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Wien - Die kalte Jahreszeit stellt Menschen, die kein Dach über dem Kopf haben, vor noch größere Probleme als sie sowieso schon haben. Deshalb ruft die Wiener Obdachloseneinrichtung "Gruft", die von der Caritas betrieben wird, einmal mehr zu Spenden auf. Für 50 Euro kann ein "Winterpaket" erworben werden, das eine warme Mahlzeit und einen Schlafsack beinhaltet. Bereits ein Drittel der Hilfesuchenden sind unter 30 Jahre alt.
In den Wintermonaten schlafen laut Schätzungen einige Hundert Personen pro Tag im Freien - trotz teils klirrender Kälte oder Schneefalls. "Das ist ein täglicher Überlebenskampf", sagt Caritas-Präsident Michael Landau in einer Pressekonferenz am Donnerstag. Viele Betroffene würden den Weg in eine Hilfseinrichtung nicht schaffen, beispielsweise wegen psychischer Erkrankungen oder eines Gefühls der Scham. Um diesen zu helfen, schickt die Gruft dreimal pro Woche auch in der Nacht Sozialarbeiter zu bekannten Hotspots.
Außerdem ist ab sofort das neue "Kälte-Telefon" der Caritas in Betrieb. Sollten Passanten obdachlose Menschen sehen, die akut Hilfe brauchen, können sie die Wiener Telefonnummer 4804553 (8.00 bis 18.00 Uhr, Anm.) anrufen. Die Streetworker gehen den Hinweisen dann nach. Außerdem kann man sich bis Ende März bei der Hotline erkundigen, welche Sachspenden gerade benötigt werden oder wie man konkret helfen kann.
"Die Armut ist groß und der Spendenbedarf ist es auch", unterstrich der Caritas-Direktor. Die Hilfsorganisation verzeichnet seit Jahren ungebrochen hohen Zulauf. 2010 und 2011 haben sich mehr als 3.000 Menschen mit Problemen rund ums Wohnen gemeldet. "Auch heuer ist keine Entspannung in Sicht", befürchtete Landau. 19.070 Nächtigungen zählte die Gruft im Vorjahr, mehr als 94.000 Mahlzeiten wurden ausgegeben. Zum Vergleich: 2001 waren es erst 58.500 Essensportionen.
Armut und Obdachlosigkeit müssten als Unrecht und Ärgernis benannt werden: "Mir fällt es schwer ruhig zu bleiben, wenn auch heute wieder Menschen in Abbruchhäusern, Toilettenräumen oder auf der Donauinsel übernachten werden", sagt Landau. Um das Hilfsangebot aufstocken zu können, baut die Caritas die Gruft in Mariahilf bekanntlich aus. Das Tageszentrum im Pfarrhof der Barnabitenkirche soll bis Mitte 2013 bezugsfertig sein.
Unterstützt wird die aktuelle Kampagne "Gruft Winterpaket" vom Kabarettisten Josef Hader. Er hat im Vorfeld die Sozialarbeiter der Notschlafstelle zwei Nächte lang begleitet und dabei Gespräche mit Obdachlosen geführt bzw. "vor allem zugehört". Er habe zuvor ein Verhältnis zu den Betroffenen gehabt wie 99,99 Prozent aller Menschen: "Ich habe zugesehen wie alle anderen, wenn sie von der Polizei vorm Billa verscheucht wurden", gestand er.
Aus den Gesprächen habe er gelernt, dass es nur ein paar Schicksalsschläge und ein schwaches soziales Netz braucht, um auf der Straße zu landen. "Der Weg zurück ist schwer", Nachtquartiere erinnerten oft an eine "Internatsituation" und seien kein "Traumlos" für die Obdachlosen. In vielen Biografien der Betroffenen könne man außerdem herauslesen, dass diese nie gelernt hätten, sich helfen zu lassen. Einige Gespräche, die Hader geführt hat, sind demnächst auf der Homepage http://www.gruft.at abrufbar. (APA, 22.11.2012)
Caritas Spendenkonto
RZB 40 40 50 050
BLZ
31.000
Kennwort: "Gruft Winterpaket"
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Ich war im Februar dort, mitsamt Mutter, Tante und deren Kinder (10 und 8 Jahre alt). Die Kleine hatte in ihrem Rucksack zwei riesigen Packungen Nudeln und Pflaster, und der Rest von uns Kleidung und allerlei anderen Sachen. Ich bin mit einem der Besucher der Gruft ins Gespräch gekommen, und soviel Dankbarkeit für so wenige (für uns nutzlose Sachen, wie zu große/kleine Wäsche zb.) Sachen habe ich noch nie erlebt. Bei einer großen Familie kann man da schon einiges einsammeln und hinbringen. Es wird wieder mal Zeit!
... immer zu befürworten ist:
Ein durchschnittlich guter Schlafsack kostet rund € 20 - 25,--. Eine Mahlzeit in der Gruft ca. € 5,-- (wurde mir mal so gesagt).
Was passiert mit den restlichen € 25,-- von den € 50,--? Angenommen dass 100000 Österreicher dieses Paket spenden, würden rund 2,5 Millionen Euros übrigbleiben - wer bekommt die?
mM
Neunerhaus gibt es auch noch www.neunerhaus.at
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