Was Junge in der "Verbotsstadt" an die Urne treibt

Ansichtssache
22. November 2012, 18:45
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Clara Heider (16) wird die KPÖ wählen, weil sie glaubt, "dass das Wohnungsreferat unter der Leitung der KPÖ mit Elke Kahr in guten Händen ist", so die Gymnasiastin. Zudem finde sie, "dass sich die KPÖ besonders gut für Menschen einsetzt und ihnen in vielen Situationen hilft".

Sie habe selbst gute Erfahrungen mit der KPÖ: "Als mein Freund Probleme mit seinem Vermieter hatte und sich über Mietrecht informiert hat."

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Max Ennemoser (16) wählt die ÖVP, weil für ihn Bürgermeister Siegfried Nagl, "am kompetentesten rüberkommt. Wir haben in der Schule Wahlprospekte durchgelesen, da hat mir seines am besten gefallen.

Ich finde auch gut, dass er ein Alkoholverbot am Hauptplatz und das Handyverbot in der Bim durchgesetzt hat." Telefonate in der Bim sind nämlich "echt nervig". Zudem habe Nagl das "total aggressive Auftreten der FPÖ kritisiert."

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Arnim Ruiner (16) will die FPÖ wählen. "Was mich in Graz generell stört, ist das Ausländerproblem, das wir ja auch in der Schule haben. Und da ist die FPÖ irgendwie die einzige Partei, die das Thema aufgreift und etwas unternimmt", erklärt der Gymnasiast.

Nach der Schule werde er und Freunde "immer wieder angepöbelt. Das taugt mir überhaupt nicht. Und auch im Stadtpark werden wir immer wieder aggressiv angesprochen."

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Jakob Unterrichter (16) gibt seine Stimme den Piraten, "weil sie eine junge Partei sind und sich für viele meiner Ziele einsetzen."

Besonders wichtig sei dem Schüler, dass man die vielen Verbote, "wie das Bettelverbot und Alkoholverbot wieder aufhebt". Auch Bürgerbeteiligung und Datenschutz seien ihm wichtig: "Ich will nicht, dass die Politiker alles alleine entscheiden und die Piraten kämpfen gegen den Überwachungsstaat".

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Michael Ortner (16) wählt SPÖ - auch wegen Spitzenkandidatin Martina Schröck, weil sie "sehr authentisch auf mich wirkt. Sie hat, finde ich, einen guten Draht zur Jugend, weil sie halt selbst auch noch jung ist". Schröck setze sich zudem gegen die "Verbotspolitik" von Bürgermeister Nagl ein. "Ich finde das Bettelverbot, das Verbot, in der Bim zu telefonieren oder dass er den Stadtpark-Pavillon für Jugendliche sperrt, wirklich nicht ok."

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David Erhold (16) votiert für die Grünen, "weil sie sich gegen die Verbotsstadt einsetzen". Alkohol-, Bettel-, und Grillverbot sowie das Verbot zu Musizieren "dienen nur dem Konsumzwang". Dafür würde man " Menschen vertreiben und das ist einer Menschenrechtsstadt nicht würdig", findet der Gymnasiast.

Erhold fehlt "Platz für nicht kommerzielle Kultur". Er will mehr Clubs, wie das basisdemokratisch organisierte Sub. (cms, mue, DER STANDARD, 23.11.2012)

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Die Grünen

haben sämtliche Verbote, Gebührenerhöhungen und Schikanen in Graz und überall, wo sie mitregieren mit zu verantworten!

Diese Verbote haben mich u.a dazu veranlasst Graz zu verlassen. Baba und foi net!!

NAGL Verbot für Graz - JETZT!

fürs erste reichts, ihn nicht zu wählen.
wenn er ab morgen (hoffentlich) nichts mehr zu melden hat, braucht man ihn auch nicht mehr zu verbieten...

"Verbietet die VERBIETER - kontrolliert die KONTROLLORE!"

WÄHLT PIRATENPARTEI!!!

Die Piratenpartei glaubt fest daran den Einzug zu schaffen. Von 10% ist die Rede. Ich denke eher 1 bis 2 % werden erreicht.

die grazer politik ist einfach nur grauslich

ein wunder, dass unbegleiteten jugendlichen überhaupt noch das ausser haus gehen erlaubt ist.

woah war schon zeitl nicht mehr in graz, is es echt so org dort`? :/

Nein eigentlich nicht, die ganzen Verbote sind doch ok *vorsicht ironie* so können die gstopften Erben in ihrem Gräzel schön der Inzucht fröhnen./ironie off

Ich wohn in den "problematischen Bezirken" (viele Ausländer, arbeitslose Österreicher die auch net arbeitn wolln) - mir passt das ganz gut, die Polizei benimmt sich hier anders (die geben halt a Ruh) als in der "Innenstadt" - is eigentlich ok, aber das hab i eh schon gesagt.

Biederkeits Law and Order halt

aus reinem Populismus: Handytelefonieren verboten bei Gebot, interessiert niemandem

Am Hauptplatz Alkohol verboten, außer bei den Standln...

Bettlerverbot, so etwas ist Verachtenswert für eine angebliche Menschenrechtsstadt

Das Alkoholverbot ist ein Verbot, das rein auf eine kleine, spezielle Gruppe von Leuten abzielt. Die Zynik dessen ist grad jetzt, wo die ganzen Punschstandln stehn mehr als offensichtlich. Zahlst deinen Schnaps brav am Standl, darfst ihn drinken. Holst ihn dir beim Billa ums Eck, wirst bestraft. Das gleiche mit der langen Tafel der Genüsse, wo's extra den Hauptplatz mit Securities absperrn, damit auch ja keiner vom gemeinen Pöbel die plakatierte Dekadenz stört...

Ich mein, wer sowas noch gutheisst, dem ist eh nichtmehr zu helfen.

und was ist mit den nichtwählerInnen und ungültigwählerInnen??

Ich hoffe die anderen 16-jährigen werfen ihre Stimme nicht in eine Urne um sie in Frieden ruhen zu lassen.
Die sollen ihre Stimme behalten und erheben, denn die Politiker haben eine andere Klientel der sie dienen. Und wenn diese lang verstorben sind, müssen die heute 16-jährigen noch deren gemachte Schulden abrackern.

Der Jungrote war vermutlich am Schwierigsten zu finden...

Dr. Karl Ruiner kandidiert für die FPÖ...!

toll ausgesucht die jugendlichen... (zumindest von ÖVP und FPÖ)... - gratulation!

Lustig ist seit Tagen die Zeitung Österreich

Dort veröffentlicht der Fellner "Exit-polls" von der
Graz Wahl. ?????

Prototypen

der Max Ennemoser schaut aus wie man sich einen Jungschwarzen vorstellt und der F-ler auch.

Eigentlich zum Speiben das rechte Xindl

Der kann, zumindest lt. der vorliegenden Information, nicht allzuviel dafuer. Der hat sich die OEVP Prospekte durchgelesen und sich gedacht das gar nicht unvernuenftig ist. Wird noch paar Jaehrchen dauern bis er mitkriegt wie der Verein agiert und was es dort im speziellen mit dem Unterschied Theorie/Praxis aufsich hat.

Dann wird er fuers Leben gelernt haben das am besten faehrst wenn jedes Wort und jede Aussage der Konservativen mal grundsaetzlich als manipulativ einstufst und selber zu recherieren hast wennst wissen willst was abgeht.

Ich kann dazu nur meine Psychologie Professorin an der Uni zitieren: "Kevin und Jaqueline sind in der Regel lernschwache und verhaltensauffällige SchülerInnen".

Von der Optik oder dem Namen auf eine Gesinnung zu schließen ist meist der Anfang vom Ende. Im Fall des kleinen Max zeigt es halt das offenbar die Familien sozialisation in der nächsten Generation bestens gesichert ist. Ebenso sollte man dem jungen FPÖ Wähler vielleicht mal politisch etwas "mündiger" machen. Nicht weil er die FPÖ wählt sondern aufgrund seiner Aussagen die er tätigt. Ich denke wenn er politisch aufgeklärter wäre würde sich auch seine Wahlentscheidung ändern.

Ich finde die Jugendlichen zeigen einmal mehr weswegen Politische Bildung als Fach wichtig wäre !!!!

Politische Bildung und Geschichtsunterricht

beim Geschichtsunterricht sollte es darum gehen Zusammenhänge zu erkennen und zu sehen wie sich Geschichte wiederhohlt also daraus zu lernen..ich fand Geschichte schon immer interessant und lies gerne darüber, aber irgendwie gehts vielen dabei nicht so...keine Ahnung warum das so ist, schlechte Methoden im Unterricht?

in Politische Bildung in der Schule lernt man so Grundsetztlich wie unsere Demokratie und Gewaltentrennung aufgebaut sind, aber das reicht noch nicht um ein mündiger Bürger zu werden, es geht auch hier darum zusammenhänge zu erkennen und aus der Geschichte zu Lernen.

Politische Bildung ?

Das Fach politische Bildung hat es an unserer Schule nur als Freifach gegeben, also wer es machen wollte musste seine Freizeit investieren, aber das war es mir wert da ich ja vermutlich nächstes Jahr zur Wahl gehen kann. Es war eine riesen Enttäuschung! Es kam mir vor wie eine grüne Wahlveranstaltung. Die Lehrerinn war empört als ich behauptete die Grünen sein eine linkspopulistische Partei und so weiter. Es war keine vernünftige Diskussion möglich.
Ich weiß jetzt gar nicht ob, dass hier so rein passt. Ich will damit nur sagen, so ein Fach wie politische Bildung sollte nicht einfach jeder Geschichtelehrer unterrichten dürfen.

Es gibt ein Handyverbot in Graz ?

Man darf in Graz in der Straßenbahn nicht telefonieren ? Wem ist denn so ein Blödsinn eingefallen ? Ich mein ok wenn jemand durch die ganze Bim schreit denk ich mir auch "geht das ein bissl leiser" oder weise darauf hin aber dafür ist allen ernstes ein Gesetz notwendig ?

Find ich ziemlich übertrieben.

Das hat Nagl 2009 erfunden

und in Missachtung der Ressortverantwortung durchgedrückt, aber auf zahnlose Art; wird nicht einmal ignoriert.

Provinzgesetze für eine Provinzstadt. Einfach nicht beachten, das Verbot interessiert sowieso keinen.

Naja, es ist ein "Gebot" - nicht wirklich ein Verbot.

Aber was kommt als nächstes - darf man dann in den Öffis nicht mehr reden?

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