Wiener SPÖ-Verkehrssprecher gesucht

22. November 2012, 19:02
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Im roten Klub wird überlegt, die Funktion auf mehrere Abgeordnete aufzuteilen

Wien - Es gibt Jobs, um die ist kein Griss - Verkehrssprecher der Wiener SP dürfte dazuzählen. Seit Karlheinz Hora erklärt hat, dass er diese Funktion nicht mehr ausüben möchte, sucht die Rathaus-SP nach einem Nachfolger. Wie es heißt, in aller Ruhe. Wie es scheint, mit einiger Mühe.

Denn die Bereiche Verkehr, Planung und Bürgerbeteiligung sind nicht nur ein Fulltime-Job, die Grünen haben noch dazu mit Verkehrs- und Planungsstadträtin Maria Vassilakou seit 2010 das Ressort inne. Was es für den roten Sprecher nicht einfach macht. Wer immer bei der SP die Agenden innehat, muss auf der einen Seite die Entscheidungen der Koalition mittragen, andererseits versuchen, es sich mit den Genossen in den Bezirken nicht zu verscherzen. Hora, der immer wieder einmal allein vorgeprescht war, hatte sich dafür schon öffentliche Rüffel von Bürgermeister Michael Häupl eingefangen.

Im roten Rathausklub wird nun offenbar überlegt, die Aufgabenbereiche aufzuteilen. Denn viele SP-Gemeinderatsabgeordnete haben auch einen Beruf und offenbar keine Lust auf die arbeitsintensive Funktion des Sprechers.

Ob er selbst als Sprecher für Verkehr oder Planung zur Verfügung steht, wollte Gerhard Kubik, der Noch-Bezirksvorsteher der Leopoldstadt, im Gespräch mit dem Standard nicht sagen. Im April werden er und Hora die Funktion tauschen. Kubik geht in den Gemeinderat, und Hora wird Bezirksvorsteher im Zweiten. Das sei seit längerem geplant gewesen, sagt Kubik. Der Wechsel wurde auch deshalb eingefädelt, ist zu hören, weil Kubik ein Angebot aus der Privatwirtschaft habe und als Bezirksvorsteher Berufsverbot hat. "Ich wollte mich verändern", sagt Kubik, "aber es gibt noch kein Angebot." (Bettina Fernsebner-Kokert, DER STANDARD, 23.11.2012)

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