Berndorfer Blicke bis zu den Nachbarn

23. November 2012, 16:55
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Am Guglzipf gilt: Das von der Aussichtswarte sichtbare Panorama braucht definitiv keinen Verschönerungsverein

Die Aussichtswarte auf dem Guglzipf - dem Hausberg von Berndorf - wird häufig als Ziel einer mehr oder weniger anstrengenden Wanderung gewählt; was nicht weiters überrascht, denn von der oberen Galerie hat man einen beeindruckenden Rundblick bis zum Hochwechsel und zum Schneeberg. Weiters zu sehen sind Dürre und Hohe Wand sowie zahlreiche Voralpengipfel, aus dem Wienerwald grüßen Schöpfl, Peilstein, Eisernes Tor und Harzberg.

Oft erspäht man sogar einen Teil des Wiener Beckens, die Erhebungen der Ungarischen Pforte bei Hainburg und einen Zipfel der Slowakei. Dazu kommt der Tiefblick auf Berndorf und auf Pottenstein, den Sterbeort des Dramatikers Ferdinand Raimund.

Der erste Aussichtsturm auf dem Berg wurde bereits im Jahr 1902 durch den Verschönerungsverein errichtet. Das jetzige Bauwerk stammt aus dem Jahre 1982.

Erst Harz, später Metall

Auf dem Weg über die bewaldeten Höhen am Südrand des unteren Triestingtales trifft man immer wieder auf Spuren der einstigen Harzgewinnung, die große wirtschaftliche Bedeutung hatte. Über den Guglzipf führte bis in die 1950er-Jahre auch eine Materialseilbahn, mit der Braunkohle aus dem Bergwerk bei Grillenberg in die von Hermann Krupp gegründete Berndorfer Metallwarenfabrik transportiert wurde.

Die Streckenwanderung bietet keinerlei Probleme und ist nicht zwangsläufig anstrengend. Denn die Distanz zwischen Ausgangs- und Endpunkt lässt sich auch bequem mit der Eisenbahn überbrücken. Um diese Jahreszeit ruht zudem der Betrieb auf dem Golfplatz, sodass keine Gefahr durch "verirrte" Bälle besteht.

Die Route: Bei der Bahnhaltestelle Hirtenberg wählt man die grüne Markierung, welche über die Gleise in den Wald und dann zu einer Aufforstungsfläche führt. An deren oberem Rand gabelt sich der Weg, man wandert auf dem rechten Ast weiter, obgleich dort eine Markierung fehlt, und lässt die linke, grünmarkierte Abzweigung außer Acht. Bald ist man wieder auf einer grünen Markierung, auf der es zum Golfplatz geht. Gehzeit eine Stunde.

Weiter ein Stück auf Asphalt, dann geht es nach rechts steil in einen Graben, wo man auf eine nach links führende gelbe und blaue Markierung einschwenkt und bald auf rote Marken trifft, die zum Aichkreuz führen. Den Wegweisern folgend gelangt man wieder auf einen grün gekennzeichneten Weg und zur Waldhütte Guglzipf. Gehzeit ab Golfplatz 1½ Stunden.

Nun geht's ein kurzes Stück zurück, dann wechselt man auf den gelb markierten Sängersteig, der in einer weiten Kehre ins Tal und bis zum Bahnhof Berndorf-Stadt führt. Gehzeit ab Guglzipf eine gute halbe Stunde. (Bernd Orfer, DER STANDARD, Album, 24.11.2012)

  • Die Waldhütte bei der Aussichtsswarte Guglzipf, die im Jahr 1982 errichtet wurde.

    Die Waldhütte bei der Aussichtsswarte Guglzipf, die im Jahr 1982 errichtet wurde.

  • Gesamtgehzeit 3 Stunden, Höhendifferenz rund 350 m. Waldhütte Guglzipf 
(von April bis September Donnerstag geschlossen, sonst Donnerstag und 
Feiertage Ruhetage). ÖK25V Blatt 5201-West (Berndorf), Maßstab 1:25.000;
 Freytag & Berndt Atlas Wiener Hausberge, Maßstab 1:50.000.
    grafik: der standard

    Gesamtgehzeit 3 Stunden, Höhendifferenz rund 350 m. Waldhütte Guglzipf (von April bis September Donnerstag geschlossen, sonst Donnerstag und Feiertage Ruhetage). ÖK25V Blatt 5201-West (Berndorf), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt Atlas Wiener Hausberge, Maßstab 1:50.000.

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