Schluss mit einsamen Fahrten zur Piste

22. November 2012, 06:25
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Innsbrucker Studenten organisieren Mitfahrgelegenheit in Skigebiete

Innsbruck - Andi aus Köln fährt am Wochenende mit dem Auto ins Skigebiet Arlberg, Markus aus Frankfurt auf den Pitztaler Gletscher in Tirol - beide suchen über "Ride with me" Mitfahrende. Die Internet-Mitfahrzentrale für Schneesportler wurde vor drei Jahren von Innsbrucker Studenten gegründet.

Umweltbewusstsein, auch der Wunsch, die Fahrkosten zu reduzieren, vor allem aber die Möglichkeit, Menschen kennzulernen, motivierten Florian Bauer und vier Freunde im Winter 2010, das Mitfahrnetz zu knüpfen. "Im Vordergrund stand, dass keiner von uns alleine im Auto sitzen wollte. Und allein Ski fahren macht auch keinen Spaß", sagt der angehende Wirtschaftsinformatiker Bauer.

Steigendes Umweltbewusstsein

Nach drei Wintersaisonen und über 1000 organisierten Mitfahrten weiß Bauer: "Das Umweltbewusstsein bei Wintersportlern ist zwar recht unterschiedlich ausgeprägt, steigt aber ständig." Genutzt wird die Internet-Mitfahrgelegenheit vor allem von Skibegeisterten aus dem Raum Innsbruck und Süddeutschland. Das Netzwerk funktioniert einfach: Man muss sich nicht registrieren, stellt seine Daten kostenlos auf die Website.

Die Studenten arbeiten ehrenamtlich, ein Teil der Ausgaben wird über Partnerschaften mit Skigebieten und Sportartikelhändlern finanziert. Von den Gründern sind noch zwei aktiv, drei sind mittlerweile berufstätig. Florian Bauer möchte das Projekt auch nach Abschluss seines Studiums weiterführen und sucht nach Studierenden, "die mit an Bord kommen wollen" . Nicht nur für einen Skiausflug.

Wie wichtig die Reduktion des winterlichen Individualverkehrs wäre, zeigt eine Statistik des Verkehrsclubs Österreich. Der VCÖ hat die Zählstellen der Tauernautobahn und der S16 (Arlberg-Schnellstraße) analysiert, beide Straßen führen in beliebte Skigebiete: Die Arlberg-Schnellstraße befahren an den Samstagen im Jänner auf der Vorarlberger Seite 47 Prozent mehr Autos als im Oktober, auf der Tiroler Seite 55 Prozent, auf der Tauernautobahn bei Flachau (Salzburg) sind es um 13 Prozent mehr.

Mit Öffis auf die Piste

Der VCÖ plädiert für die Anreise mit Bahn und Bus. Dazu bedürfe es aber besserer Informationspolitik der Anbieter, "denn viele Skifahrende wissen gar nicht, dass man mit öffentlichen Verkehrsmitteln etliche Skigebiete sehr gut erreichen kann".

Die ÖBB bietet Kombitickets in Salzburg, Vorarlberg, Tirol, Oberösterreich, Kärnten und auf den Semmering an. Die Pinzgauer Lokalbahn und die Zillertalbahn transportieren Skigäste mit gültiger Liftkarte gratis. (Jutta Berger, DER STANDARD, 22.11.2012)

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    Öffis und Mitfahrnetze reduzieren Staus ins Skigebiet.

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