Keinen Cent mehr für den Brüsseler Klingelbeutel!

Kommentar der anderen21. November 2012, 18:51
112 Postings

Empfehlungen des Londoner Bürgermeisters Johnson an Premier David Cameron

Kurzfassung eines Blog-Eintrags des anarcho-konservativen Londoner Bürgermeisters Boris Johnson:

Dieses Budget ist so voller Täuschung und Missbrauch dass es in 18 Jahren vom europäischen Rechnungshof noch nie einen positiven Befund gab. Man bedenke zudem, dass der Rechnungshof, wiewohl selbst eine EU-Institution, nicht einmal ansatzweise über die Ressourcen verfügt, die er brauchen würde, um all die Lokalpolitiker, Landwirte, Geschäftsleute und branchenübergreifenden Ganoven zu überprüfen, die von uns allen Geld kriegen.

Diesem zahnlosen Luxemburger Watchdog zufolge gehen jährlich 5,2 Milliarden Euro verloren - Tendenz steigend. Unlängst wurde z. B. einem Bauern eine Sonderprämie für 150 Schafe zugestanden. Der Rechnungshof fand heraus, dass der Begünstigte gar keine Schafe hatte: "Die entsprechende Zahlung war irregulär."

Irregulär! Das war nicht irregulär - es war Betrug. Es war Diebstahl. An uns allen. Man muss sich nur die Szene vorstellen: Luxemburger Beamte kraxeln auf einem spanischen Hügel, um nach 150 nicht existierenden Schafen zu suchen und dann drauf zu kommen, das sie nur die Oberfläche des Missbrauchs herumkratzen..

Es gibt Felder, die als Wälder deklariert sind, es gibt Wälder, die angeblich Felder sind, und wir zahlen für die Förderung beider. Letztes Jahr hat die EU-Kommission selbst zugegeben, dass z. B. die EU-Gelder für Rumänien - 515 Millionen Euro - nahezu zur Gänze missbräuchlich verwendet wurden. Laut Brüsseler Angaben sind 10 Prozent der Gelder ans Ziel gekommen. Das EU-Budget aber wird nie sauber kontrollierbar sein, weil das Geld "uns allen" gehört, und weil es allen gehört, denkt jedes Land zynischerweise, dass nichts dabei ist, wenn seine eigenen Bürger so viel wie möglich davon abzweigen.

Was uns zu den zentralen Institutionen der EU führt, die versuchen, diese Ottomanischen Strukturen zu überprüfen. Aber das ist ein hoffnungsloses Unterfangen. Unterdessen landen die EU-Funktionäre in ihren steuerfinanzierten Jets in Athen, zeigen mit dem Finger auf die Griechen und sagen ihnen, wo's langgeht.

Sie müssten Schluss machen mit der Verschwendung und dem Missbrauch, sagt die EU-Kommission, bevor sie mit weiteren Unterstützungen rechnen können. Gleichzeitig praktizieren dieselben EU-Führer selbst einen enormen Missbrauch mit öffentlichen Geldern und haben auch noch die Kühnheit, eine Erhöhung über der Inflationsrate für die große reformresistente Karawanserei zwischen Brüssel, Luxemburg und Straßburg zu fordern.

Es gibt nichts was man bei einem Veto gegen den EU-Haushaltsentwurf verlieren könnte. Es mag vielleicht unmöglich sein, das Budget zu kürzen, da keine andere Nation diese exzellente Option vorschlägt. Aber es gibt keinerlei Grund, warum die Ausgaben nicht auf dem derzeitigen Stand dort eingefroren werden sollten. Das Schlimmste, was passieren kann ist, dass wir das Budget schrittweise verlängern.

Es ist Zeit für Cameron, sich die ananasfarbene Thatcher-Perücke und das pulverblaue Kostüm anzuziehen, seine Tasche über dem Kopf zu schwingen, um sie mit den Worten no, non, nein, neen, nee, ei und ochi auf den Tisch krachen zu lassen, bis sie's endlich kapieren. (Boris Johnson, DER STANDARD, 22.11.2012)

Boris Johnson ist Bürgermeister von London.

Share if you care.