Kärntner Hypo verkauft verlustreiche Aluflex

22. November 2012, 18:34
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Die verlustreiche kroatische Verpackungsgruppe wird abgestoßen. Neuerlich Favorit ist eine Gruppe um den Investor Michael Tojner

Die Kärntner Bank verkauft die verlustreiche kroatische Verpackungsgruppe Aluflex. Neuerlich Favorit ist eine Gruppe um den Investor Michael Tojner, gegen ihn tritt der deutsche Beteiligungsfonds Capiton an. Die Hypo-Anleihe lässt auf sich warten.

Wien - Es ist nicht der erste Versuch, die Verpackungsgruppe Aluflex an den Mann zu bringen, doch diesmal ist die Kärntner Hypo zuversichtlich. Michael Tojner und die deutsche Beteiligungsgesellschaft Capiton haben bis Ende der Frist Donnerstagabend Angebote für die Übernahme des kroatischen Betriebs mit 550 Mitarbeitern gelegt, ist aus gut informierten Kreisen zu hören. Eine Entscheidung könnte bereits am heutigen Freitag fallen.

Geduldsspiel

Tojner hatte die Aluflex bereits so gut wie sicher, wegen Querelen rund um die Finanzierung wurde der Deal dann in letzter Minute abgeblasen. Nun dürfte es billiger werden, von gut 30 Mio. Verkaufserlös ist die Rede. Allerdings hat die Hypo, der die Beteiligung vor 13 Jahren zugefallen ist, im Vorfeld auf Forderungen verzichtet und auch den Buchwert deutlich abgeschrieben. Die Bank will dazu nichts sagen und bestätigt lediglich, dass eine Entscheidung in den nächsten Tagen fallen soll.

Bereits losgeworden ist die Bank die Alugruppe TLM-TVP, ein Aluminium-Walzwerk in Sibenik, das ebenfalls jahrelang Verluste schrieb. Es ging an den größten Kunden des kroatischen Unternehmens, die in Wien ansässige Aluhandelsfirma Euris.

Sowohl Tojner als auch Capiton haben zuletzt viel Engagement in ähnlichen Bereichen gezeigt. Tojner zählt die Schweizer Alu-Menziken, die u. a. als Zulieferer für Luftfahrt-Unternehmen auftritt, zu seinen Beteiligungen. Capiton hat bei den sogenannten flexiblen Verpackungen CFS Kempten und Schur Flexibles im Portfolio. 

Geldspritze und Anleihe

Hauptthema der Hypo bleibt die Eigenkapitalstärkung. Die von der Aufsicht verschriebenen Spritzen (1,5 Mrd. Euro) für die angeschlagene Staatsbank werden nun aufgezogen. Die 500 Mio. Euro, die der Bund in bar einschießt, werden am 13. Dezember in einer außerordentlichen Hauptversammlung beschlossen.

Schwieriger wird es mit der Milliarde, die in Form von Anleihen bei institutionellen Anlegern aufgestellt werden. Am 26. November soll laut Hypo mit der Investorensuche begonnen werden; Citigroup, Deutsche Bank, Commerzbank und Morgan Stanley seien mit der Sache betraut. Ziel sei es, die Investorensuche "so weit abzuschließen", dass die Bank das frische Geld "noch heuer für die Risikokapitalausstattung verwenden kann", heißt es in der notverstaatlichten Kärntner Bank.

Fristenlauf

Der ursprüngliche Zeitplan, die Anleihen noch im Dezember zu platzieren, lässt sich laut Insidern eher nicht realisieren, es wird wohl Jänner werden. Das Problem: Die Institutionellen schließen ihre Bücher bereits Ende November und auch Brüssel hat ein Wort mitzureden, muss die die Anleihebedingungen wie das Garantieentgelt für den Staat - der ja für die Emission haftet - absegnen. Dass die Hypo mit ihrer Kapitalerhöhung zu spät dran ist (die FMA schreibt sie für die heurige Bilanz vor), fürchten die Banker trotzdem nicht. Kommt das Geld im Jänner ins Haus, fällt es immer noch in den Zeitraum, der der Bilanz 2012 zugerechnet wird.

Später als geplant werden die Banker auch über ihren weiteren Schlachtplan gegen die Bayern entscheiden. Die sehr heikle Frage, ob sie die rund drei Mrd. Euro schweren Kredite der BayernLB weiterzurückzahlen oder als Eigenkapitalersatz ansehen, wird erst Mitte Dezember entschieden. (Andreas Schnauder, Renate Graber, DER STANDARD, 23.11.2012)

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    Gottwald Kranebitter ist um ein Problem leichter geworden. Die Aluflex wird dieser Tage verkauft. Bei der Stärkung des Eigenkapitals gibt es freilich noch Fragezeichen. Der Zeitplan für die Begebung einer Anleihe im Volumen von einer Milliarde Euro dürfte sich etwas verzögern.

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