Neues Licht auf Plutos kleinen Bruder

21. November 2012, 19:06
  • Künstlerischer Blick auf die Oberfläche des aus Methaneis bestehenden 
Zwergplaneten Makemake.
    illu: eso / l. calçada / nick risinger

    Künstlerischer Blick auf die Oberfläche des aus Methaneis bestehenden Zwergplaneten Makemake.

Er ist eines der größeren Objekten im Kuipergürtel: Der ferne Zwergplanet Makemake dürfte nur auf einer Hälfte eine Atmosphäre haben

Makemake ist zum einen der Name einer Schöpfergottheit der Osterinsel-Kultur. Zum anderen heißt ein sehr ferner Zwergplanet so, der zu den größeren Objekten im sogenannten Kuipergürtel am äußersten Rande unseres Sonnensystems zählt und sich in einer Entfernung von zwischen 5, 7 und 7,9 Milliarden Kilometer um die Sonne dreht.

Nun hat der spanische Astrophysiker José Luis Ortíz Moreno gemeinsam mit Kollegen eine erstaunliche Entdeckung gemacht: Wie die Forscher im Fachblatt "Nature" schreiben, hat Makemake weder eine Atmosphäre wie der "nahe" gelegene Pluto, noch keine, wie der Zwergplanet Eris. Vielmehr dürfte der Janus-gesichtige Makemake eine solche nur in den "wärmeren" Zonen seiner Oberfläche haben, wo eine Temperatur Minus 223 Grad Celsius herrsche. Auf der hellen Seite hingegen sei die Temperatur mit Minus 237 Grad Celsius dafür zu niedrig.

Diese Entdeckung wurde möglich, als Makemake am 23. April 2011 während einer sogenannten Sternbedeckung von einem fernen Stern beleuchtet wurde. Makemake ist, wie sich herausstellte, mit einem Durchmesser zwischen 1.430 und 1.500 Kilometern auch beinahe kugelförmig und besteht primär aus Methaneis.

Frappantester Unterschied Makemakes ist jedoch seine hohe Rückstrahlung von Sonnenlicht: "Er reflektiert etwa 77 Prozent des Lichts, das auf ihn trifft. Bei den meisten anderen Objekten ähnlicher Art erreicht jener Wert nicht einmal die Zehn-Prozent-Marke", sagt Ortíz, der bereits 2005 mit der Entdeckung des Zwergplaneten Haumea für Aufsehen sorgte.

Makemake ist aber auch noch aus einem andere Grund interessant, so Ortìz: "Eine große Menge an Objekten aus dem Kuipergürtel ist auf die Erde gefallen, unmittelbar nachdem die Erde entstanden ist. Sie brachten Wasser auf unseren blauen Planeten. Mit ihm erreichte wahrscheinlich auch organisches Material die Erde, was das Leben erst ermöglichte." (Jan Marot aus Granada/DER STANDARD, 22. 11. 2012)

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Diese Satz halte ich für Unsinn:
"Diese Entdeckung wurde möglich, als Makemake am 23. April 2011 während einer sogenannten Sternbedeckung von einem fernen Stern beleuchtet wurde."

Ein ferner Stern beleuchtet bei uns (in unserm Sonnensystem) gar nichts.

Vlt. ist hier durchleuchtet gemien, nämlich eine Atmosphäre auf einer Seite und auf der anderen keine.

halbe Atmosphäre - papperlapapp

Dort wo es wärmer ist, verdampft mehr Methan und es entsteht lokal eine "Atmosphäre". Ist die Sonneneinstrahlung wieder weg, wird es Methan schneien und aus ist es mit der Atmosphäre. 0,0 µbar! Man könnte ja auch argumentieren, dass die großen Gasplaneten ausschließlich aus Atmosphäre bestehen. :)

Ein Einwand:

Es ist noch nicht geklärt, ob unsere "Gasplaneten" eventuell einen festen Kern haben. Wenn dem so wäre, könnte man schon von einer Atmosphäre sprechen.
Aber das ist vielleicht Haarspalterei.
Manchmal legt sich eine Gasschicht auf Teile von Makemake, manchmal nicht. Ich würde sagen hier von Atmosphäre zu sprechen ist expressis verbis unrichtig.

Das mit der halben Atmosphäre ist schlichtweg Humbug

Bei der Verdeckung des Sternes hinter Makemake verschwand dieser schlagartig und tauchte genauso schlagartig wieder auf. Dadurch ist klar das MakeMake eigentlich so gut wie keine Atmosphäre haben kann. Maximal eine nur sehr dünne Atmosphäre im Bereich von 4 bis 12 Nanobar. Das ist quasi nix. Nur zum Vergleich: auf der Erde herrschen 1 Bar. In möglichen Stickstoff- oder Methansenken kann der Druck auf MakeMake durchaus höher sein und hier spielt die "Wärme" auch sicher eine Rolle. Aber letztlich sind das alles nur Vermutungen.

wär ne tolle location für forschung an supraleitern.

Hmmm ... irgendwie ist der Satz mit den Temperaturen nicht ganz rund.

Von der Syntax her, und machen 14 Grad tatsächlich den Unterschied zw. Atmosphäre und keiner Atmospähre, obwohl über 200 Grad Minus ?

Atmosphäre nur auf der hälfte des planeten... wusste nicht dass sowas möglich ist.

... mit einem Durchmesser zwischen 1.430 und 1.500 Kilometern auch beinahe kugelförmig und besteht primär aus Methaneis...

Mit anderen Worten, ein riesiger Klumpen gefrorenes Erdgas :)

ja, und für die badewannen-fetischisten umgerechnet könnte man sagen, dass es auf der nachtseite ungefähr so wie im kurbad oberlaa riecht, es aber a _wengl_ kälter ist. und auf der sonnenseite ist der geruch zwar besser, dafür ist es aber noch kälter.

mit anderen worten, das wäre der perfekte planet für eine wien-kolonie. wurscht wo man ist, man hat einen grund zum sudern ;)

es wurde die erste intergalaktische tankstelle entdeckt ;-)

Wenigstens hat er keine Atmosphäre zum Verstinken.

Wie ist das zu verstehen, dass es auf der helleren Seite kälter sein soll?

Hell bedeutet doch Energieeintrag, also sollte es doch wärmer sein?

es geht nicht um helle=von der sonne beleuchtete seite und dunkle=abgewandte seite, sondern wärmere und kältere areale: "a new set of observations made by the space-borne European Herschel telescope, which launched in 2009, is showing Makemake’s surface to be a puzzling arrangement of hot and cold spots."
http://blogs.scientificamerican.com/observati... e-by-side/
“There must be darker terrains to explain this [Spitzer] point and brighter terrains, higher-albedo ones, to explain this [Herschel data] here,”

"Hell bedeutet doch Energieeintrag, also sollte es doch wärmer sein?"

So wie Schnee zum Beispiel. Der ist ganz besonders hell.

Ich wage zu behaupten,

dass es am Nordpol im Sommer wärmer ist als im Winter, wenn die Sonne nicht scheint. In beiden Fällen ist Schnee...

Der Nick ist Programm!

wenn in der nacht die dunkle luft kommt, wirds sowieso finster, egal wie hell es ist. vorallem unter der woche.

Umgekehrt:
"Hell" bedeutet, daß ein Großteil der eintrefenden Sonnenstrahlung wieder reflektiert wird (es bleibt kalt). Je "dunkler" die Oberfläche, desto mehr Strahlungsenergie wird absorbiert und die Oberfläche wird wärmer.

Ist das wirklich so?

Unter der Annahme eines homogenen Gebildes, müsste die helle Seite dadurch, dass sie bestrahlt wird, mehr Energie erhalten als die dunkle Seite. Es wäre wohl etwas vermessen anzunehmen, dass der gleiche Stoff auf der dunklen Seite die Energie aufnimmt, auf der hellen Seite aber vollständig abstrahlt...

Jetzt verstehe ich langsam, wo der Schuh drückt!

:)
Mit "hell" und "dunkel" sind hier nicht die "Tag-" und "Nachtseite" gemeint, sondern Gebiete mit unterschiedlicher Albedo (Rückstrahlvermögen)

Ein 'irdisches' Beispiel (auch bei uns oft zu finden):
Dunkle Steine oder Staubablagerungen auf einem Gletscher sind oft in mehr oder weniger großen Vertiefungen zu finden, weil das dunkle Material sich stärker aufwärmrt und das Eis rundherum schmilzt ("Kryokonitlöcher")
Hier ein Beispiel vom Gornergletscher in der Schweiz:
http://www.swisseduc.ch/glaciers/... html?id=11

Ok, nachdem es sich hier wirklich um einen schweren Patienten handelt:

Was bedeutet dunkel?
Was bedeutet hell?

Wie kommt die "Farbe" schwarz zustande?
Wie kommt die "Farbe" weiß zustande?

Schon mal was von Reflexion und Absorption von Strahlung gehört? Wo kommen die Farben her (subtraktive Frabmischung)?

Ein dunkler Körper absorbiert "fast" alle Strahlung, er reflektiert kaum eine (Definition "Schwarzer Körper" -> siehe Physik, Wikipedia, etc.), daher erscheint er dunkel.
Leg im Sonnenlicht ein dunkles Tuch und ein helles Tuch aus, welches wird wärmer sein?
Warum wohl zieht man im Sommer helle Kleidung an?

Nicht genügend, setzen, oder zurück in die Unterstufe!

Sind Sie ein arroganter Schnösel!

Trurl hat Geduld und kann es erklären, ohne zu beleidigen!

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