchterle betonte einmal mehr, dass noch in dieser Legislaturperiode das entsprechende Gesetz beschlossen werden soll. Der von den Unis abgelehnte Zertifizierungsrat werde nur die Ausbildung überprüfen und greife nicht in die Autonomie der Unis ein.

Die "School of Education" an der Universität Innsbruck ist eine eigenständige Fakultät mit einem Institut für Lehrerbildung und Schulforschung sowie einem Institut für Fachdidaktik. Durch die Gründung der Fakultät werde die fachdidaktische Ausbildung konzentriert und optimiert, meinte Töchterle. "Das Innsbrucker Modell ist ein positives Beispiel, wie die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen pädagogischen Einrichtungen aussehen und bereichernd für beide Seiten funktionieren kann", erklärte er. (APA, 23.11.2012)

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