Texas: Schul-Suspendierung wegen RFID-Verweigerung

23. November 2012, 09:10

Schülerin wird der Schule verwiesen, weil sie auf dem Schulgelände nicht verfolgt werden will

Im US-Bundesstaat Texas wurde eine Schülerin von der Schule suspendiert, weil sie sich geweigert hat, einen Schülerausweis mit eingebautem RFID-Chip mit sich zu führen. Die Schule in San Antonio hat mit dem Schulbeginn im Herbst erstmals die neuen Karten eingeführt, die einen Barcode mit der Sozialversicherungsnummer des Schülers enthalten und einen RFID-Chip, der es erlaubt, den gesamten Bewegungsablauf des Schülers am Campus zu tracken.

Verweis wegen Ausweis

Sobald ein Schüler in der Schule ankommt, kann zu jedem Zeitpunkt, zu dem er sich am Schulgelände befindet, genau bestimmt werden, wo er sich befindet. Ein Trend, den bereits einige andere Schulen in den USA eingeführt haben. Schülerin Andrea Hernandez hat das laut Wired aber strikt abgelehnt und sich geweigert, die Karte auf einem Schlüsselband um ihren Hals zu tragen. Kurzerhand hat die Schule sie verwiesen und ihr mitgeteilt, sie möge sich ab Montag in eine andere High School begeben.

Finanzielle Interessen

Die Bürger- und Menschenrechtsorganisation "Rutherford Institute" hat dem Mädchen kurz danach bereits seine voll Unterstützung zugesagt. Im äußersten Fall wollte man sogar vor Gericht gehen, was sich im weiteren Verlauf als unumgänglich herausstellte. In einem Artikel auf der Website des Instituts bezeichnete die Organisation den Einsatz dieser RFID-Chips als "beunruhigend" und befürchtet, dass es sich hier um finanzielle Interessen handelt, die vor Bürgerrechte gestellt werden. Öffentliche Schulen bekommen demnach ihre Fördergelder bemessen an der durchschnittlichen Anwesenheit der Schüler. Sollte ein Schüler also nicht da sein, bekommt die Schule bzw. der zuständige Bezirk kein Fördergeld für diesen Schüler für diesen Tag. Die RFID-Chips erlauben es aber der Schule zu beweisen, dass der Schüler zwar nicht an seinem Platz, aber immerhin am Campus war. 

Aufhebung

Die Schule hat nach dem großen Medieninteresse an diesem Fall einen Brief an die Eltern der Schülerin geschickt, indem die Suspendierung zwar zurückgezogen wurde und ihr ein Schulbesuch ohne RFID-Chip gestattet wurde, allerdings nur unter der Bedingung, mit der öffentlichen Kritik an dem Programm aufzuhören bzw. dieses sogar zu unterstützen. Der Vater des Mädchens ging auf diese Forderung nicht ein. Ein Gericht in Texas hat schlussendlich am Mittwoch die Entscheidung der Schule wieder aufgehoben, der Fall wird allerdings nächste Woche noch einmal vor Gericht aufgerollt. (red, derStandard.at, 23.11.2012)

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Was machen die anderen?

Nur EIN Kind wehrt sich gegen StaSi-methoden in der Schule? Beunruhingend...

Wo ist das Problem?

Nen starken Magneten mitnehmen, und schon kann man sich bei den andren Schülern beliebt machen :)

na dann leg ich den chip beim heimgehn in den spint und bekomm sogar noch überstunden ;-)

In einem Artikel auf der Website des Instituts bezeichnete die Organisation den Einsatz dieser RFID-Chips als "beunruhigend" und befürchtet, dass es sich hier um finanzielle Interessen handelt, die vor Bürgerrechte gestellt werden.

Na zum Glück gab es diese Technik nicht schon seit 1917 in Europa ...

Das mit dem Chiptauschen könnte man leicht verhindern wenn man Begleitmaßnahmen setzt: http://derstandard.at/1353207059471

Die Schüler sollten einfach alle ihre Karten untereinander austauschen.Schon ist das System ausgehebelt.

RFID in die Mikrowelle, ein paar Sekunden einschalten und die Sache ist erledigt.

...und damit erledigt sich dann auch das Mittagessen in der Kantine, das nur mit der Karte bestellt werden kann.

egal. wohl eh nur Mc Donalds oder Boston Pizza Dreck

Das ist nicht der Punkt.

Gerade bei öffentlichen Schulen ist es ein großes Druckmittel auf die Eltern, deren Kinder von der Schule zu verweisen. Die Kinder bekommen ja in der Schule ein Mittagessen. Wenn sie aber die Schule nicht besuchen dürfen, dann müssen die Eltern für das Essen zahlen und die haben kein Geld dafür (was ja auch einer der Gründe ist, die Kinder auf eine öffentliche Schule zu schicken).

Österreich = USA??

Die HTL Mödling ist jetzt auch Testgelände für die sog. EDU.cards und die haben jetzt auch Chips eingebaut die nicht wie ein Quick-chip funktionieren (so einer ist auch auf der Karte) sonder Berührungslos arbeiten. Wir müssen uns auch immer ausweisen können -> jeder muss seinen Schülerausweis mithaben. Und die Chips sind mit unserer Person verknüpft weil sonst ein Pläne Drucken unmöglich ist.

Wer sagt dass jetzt nicht auch schon unser Bewegungsprofil gespeichert wird....

wenn ihr euch das gefallen lässt…

erklären sie mir bitte wie man sich das nicht gefallen lassen soll wenn man für den unterricht A0 pläne ausdrucken muss???
soll man einfach nichts abgeben oder wie??

Also wir haben uns in unserer damaligen Klasse gewehrt, sogar als man uns unter Druck gesetzt hat wir würden keine Schulerfreifahrt mehr bekommen oder uns an den Schulrechnern anmelden können.

Die ganze Klasse hat eine Pedition unterzeichnet und wir drohten mit Demonstrationen vor der Schule.
Nach langem hin und her waren wir die einzige und letzte Klasse ohne EDU-Cards ;D

Mittlerweile sind andere Zeiten angebrochen, heutzutage kann die Schule einen Schüler nicht mit der Schülerfreifahrt unter Druck setzten weil der Schüler einfach beim WL- oder ÖBB- Schalter oder im Internet sich die Schülerfreifahrt kauft ;) außerdem was ist das für eine Schule die seine Schüler unter Druck setzt?
EDU Cards haben ganz klar den Vorteil, dass man einen Schülerausweiß als Karte mit Chip und damit unfälschbar hat! Dadurch wird Missbrauch in jeder Hinsicht vermieden, ganz einfach!

wie war das mit der Datenbank und der SV - Nummer?

in Österreich macht man das halt subtiler. Mich hats nicht mehr erwischt (bin älter), aber meine vor einigen Jahren mussten Schülerinnen und Schüler unter Druck und Androhung aller möglicher Sanktionen ihre Sozialversicherungsnummer in der Schule bekanntgeben. Grund ist eine von der damaligen Unterrichtsministerin Gehrer ins Leben gerufene Datenbank, bei der mit der SV - Nummer der ganze Bildungsfortschritt sowie sämtliche Klassenbucheintragungen und andere "Verhaltensabweichungen" in der Schule dokumentiert und für sämtliche staatliche Institutionen abrufbar werden. Auf die Lehrerinnen und Lehrer wurde entsprechend Druck ausgeübt, den Druck weiterzugeben. Auf dass alle immer brav und angepasst seien...

wobei du aber einen Schülerausweis brauchst, dass die Schülerfreifahrt gültig ist. Das wäre ein noch stärkeres Druckmittel...

und ich dachte schon, mein kampf gegen die 5-tage-woche wäre schwer gewesen ... :)

Mutige Schüler ..

.. sollte es öfter geben, dann hätte die "gekaufte" Lehrerschaft da keine Chancen. Doch ziemlich sicher war das alles eine Idee aus dem Ministerium = Politik!

ganz klar vom Ministerium verordnet, da die Karte ja auch in anderen Schulen getestet wird - am TGM z.B. - und die Karte kann auch als Bürgerkarte verwendet werden - z.b beim Finanzamt für den Steuerausgleich

in dem fall wär ich ein fan der umgekehrten psychologie

ja, sie soll sich hinstellen und bekanntgeben, wie sehr sie die vorteile dieses systems mag. nur der frage, wieso sie das selbst nicht will, obwohl sie es gut findet...

für diejenigen, die es zwischen den zeilen rauslesen, ist das noch weit mehr entlarvender als ein anhaltender protest.

es nimmt aber wirklich beunruhigende ausmaße an. und teilweise ists net mal sicher (stichwort mifare classic, einfach nur nach den erkenntnissen von heise/C't) suchen)

Stalin wuerde Traenen in den Augen haben

sogar in den USA ueberwachen sie alles und jeden.

Womit bewiesen wäre...

...dass Polizeistaat und Wirtschaftsmodell nicht automatisch was miteinander zu tun haben muss...

Man kann auch die gute Seite sehen...

Mit diesen, ich nenne sie jetzt mal Keycards, kann der Zugang zu z.B. Labors und der Gleichen geregelt werden. Dadurch kann dann gleichzeitig die Anwesenheit kontrolliert und gesichert werden, dass niemand die Labors betritt, der keine Berechtigung hat.

Ich finde das System hat durchaus auch seine Vorteile und was ist so schlimm dran, dass jemand weiß, dass man dort ist, wo man sowieso sein sollte?

Ich bin vollkommen ihrer Meinung, nein ich fordere die kompromisslose und totale Überwachung aller Menschen zu jeder Zeit am besten mit subkutanen Chips. Gleich mit Medizindaten wie Blutdruck, Adrenalin, usw.
Alles zu unserer Sicherheit, wenn jemandem was passiert wird automatisch die Rettung/Polizei alarmiert.

Nie wieder alte Leute die einsam in ihrer Wohnung sterben und erst Tage später entdeckt werden, nie wieder Entführungen, Gewaltverbrechen.....

ABER Lobbyverbot für alle beteidigten Institutionen. Gesetzlich nur für schwere bzw sehr schwere Delikte und medizinische Notfälle. Und gleichzeitig (ganz wichtig) Todesstrafe auf den Missbrauch der Daten.

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