In Zukunft dürfen nur mehr toten Haien die Flossen abgeschnitten werden

Schlupfloch geschlossen: EU-Parlament schob gegen Stimmen Spaniens und Portugals der Verstümmelung von Haien einen Riegel vor

Straßburg - Lebenden Haifischen dürfen künftig in der EU keine Flossen mehr abgeschnitten werden. Bisher war es Praxis, die verstümmelten Raubfische lebend ins Meer zurückzuwerfen, wo sie qualvoll verenden. Das EU-Parlament in Straßburg hat dieser Verfahrensweise am Donnerstag mehrheitlich einen Riegel vorgeschoben. 

Das sogenannte "Finning" ist zwar in der Europäischen Union seit 2003 verboten, doch Spanien und Portugal nutzen Ausnahmeregelungen. Das generelle Verbot wird voraussichtlich in einigen Monaten gelten. Die EU-Regierungen haben den Vorschlag der EU-Kommission gegen die Stimmen Spaniens und Portugals bereits gebilligt. Haifischflossen sind besonders in Asien eine begehrte Delikatesse, beispielsweise als Suppe.

"Finning" nur bei toten Haien

In Zukunft müssen gefangene Haifische unversehrt an Land gebracht werden. Dort dürfen die Flossen nur von toten Tieren abgeschnitten werden. Wegen ihrer knappen Ladeflächen werfen Fischer bislang die oft noch lebenden Haie wieder ins Meer. Die Tiere sterben eines grausamen Todes: Ohne Flossen können sie nicht mehr schwimmen, sinken zu Boden, wo sie qualvoll ersticken oder von anderen Raubfischen gefressen werden. Nach Schätzungen der Tierschutzorganisation "Humane Society" werden jedes Jahr weltweit Dutzende Millionen Haie gefangen. (APA/red, derstandard.at, 22.11.2012)

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