Türkei will Kommando über Patriot-Einsatz

Russisches Außenministerium gegen Einsatz: "Würde Stabilität in der Region nicht fördern"

Moskau - Die Türkei beansprucht nach Angaben der Regierungspartei AKP die Kommandogewalt über die erwarteten NATO-Raketenabwehrsysteme vom Typ Patriot. "Der Drücker wird bei unserer Armee liegen", sagte Parteisprecher Hüseyin Celik am Donnerstag nach AKP-Angaben vor Journalisten in Ankara. Im Ernstfall müsse binnen Sekunden darüber entscheiden werden, ob die Raketen abgefeuert würden, sagte Celik. "Wenn Sie mich nun fragen, wer den Finger am Drücker hat: Der Drücker wird bei uns liegen. Er wird bei unserem Generalstab liegen. Der Drücker wird bei unserer Armee liegen."

Russland hat die geplante Stationierung von Patriot-Raketen an der Grenze der Türkei zu Syrien kritisiert. "Das würde die Stabilität in der Region nicht fördern", sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Donnerstag in Moskau.

Am Vortag hatte die Türkei bei der Nato die Stationierung der Systeme zur Abwehr von Flugzeugen und Raketen beantragt. Die Allianz prüft derzeit den Antrag des Bündnispartners. Deutschland, das neben den USA und den Niederlanden über diese Waffen verfügt, ist bereit, der Bitte der Türkei nachzukommen. Der Bundestag soll nach dem Willen der Regierung spätestens im Dezember über den damit verbundenen Einsatz deutscher Soldaten in der Türkei entscheiden.

Die Türkei sieht sich durch den Bürgerkrieg im benachbarten Syrien bedroht. Bei den Kämpfen sind bereits mehrere Granaten auf türkischer Seite eingeschlagen. Die Türkei betonte, der Antrag habe rein defensiven Charakter. (Reuters, 22.11.2012)

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