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So funktioniert PR, so lässt man sich auch durch bunte Kataloge, Radio-Specials und geschickt integrierte Advertorials in Hochglanzmagazinen Pflanzen und Gartengeräte andrehen, von denen man vorher nie etwas wusste, und von denen man danach nie wieder etwas wissen will.
Es muss einige Wochen vor dem 23. November gewesen sein. Da saßen der Bocelli Andrea, sein Produzent und ein gewiefter PR-Agent in Rom beim Gigi in der Via Belsiana, einem schmalen, gehsteiglosen Gasserl ums Eck von der Piazza di Spagna, bei einem Teller verdammt scharfer Trippa zusammen und überlegten, wie sie den nächsten Hit landen könnten. Der Agent sprach: Lasst uns nach Deutschland gehen, die lieben uns, egal was du zusammenjeierst.
Der Bocelli Andrea nickte zustimmend und schlug Wetten, dass...? als Bühne vor, nur da war er schon zu oft. Der PR-Agent aber nahm einen Schluck vom Marino, einem leichten, römischen Weißwein, und zeichnete mit seiner Gabel im auf dem Tellerboden verbleibenden Olivenölspiegel seiner Trippa eine Boxarena, 70.000 weinende Deutsche und einen bei seinem letzten Kampf als Profiboxer verlierenden Henry Maske. Der Rest ist Geschichte: Am 23. November verlor Maske seinen letzten Kampf, und die Schmalzscheibe Time to Say Goodbye blieb elendslang in den Charts.
So funktioniert PR, so lässt man sich auch durch bunte Kataloge, Radio-Specials und geschickt integrierte Advertorials in Hochglanzmagazinen Pflanzen und Gartengeräte andrehen, von denen man vorher nie etwas wusste, und von denen man danach nie wieder etwas wissen will. Auch Rankings sind dafür sehr beliebte Methoden und daher gleich das trendsetzendste und folglich trenzendst erwartete Ranking der Welt zum Thema Garten: den Goldenen Zehn Garten-Faumas des Jahres 2012.
Den ersten Goldenen Fauma bekommen die Kohlmeisen verliehen. Die sind immer da, verscheuchen die wirklich interessanten Vogerln und langweilen die Betrachter mit ihrem nervösen Herumgetue. Nummer zwei geht an die Blattläuse. Als müssten sie es einem jedes Jahr aufs Neue beweisen ... lasst euch einmal etwas anderes einfallen! Nummer drei geht an den Rasen. Wie unnötig ist ein Stück Rasen? Nur Arbeit, kein Duft, kein Blühen und ständig Zores mit den Moosen darin.
Goldener Fauma Nummer vier geht an die Nachtkerzen. Ja, eh schön, habt brav geblüht. Aber eure langen, dürren Stängel kann doch in Wahrheit keiner mehr sehen. Goldener Fauma Nummero fünf sind die Paradeiser: Einmal im Garten, und schon drängen sie sich jedes Jahr aufs Neue wie Unkraut in die Beete. Und da sind wir schon bei Nummer sechs, dem Phlox. Zu Recht galt er in Gärten als bereits ausgestorben, doch jetzt ödet er uns wieder an mit seinen Proletenfarben und dem Hang zu Oidiumexzessen.
Nummer sieben gehört dem Efeu am Nachbarhaus. Irgendwann hat man es einfach satt, ständig dicke Efeu-Neutriebe ausreißen zu müssen. Goldener Fauma Nummer acht - den haben sich die Geranien verdient. Einmal eingesetzt, nehmen sie Besitz vom ganzen Garten und danken es mit Blühfaulheit und Schneckenbeherbergung. Diese Symbiose sollte einmal erforscht werden! Der vorletzte Goldene Fauma geht dieses Jahr an das Wetter Anfang November. Hat bitte schön irgendwer eine schwer lastende Schneedecke bestellt, die sich über Nacht über alles Fragile legt und unter sich nur Elend und Kummer erzeugt?
Der letzte und somit zehnte Goldene Fauma geht dieses Jahr allerdings an jenen vertrottelten Gärtner, der aus purer Faulheit dubiose Argumente suchte, um seine tropischen Pflanzen bis in den Dezember draußen stehen lassen zu können. Ewig Schade um die Pracht, welche die Schneelast unter sich begraben hat.
Dass Rankings wirken, weiß nicht nur der Buchhandel. Man kann schon gespannt sein, wie sich die Wirkung dieses Rankings auf das Verhalten der Menschen in ihren Gärten auswirken wird. (Gregor Fauma, Rondo, DER STANDARD, 23.11.2012)
Die deutsche Rosenzüchtung Westerland ist seit über 40 Jahren ein Hit. Zu Recht, denn wer sie nur ein bisserl aufpapperlt und ihr beim Ranken hilft, wird mit üppigen Duft- und Farberuptionen belohnt, weiß Gregor Fauma.
Jetzt ist der Moment, um Rosen an Land auf Pilzbefall zu untersuchen und für neue Seerosen ein passendes Gewässer zu finden
Wildwuchs wird man dem Doldenblütler nicht abgewöhnen - Aufessen hilft, meint Gregor Fauma
Der Nachbar wird schön schauen: Wegen der Hortensien ums Hochbeet sieht er bald nicht mehr in Ihren Garten! Einige Anregungen, die zu Freude und Erfolg führen mögen.
Pflanzenläuse vermehren sich so schnell, dass einem schwarz wird vor Augen. Hausmittelchen helfen nur, wenn man sie früh genug einsetzt, weiß Gregor Fauma.
Ein Hochbeet schont den Rücken, nicht das Geldbörsel - Es sei denn, man greift zu Hammer und Nägeln anstelle von großteils hässlichen Fertigsets, meint Gregor Fauma
Peter Lassnig lebt vom Anbau alter Nutzpflanzen in einer Qualität, die ihm seine Kunden schon vor der Ernte abkaufen - Die EU-Saatgutverordnung ärgert ihn gewaltig
Viel Platz unter der Sonne und reichlich Wasser will der Krautstiel - Er dankt's dem Beilagenesser mehrfach in einer Saison mit üppigen Ernten, weiß Gregor Fauma
Um rascher an eine eigene Vogelpopulation zu kommen, können Gärtner etwas tun: mehr mulchen und weniger wegschneiden zum Beispiel, meint Gregor Fauma
Wie feucht und sandig mag's die Fragaria? Die Antwort auf genau diese Frage ist eine süße Denksportaufgabe, meint Gregor Fauma
Bohne, Zucchini und Kürbis brauchen eine Stütze - Die ist ihnen der Gärtner, der im Mai ausreichend Rankhilfen aufstellt, weil das junge Gemüse sonst bald den Kopf hängen lässt
Los geht's: Rasch das alte Laub aus den Gartenschlapfen beuteln und sofort draußen klären, was die Pflanzen bald schon brauchen werden
Autochthone Pflanzen wie die Clematis können mit Frostattacken im April eh gut umgehen - Exotische Schönlinge brauchen halt momentan ein wenig mehr Aufmerksamkeit, weiß Gregor Fauma
Ob nun der Garten als erweitertes Wohnzimmer dient oder das Wohnzimmer zum Garten umfunktioniert wird – kreative Gartenplaner liefern für jedes Bedürfnis das passende Konzept
Guter Dünger muss reifen wie Wein, aber bei einem Verschnitt aus Ästen und Gras kann man nachhelfen
Wenn es nach den Prognosen der Blumenhändler und Gartenexperten geht wird es heuer verspielt im Garten
Der Winterling will viel Wasser und lehmige Böden. Dafür revanchiert er sich früh im Jahr als sonniger Farbteppich auf dem fahlen Rasen, weiß Gregor Fauma.
Im Dezember sind Gärtner Totengräber. Aber solche, die an Wiedergeburt glauben und dafür bereits schnittige Strategien haben.
Die Karotte keimt keineswegs schnell und duldet kaum Konkurrenz - Sie sollte schon früh und nur mit netten Nachbarn ins Beet, meint Gregor Fauma
Im Winter wächst nur Wut - Auf den Garten, der so viel Pflege braucht - Passt schon, meint Gregor Fauma, man hat ihn ja eh zum Fressen gern
In Österreich sind 218 umweltgefährliche Herbizide zugelassen. Neben Landwirten gehen sie auch vielen Hobbygärtnern leicht von der Hand. Die Handelskette Bellaflora listet Pestizide aus
Der Gewöhnliche Steinklee macht etwas Ungewöhnliches: Er faltet seine Blätter vor dem Schlafengehen, um uns den nächsten Tag zu versüßen - Womit, verrät Gregor Fauma
Advent und Wohltätigkeit gehören zusammen. Charity im eigenen Garten ist, wenn man dem Lieblingsstrauch die (Schnee-)Last nimmt und alle Stauden stützt, meint Gregor Fauma
Landschaftsarchitekten und Gartenfans aus aller Welt pilgerten nach Klosterneuburg. Anlass war die Prämierung der "best private plots 2012"
Solange die Böden noch nicht gefroren sind, heißt es: dick anziehen und großzügig sein mit Blumenknollen - Das freut natürlich auch den einen oder anderen Nager, der dafür selbstlos die Erde lockert
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