Bad Radkersburg: Zollgebäude wurden zu Kulturräumen

21. November 2012, 15:41
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"Zollamt Öffnung" am Samstag, 24. November, mit "unkuratierter Ausstellung"

Bad Radkersburg - Am ehemaligen Grenzübergang Bad Radkersburg zwischen der Steiermark und Slowenien wurde das Zollamt durch das Schengener Abkommen obsolet - und nun als Kulturraum revitalisiert. Der Künstler und "Werkstadt Graz"-Leiter Joachim Baur und der Sammler Reinhard Diethardt nutzten die Gunst der Stunde und ersteigerten im November 2011 das Zollamt, bestehend aus einem Ein- und einem Ausreisegebäude.

Im "Zollamt" soll ein ganzjähriges Programm stattfinden, so Baur:"Gerade jetzt haben wir eine Garage in einen Vortragssaal umgebaut. Hier wird auch die Eröffnung stattfinden." Die "Zollamt Öffnung" ist eine "unkuratierte Ausstellung", unter anderem sind österreichische und slowenische Künstler wie Christian Eisenberger, Dorothee Golz, G.R.A.M., Bozica Prunc-Kiticic und Franz West vertreten. Die Ausstellung kann auch dahin gehend gesehen werden, dass laut Baur Zoll und Kunst kein Widerspruch sind: "Ein Zoll ist eine alte englische Maßeinheit und die Kunst ist die Maßeinheit des Menschen."  Als Eröffnungstag wurde Samstag, 24. November, der "Tag der Weltzivilisation", gewählt. Dieser Tag hat laut Baur im Jahr 1934 seinen Ursprung: "Ich kann den Tag auf Mustafa Kemal Atatürk zurückführen, der die Hagia Sophia in Istanbul als umstrittener Ort der Religionen am 24. November 1934 zu einem Museum - und somit zu einem Zivilisationsort - erklärte."

Die zwei ästhetisch gesehen nüchtern gehaltenen Gebäude waren für Baur durchaus eine Herausforderung: "In der Außenansicht schauen die Häuser wie Vitrinen aus und innen haben wir sie auf das Gerippe reduziert, zum Beispiel die Plastikverkleidung entfernt." Laut Baur soll die Funktion der Gebäude auch weiterhin den künstlerischen Betrieb definieren: "Künstler haben sich schon immer mit Grenzen beschäftigt. Die Grenze bleibt von der Beauftragung der Gebäude das Thema für die Künstler." Iim umfunktionierten Zollamt sehe er den den Anfang einer möglichen Bewegung: "Von Militärkasernen über Schulen bis hin zu Kirchen: Es werden immer mehr Häuser leer stehen, die man einem Nachnutzungskonzept unterwerfen soll."  (APA, 21.11.2012)

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