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Die Haut von Kindern ist dünner und deshalb empfindlicher gegenüber thermischen Reizen.
Berlin - Jedes thermische Trauma ist ein Notfall und erfordert schnelle und vor allem richtige Maßnahmen. Das gilt insbesondere für Kinder, denn ihre Haut ist dünner und schon wenige Sekunden Einwirkzeit können schwere Verletzungen verursachen. Besondere Gefahr droht durch den Flüssigkeitsverlust, den eine Verbrennung mit sich ziehen kann. Schon fünf Prozent verbrannte Körperoberfläche können einen Schock auslösen.
"Wir wissen aus Studien und den Ergebnissen einer aktuellen Doktorarbeit, dass 80 Prozent aller Verbrennungsunfälle in der Küche geschehen und 60 Prozent der Betroffenen dabei jünger als drei Jahre sind", sagt Axel Hennenberger, Mitglied bei der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Laut Angaben des Experten, kommt es am häufigsten zu Verbrennungen mit heißem Wasser. Aber auch Unfälle mit erhitztem Öl aus der Fritteuse oder durch das Inhalieren von heißen Dämpfen - um eine Erkältung zu bekämpfen - geschehen nicht selten, weil das Kind beispielsweise die Schüssel vom Tisch zieht und sich die heiße Flüssigkeit über den Schoß ergießt.
Die Medizin unterteilt die Art der Verletzung nach unterschiedlichen Schweregraden. Bei Verbrennungen 1. Grades - etwa durch einen Sonnenbrand - reicht es in den meisten Fällen aus, die betroffene Stelle mit kühlem Leitungswasser zehn Minuten zu kühlen. "Verbrennungen 2. Grades unterteilen wir dann in Schwerestufe a und b. Beim Schweregrad 2a kommt es zu einer Blasenbildung weil der betroffene Bereich schnell Flüssigkeit aufnimmt. Auch hier ist es zunächst wichtig, die Haut mit Leitungswasser zu kühlen. Anschließend aber sollte man die Wunde von einem Arzt versorgen lassen", rät Hennenberger.
Bei Verbrennungen vom Typ 2b sind die Blasen bereits aufgeplatzt und die Wundflüssigkeit abgeflossen. "In diesem Fall ist es ratsam, ebenfalls sofort mit Leitungswasser zu kühlen - gleichzeitig sollte man aber auch den Notarzt rufen. Die Verbrennungsreste müssen abgetragen, desinfiziert und mit Wundauflagen versorgt werden, sonst droht eine Infektion durch Bakterien", erklärt der Mediziner. Für die Kinder ist diese Behandlung extrem schmerzhaft. Manchmal ist eine Hauttransplantation nötig, die dann aber unter Kurznarkose erfolgt.
Bei Verbrennungen 3. Grades ist die Haut bis auf den Wundgrund verbrannt. Weder Hautzellen noch Schweißdrüsen sind vorhanden, die Haut sieht aus wie Leder. "In diesem Fall bitte sofort den Notarzt rufen", sagt der Facharzt. "Wenn die Kinder noch Kleidung tragen, stellt man sie am besten sofort unter die Dusche - denn so ist es leichter möglich, eventuell mitbetroffene Kleidung ausziehen. Anschließend wird nur die betroffene Stelle mit Leitungswasser gekühlt", ergänzt Hennenberger.
Auf gar keinen Fall sollte man die Blasen selber öffnen. Hausmittel wie Mehl, Puder, Salben oder Gele sollten bei Verbrennungen ebenfalls tabu sein, denn sie erschweren dem Arzt die Beurteilung und Behandlung der Wunde und können die Infektionsgefahr erhöhen. Laut Meinung des Mediziners sind nur sterile Kompressen für die Wundversorgung geeignet. "Sollten diese nicht greifbar sein, ist es besser auf den Notarzt zu warten. Bis zu seinem Eintreffen sollten die Eltern oder die erziehungsberechtigten Personen versuchen, das Kind zu trösten und warm zu halten", erläutert Hennenberger.
Um Unfälle vorzubeugen sollten heiße Getränke und Wasserkocher immer außerhalb der Reichweite von Kindern sein, empfiehlt der DIVI-Experte. Ein weiterer Tipp: "Ganz wichtig ist ein Schutzgitter am Herd sowie ein abschließbarer Backofen. Die Kinder benutzen die Klappe sonst als Treppe". (red, derStandard.at, 23.11.2012)
Weitere Infos zu Brandverletzungen sind unter www.paulinchen.de abrufbar.
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was das kühlen betrifft, scheiden sich die geister. es gibt ärzte, die brandwunden mit stark alkoholischen flüssigkeiten versorgen und empfehlen diese nassen verbände für mindestens 24 stunden drauf zu lassen. so bilden sich weit weniger hässliche narben und die gefahr einer infektion sinkt durch die permanente desinfektion.
das kalte wasser zieht ja bekanntlich die blutgefäße zusammen und hintert so den körper am normalen heilungsvorgang.
bei mir zuhause
einige eigene kinder und gerne gäste mit denen wir gemeinsam kochen und essen
an der frontkante des herd ist fix eine 30cm hohe metallschiene vorgeschaltet
strikte regel: beim hantieren mit töpfen.. mit heißem inhalt- z.b. nudelwasser in die abwasch schütten-
haben alle kinder den weg dorthin- freizumachen und abstand zu halten
als sie unsere noch im krabbelalter waren hatten wir eine "gehschule" in der küch
und die kleinen wurden einfach zum spielen reingesetzt...warum so 100% obachter sohn einer freundin hat sich im alter von 14mon einen heißen wasserkocher über sich gekippt--
gelenksschäden,spaltlappen...viele op`s
..null toleranz für kindtorheiten bei offenen feuer, heißem....
kindersicherung ist zumeist das schlagwort
wir haben eine art schaniere im eigenbau montiert
was als technikerfamile eine riesengaudi war weil da jeder freund/in auch noch seinen /ihren ideen- reichtum eingebracht hat
den ästhetischen anspruch eines stylischen details einer nobelküche erfüllt es nicht
vielen menschen ist leider die wohnzeitschrift"küche" wichtiger als ihrer kinder sicherheit
Hurra, ein Artikel über Erste-Hilfe-Maßnahmen, der wieder mal richtig schön ungenau ist...
1. (Da kann man dem Interviewten aber keinen Vorwurf machen, Österreich ist halt nicht Deutschland): Man ruft in Österreich keinen Notarzt, man ruft die Rettung. Ob ein Notarzt (mit)kommt entscheidet die jeweilige Leitstelle nach Priorität (wobei bei einer Verbrennung 3. Grades wohl einer kommen wird) und Verfügbarkeit. (Und dann wundern sich die Leute wieder, dass bei Bauchweh kein Notarzt kommt...)
2. Das Kühlen sollte mit lauwarmem Wasser erfolgen. Verbrennungen allein sind blöd genug, an der selben Stelle noch Erfrierungen dazu machts nicht besser.
Erfrierungen mit Leitungswasser? ???
Kennen Sie ein Leitungswasser das zu Erfrierungen führt, solange es flüssig ist? Und sobald fest -> kein Leitungswasser mehr...
Weiss aus eigener Erfahrung dass bei einer schwereren Verbrennung (mit dem Daumen in eine >1500° heisse Gasflamme gegriffen) Eiswasser (Wasser mit Eiswürfeln) unter Umständen das Einzige ist was gegen den Schmerz hilft. Und zu rascher Abheilung ohne bleibenden Schäden führen kann.
Auflegen von Kühlbeuteln oder Eiswürfeln etc. aus dem Tiefkühlfach ist allerdings gefährlich und dringend davon abzuraten!
Wir haben auch im 1. Hilfe Kurs gelernt nur lauwarmes Wasser zu verwenden. Der (nicht absichtliche) Selbsttest zeigt allerdings, dass kaltes Wasser viel besser wirkt.
Darauf angesprochen wurde mir vom Ausbildner erklärt, dass die neue Anweisung Unterkühlungen verhindern soll. Angeblich haben die Ärzte regelmäßig "Probleme" mit Patienten, weil diese unterkühlt sind.
Kleine Verbrennungen kühle ich bei mir selber also ziemlich kalt. Ich kann das Wasser nach der ersten sehr kalten Kühlung nach rund einer Minute ja noch immer leicht wärmer drehen. (Und im Sommer wird es sowieso nie extrem kalt).
! Das ist nur meine persönliche Erfahrung. Als Sanitäter halte ich mich natürlich an die Vorgabe nur lauwarmes Wasser zu verwenden !
des Rot-Kreuz-Lehrbeauftragten in dieser Zeitung?
http://derstandard.at/1311802846692 betrifft Verbrennungen und da steht genau das drinnen.
10° kaltes Wasser über 15 Minuten bei sowieso schon geschädigtem Gewebe - die Gefahr besteht jedenfalls. Eine tiefgehende schwere Erfrierung wird dadurch natürlich nicht entstehen, reicht trotzdem.
Eiswasser ist an sich fürs Gewebe gar nicht optimal. Schmerzlinderung durch Kältebetäubung des Fingers ist nicht wirklich die beste Lösung - gerade bei schwereren Verbrennungen sollte sowieso ein Arzt aufgesucht werden und nötigenfalls Schmerzmedikation genommen werden.
aber bei dieser kleinflächigen (<1cm²) Verbrennung die zwar tief ging und sehr schmerzte ist dadurch nicht mal eine Blase entstanden. Später hat sich dann aber natürlich doch die Hornhaut abgelöst, aber da war darunter schon alles verheilt.
Ausserdem was sollte ich machen, abends war ein Festl das ich nicht versäumen wollte und auf die Schnelle war sonst nichts vernünftiges verfügbar.
Bin halt den ganzen Abend mit einer kleinen Schüssel Wasser (mit ein paar Eiswürferl) am Daumen rumgelaufen :-)
3. Großflächige Verbrennungen nicht kühlen, nur (falls nötig) löschen. Es besteht Unterkühlungsgefahr, die durch den eventuellen Schock sowieso schon erhöht ist. Überhaupt ist Wärmeerhaltung hier enorm wichtig.
4. Kleidung nur entfernen, wenn sie nicht an den Verbrennungswunden anhaftet (keinesfalls "gewaltsam" herunterreißen, nasse Kleidung sollte nach Möglichkeit aber schon weg).
5. Wunden so wenig wie möglich berühren, steril verpackte Wundauflagen verwenden (zB aus dem EH-Kasten aus dem Auto) oder auf die Rettung warten.
Das ganze gilt übrigens auch beim Sonnenbrand - Rücken und Arme zusammen sind zB fast die halbe Körperoberfläche, das ist schnell eine kritische Verbrennung.
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