Schwieriges Ringen um eine Autozukunft

Kolumne23. November 2012, 16:15
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Was 2030 auf den Straßen unterwegs sein wird, hängt von unzähligen Faktoren ab

Die Antwort darauf, womit wir 2030 fahren werden, ist besonders schwierig, weil man hier die übliche Szenarien-Methode zwar anwenden könnte, sie aber sicher nicht zu einem brauchbaren Ergebnis führen würde. Normalerweise errechnet man die Zukunft ja zumindest aus einem günstigen, einem ungünstigen Verlauf und dem Mittelmaß daraus. Dann kann man schon sagen, was wird passieren, wenn alle blöd sind (ungünstig), alle gscheit sind (günstig) oder wenn ein paar blöd und ein paar gscheit sind (wahrscheinlich).

So könnte man zum Beispiel ausrechnen, wie lange das Erdöl noch reichen wird. Man kann aber nicht immer oder eigentlich eher selten die Zukunft aus der Vergangenheit hochrechnen. So gibt es scheinbare Randereignisse, die den Hauptstrom der Ereignisse oft maßgeblich beeinflussen. 

Lineare Szenarien greifen nicht

Vor zehn Jahren konnte noch niemand vorhersagen, dass die Sensorik derartige Fortschritte machen würde, dass sie zur zentralen treibenden Kraft unzähliger Erfindungen wird, die uns nicht alle glücklicher machen. Lineare vergangenheitsbasierte Szenarien werden also eher nicht reichen, um die Zukunft des Automobils vorherzusagen.

Die Frage ist jedenfalls nicht, ob sich der Elektromotor gegen den Verbrennungsmotor durchsetzen wird, sondern, ob wir eher Strom oder hochenergetische Kraftstoffe zur Verfügung haben werden. Und das ist eine Frage der Infrastruktur-Entwicklung und nicht des Maschinenbaus. Die Autoentwickler machen nicht die Zukunft, sie können sich nur in eine gute Position bringen in Relation zu den Rahmenbedingungen. (Rudolf Skarics, DER STANDARD, 23.11.2012)

  • John Z. DeLorean im Jahr 1982: Hinter ihm eine legendäre Zukunft des Automobils, der DMC-12. Tja.
    foto: ap/marty lederhandler

    John Z. DeLorean im Jahr 1982: Hinter ihm eine legendäre Zukunft des Automobils, der DMC-12. Tja.

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