Millionenkaution für Schwiegersohn des spanischen Königs

21. November 2012, 17:57
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Spanien: Finanzskandal um des Königs Schwiegersohn

Im Ermittlungsverfahren gegen Iñaki Urdangarin, Herzog von Palma de Mallorca, Exhandballstar und Schwiegersohn des spanischen Königs Juan Carlos I., beantragte die Antikorruptionsstaatsanwaltschaft am Mittwoch am Gericht von Palma fast 8,2 Millionen Euro Kaution für die beiden Hauptangeklagten. Die Summe soll für den Fall einer Verurteilung die zivilrechtliche Haftung abdecken.

Vorgeworfen wird den Hauptangeklagten Urdangarin, Expräsident der Stiftung Nóos, und dessen Exgeschäftspartner Diego Torres, rund 5,9 Millionen Euro an öffentlichen Geldern aus Valencia und den Balearen unter anderem über Scheinverträge, -firmen und falsche Rechnungen abgezweigt zu haben. Diese Millionen gedenkt der spanische Staat bis zum letzten Cent, mitsamt 30 Prozent Bußgeld und Gerichtskosten, zurückzufordern. Sollten Urdangarin und Torres die Summe nicht aufbringen, droht die Pfändung von Privateigentum.

Auf Anraten von Juan Carlos I. verließ Urdangarin die Nóos-Stiftung 2006 und war seither für ein Millionen-Euro-Gehalt für den Telekomgiganten Telefónica in Washington tätig. Seit Dezember 2011 nimmt Urdangarin, der auf seine Unschuld beharrt, an keinem offiziellen Termin des Königshauses teil. Im September 2012 übersiedelte er mit seiner Ehefrau Cristina und ihren vier Kindern nach Barcelona.

Das Verfahren erstreckt sich auf acht Hauptangeklagte neben Urdangarin. Darunter der konservative Exregionenministerpräsident der Balearen, Jaume Matas (Partido Popular), der im März 2012 zu über sechs Jahren Haft in der Causa Palma Arena - der Bau einer Sportstätte mit Radrennbahn - verurteilt wurde. Durch diese Ermittlungen war die Staatsanwaltschaft auf die Nóos-Stiftung aufmerksam geworden. (Jan Marot, DER STANDARD, 22.11.2012)

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    Inaki Urdangarin, Herzog von Palma.

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