Draghi: Vertrauen in die Eurozone kehrt zurück

23. November 2012, 12:10
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Eine gemeinsame Bankenaufsicht durch EZB bezeichnet deren Präsident als einzige pragmatische Lösung

Frankfurt am Main - Das Vertrauen in die Eurozone kehrt nach Einschätzung von EZB-Präsident Mario Draghi allmählich zurück. Die Anstrengungen der Regierungen und der Europäischen Zentralbank (EZB) hätten die unmittelbaren Spannungen an den Märkten beruhigt, sagte Draghi bei einem Bankenkongress in Frankfurt. "Daher kann ich heute von einer allmählichen Rückkehr des Vertrauens in die Eurozone berichten."

Notfalls unbegrenzt Anleihen

Draghi bekräftigte die Bereitschaft der EZB, notfalls unbegrenzt Anleihen von Krisenstaaten wie Spanien zu kaufen, um die Lage zu stabilisieren. Er betonte: "Die EZB hat keine Aufgaben von Regierungen übernommen." Reformen müssten vorangetrieben werden.

Die geplante Zusammenfassung der europäischen Bankenaufsicht unter dem Dach der Zentralbank verteidigte Draghi gegen Kritik unter anderem aus Deutschland. "Die von den europäischen Staats- und Regierungschefs gewählte Lösung - ein System rund um die EZB zu bauen - ist unter den heutigen Umständen die einzig pragmatische", sagte der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) am Freitag in Frankfurt.

Dezentrales System mit Zentrale

14 der 17 Notenbanken der Euro-Zone würden bereits Aufsichtsaufgaben wahrnehmen. Deshalb könne die EZB auf den auf nationaler Ebene vorhandenen Erfahrungen aufsetzen. Zwar solle die Aufsicht alle Institute erfassen. "Wir planen aber ein dezentrales System mit der Zentrale in Frankfurt", sagte der EZB-Chef auf der Branchenkonferenz "Euro Finance Week" in der Mainmetropole. Auch mit der in London ansässigen EBA, der erst vor kurzem in Reaktion auf die Krise geschaffenen Banken-Aufsichtsbehörde, werde die EZB zusammenarbeiten.

Draghi forderte, dass die rechtlichen Grundlagen für die gemeinsame Aufsicht bis zum Jahreswechsel stehen sollten. "Dann kann man mit der Umsetzung beginnen." Er stimme allerdings mit Kritikern eines allzu schnellen Fahrplans wie Bundesbank-Chef Jens Weidmann überein: "Wir müssen es zeitnah machen, aber vor allem müssen wir es gut machen." (APA, 23.11.2012)

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