Der Frauenanteil ist höher als erwartet

22. November 2012, 10:26
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Beim MentorInnentreffen geben erfahrene Informatik-Studenten ihr Wissen an die Neuen weiter

Im neuen Informatik-Institut der Uni Wien gibt es auch eine kleine Lounge für die Studierenden, hier findet das erste MentorInnentreffen statt. Für alle, die das wollen, stehen nämlich MentorInnen bereit, die bei der Studieneingangsphase - und auch später - helfen. Das erscheint mir ziemlich sensationell und ist ein Angebot, das es bei meinem ersten Studium in dieser Form nicht gegeben hat.

Neun Männer und drei Frauen fungieren in diesem Semester freiwillig als MentorInnen und betreuen jeweils fünf bis maximal 15 Studierende. Wobei bei diesen der Frauenanteil für ein technisches Studium erfreulich hoch ist: Insgesamt 95 Frauen und 207 Männer haben sich im Wintersemester 2012/13 für die Bachelors Informatik und Wirtschaftsinformatik angemeldet.

Tipps zum Studienplan

Heute haben sich nur ein Handvoll Studierende zu dem Treffen eingefunden, weil gleichzeitig eine Vorlesung läuft. Trotz dieser kleinen Anfangsschwierigkeit können schließlich alle Interessierten mit wichtigen Infos versorgt werden: Philipp, mein Mentor, erklärt alle Anlauf- und Kontaktstellen, gibt Tipps im Umgang mit den Vortragenden und zum Studienplan.

Eine frühe Entscheidung für eines der Ausprägungsfächer (Medien-, Medizin-, Bioinformatik oder Scientific Computing) wird zwar empfohlen, muss aber nicht unbedingt schon im 1. Semester statt finden. Auch ein Wechsel von den Fächern Wirtschaftsinformatik zur Informatik, zwischen denen man sich formal schon vor Studienbeginn entscheiden muss, ist bis zum 3. Semester recht einfach möglich. Der Studienplan ermöglicht also doch etwas mehr Flexibilität, als mir das zu Beginn erschienen ist.

Für Prüfungen abmelden

Ein wichtiger Hinweis ist für mich auch, dass man sich im Univis online nicht nur für die Lehrveranstaltungen bzw. Prüfungen an - sondern auch abmelden muss. Versäumt man dafür die Frist, wird eine Note (fünf bzw. nicht bestanden) eingetragen. Bei Nichtabmeldung von einer Prüfung wird man gesperrt und verliert schlimmstenfalls ein Semester. Man muss sich also gut einteilen, wie viel man sich vornimmt und gegebenenfalls offiziell die Notbremse ziehen.

Weiters werden wir Neulinge explizit vor Plagiatsversuchen gewarnt. Plagiats-Checker kommen - Guttenberg-Affäre sei Dank - nun sogar schon bei Übungen zum Einsatz. Tricksereien können von Eintragungen ins Zeugnis bis zum Rauswurf führen. Hier geht es also jedenfalls härter zu als in der österreichischen Politik.

Kostenlose Software

Aber auch über Vorteile, die man als Studentin der Informatik hat, werde ich informiert. So gibt es über die "Developer Academic Alliance Lizenz" kostenlosen Zugang zu bestimmten Softwareprodukten. Die dürfen allerdings nur während der Ausbildungszeit und für Forschungszwecke verwendet werden.

In die beiden digitalen Lernplattformen werde ich mich einarbeiten, das Thema E-Learning steht sowieso auf einem eigenen Blatt - oder eben nicht mehr. Statt in Bibliotheken treibt man sich neuerdings auf irgendwelchen Servern in der Schweiz herum. Doch davon das nächste Mal. (Tanja Paar, derStandard.at, 22.11.2012)

Tanja Paar, geb. 1970, studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie in Graz, Wien und Lausanne. Nach journalistischen Aufenthalten bei "Falter", "Trend" und "Profil" ist sie seit zehn Jahren Redakteurin des STANDARD. Nun macht sie ein Jahr lang Bildungskarenz und kehrt an die Uni zurück. Sie studiert Informatik an der Universität Wien.

  •  95 Frauen und 207 Männer haben sich im Wintersemester 2012/13
 für die Bachelors Informatik und Wirtschaftsinformatik angemeldet.
    foto: standard/corn

    95 Frauen und 207 Männer haben sich im Wintersemester 2012/13 für die Bachelors Informatik und Wirtschaftsinformatik angemeldet.

  • Tanja Paar ist nach 20 Jahren an die Uni zurückgekehrt.
    foto: privat

    Tanja Paar ist nach 20 Jahren an die Uni zurückgekehrt.

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