60-Kilometer-Geisterfahrt auf A2: Lenker kann sich an nichts erinnern

22. November 2012, 09:54
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36-Jähriger nach Fahndung ausgeforscht: Keine Erinnerung wegen Alkohol- und Medikamentenkonsums

Mödling - Nach stundenlanger Fahndung hat die Polizei am frühen Mittwochabend jenen Mann ausgeforscht, der in der Nacht zuvor über etwa 60 Kilometer als Geisterfahrer auf der A2 in Niederösterreich unterwegs war. Der 36-Jährige Mann aus dem Raum Mödling gab laut Willy Konrath, stellvertretender Leiter der Landesverkehrsabteilung, an, Alkohol getrunken und Medikamente genommen zu haben. Er könne sich an nichts erinnern.

Der Niederösterreicher will den "Cocktail" unterschätzt haben, hieß es bei der Polizei weiter. Die Medikamente habe er wegen Zahnschmerzen konsumiert. Außerdem habe er Bier mit Freunden getrunken. Auf dem Weg in die Region Mödling, wo er letztlich auch ausgeforscht wurde, war der 36-Jährige mit seinem Auto dann in der Nacht auf Mittwoch auf der Richtungsfahrbahn Graz unterwegs.

Unfall wegen Geisterfahrt

Bei Scheiblingkirchen (Bezirk Neunkirchen) ereignete sich wegen der Geisterfahrt auch ein Unfall. Zwei junge Männer im Alter von 27 und 26 wurden verletzt. Sie mussten ins Landesklinikum Neunkirchen eingeliefert werden.

Laut Polizei war der 36-Jährige im Nebel mit 150 bis 160 km/h auf der falschen Richtungsfahrbahn unterwegs. In Wiener Neudorf fuhr er von der A2 ab..

Die ersten Notrufe wegen der Geisterfahrt waren für den Abschnitt zwischen Grimmenstein und Seebenstein eingegangen. Dass es nicht mehrere Unfälle gegeben habe, führte Konrath auf Schutzengel und darauf zurück, dass Streifen den entgegenkommenden Verkehr auf 30 km/h heruntergebremst und zur Seite abgeleitet hätten. Die Beamten hätten somit hervorragende Arbeit geleistet. Drei Anhalteversuche unter anderem mit Blaulicht und Folgetonhorn seien gescheitert. Sogar eine Komplettsperre der A2 sei in Vorbereitung gewesen, sagte der Beamte.

Anzeige vor Gericht

Der 36-Jährige wurde schließlich bei seiner Lebensgefährtin im Raum Mödling ausgeforscht. Seinen Führerschein musste er umgehend abgeben. Ein Alkotest verlief Stunden nach der Geisterfahrt negativ.

Den Mann erwarten laut Konrath nun Anzeigen bei Gericht wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung, Gefährdung der körperlichen Sicherheit und Widerstands gegen die Staatsgewalt. Außerdem werden dem 36-Jährigen mehrere Verwaltungsübertretungen zur Last gelegt. (APA, 22.11.2012)

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    Der Geisterfahrer behauptete, sich an nichts zu erinnern. Seinen Führerschein musste er aber abgeben.

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