Allergien: Irreführende Kennzeichnung auf Pflegeprodukten

22. November 2012, 10:57
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Duft- und Aromastoffe in Kosmetika können gesundheitliche Probleme verursachen - Begriffe wie "hypoallergen" oder "duftneutral" führen in die Irre

Melkof - Wenn es draußen frostig-kalt wird und die Heizungen drinnen auf Hochtouren laufen, steht die Haut unter Stress: Das größte Organ des Körpers wird weniger stark durchblutet und die gesamten Stoffwechselprozesse sind verlangsamt. In der kalten Jahreszeit braucht die Haut daher eine Extra-Portion Feuchtigkeit und Fett. Was jedoch gesunder Haut gut tut, kann für Allergiker eine Risiko darstellen. Inhaltsstoffe in Cremes, Kosmetika und Parfums können Rötungen, Hautreizungen, Entzündungen oder Ekzemen verursachen. 

"Die allergische Reaktion der Haut äußert sich in Form eines verzögerten Typs IV, also einer Spätreaktion. Das bedeutet, dass Symptome erst mehrere Stunden bis zu zwei Tage nach Kontakt der Haut mit dem allergieauslösenden Inhaltsstoff auftreten", erklärt Petra Goergens, wissenschaftliche Leiterin der Deutschen Allergieakademie. Duft- und Aromastoffe, Konservierungsstoffe sowie Emulgatoren aber auch natürliche Essenzen und Öle wie Arnika, Teebaumöl oder Bienenharz und Wollwachs können gesundheitliche Beschwerden auslösen.

Problematische Inhaltsstoffe

Allergene meiden wäre die Lösung, eine Umsetzung jedoch nicht immer möglich. "Die Kennzeichnung auf den meisten Verpackungen ist nicht eindeutig, sogar oft irreführend", warnt  Goergens. Sie meint damit vor allem Begrifflichkeiten wie "hypoallergen" oder "duftneutral". Kosmetika mit einer solchen Auszeichnung bestanden zwar den Hauttest an gesunden Menschen als wenig allergieerzeugend. Sie können aber dennoch problematische Inhaltsstoffe enthalten und somit für Allergiker ungeeignet sein. 

Dabei regelt der Gesetzgeber durch die Kosmetik-Verordnung die Kennzeichnung sowie die Angabe von Inhaltsstoffen. Letztere sind beispielsweise in abnehmender Reihenfolge ihres Gewichtes anzugeben. Der Teufel steckt jedoch auch hier im Detail: Begriffe wie "Parfum", "Flavor", "Fragrance" oder "Aroma", die auf Verpackungen von Kosmetik-Produkten angebracht sind, weisen zwar auf den Duftstoffeinsatz hin. Deklariert werden muss der überwiegende Teil einzelner Substanzen von Kompositionen dann aber - auch gemäß der gesetzlich Vorgaben - nicht mehr, sofern deren Konzentration eine bestimmte festgelegte Menge im Produkt nicht überschreitet.

Arzt oder Apotheker

Die Deutsche Allergieakademie rät Allergikern daher, sich genau über Inhaltsstoffe - gut verträglich sind zum Beispiel Urea, Sanddorn und Vitamin E für die Haut - zu erkundigen und sich Rat bei einem Hautarzt einzuholen. "Besonders Apotheken sind eine gute Anlaufstelle, gerade um rezeptfreie, allergikergeeignete Pflegeprodukte wie Hautcremes, Duschöle und Shampoos zu erwerben. Zugleich kann der Apotheker bei der Auswahl beratend zur Seite stehen", ergänzt Goergens. (red, derStandard.at, 22.112012)

  • Urea, Sanddorn und Vitamin E zählen zu den gut verträglichen Wirkstoffen.

    Urea, Sanddorn und Vitamin E zählen zu den gut verträglichen Wirkstoffen.

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