Gaza: Reporter ohne Grenzen entsetzt über Tod zweier Kameramänner

21. November 2012, 13:49
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"Journalisten durch das Völkerrecht besonders geschützt"

Jerusalem/Gaza - "Reporter ohne Grenzen" ist entsetzt über den Tod zweier Kameramänner im Gazastreifen. Das Fahrzeug der Journalisten, die für den zur Hamas gehörenden Fernsehsender Al-Aksa-TV arbeiteten, wurde in Gaza-Stadt gezielt von der israelischen Luftwaffe beschossen. Berichten des Senders zufolge war es als Pressefahrzeug gekennzeichnet.

Reporter ohne Grenzen verurteilt diesen Angriff scharf und weist in einer Aussendung darauf hin, dass Journalisten durch das Völkerrecht besonders geschützt sind.

Ein Sprecher der israelischen Regierung hatte am 18. November in einem Interview mit dem arabischen Fernsehsender Al-Jazeera erklärt, die israelische Armee sehe Mitarbeiter von Al-Aksa-TV - anders als Reporter von BBC oder Al-Jazeera - nicht als "legitime Journalisten" an. "Selbst wenn diese Journalisten die Hamas unterstützen, rechtfertigt das in keiner Weise solche Angriffe", so Reporter ohne Grenzen. "Dies sind Kriegsverbrechen im Sinne der Genfer Konvention. Die Verantwortlichen dafür müssen zur Rechenschaft gezogen werden."

Mindestens elf Journalisten verletzt

Seit Beginn der israelischen Angriffe auf den Gazastreifen vor einer Woche wurden mindestens elf Journalisten verletzt. In der Nacht zum Sonntag (18. November) hatte die israelische Armee den Al-Shawa-Wa-Hassri-Turm in Gaza-Stadt bombardiert, in dem zahlreiche lokale und internationale Medien sitzen. Zum Zeitpunkt des Angriffs sollen etwa 15 Journalisten in mit "TV Press" gekennzeichneten Schutzwesten auf dem Dach des Gebäudes über die Bombardements berichtet haben. Zu den Medien, deren Büros teilweise zerstört wurden, gehören die ARD, die Nachrichtenagentur Reuters und Abu Dhabi TV. Sechs Journalisten wurden verletzt.

Bei einem weiteren Angriff auf das "Haus der Journalisten" in Gaza wurden in derselben Nacht drei Mitarbeiter von Al-Aksa-TV schwer verletzt. Ein Sprecher der israelischen Streitkräfte erklärte über Twitter, die Bombardements hätten auf ein Kommunikationszentrum der Hamas gezielt. Am 19. November erlitten zwei Kameramänner von Al-Arabiya und einem lokalen Kanal von Al-Quds-TV leichte Verletzungen.

Reporter ohne Grenzen Österreich setzt sich weltweit für die Medienfreiheit und Freiheit der Reporter ein und unterstützt bei Inhaftierung und Ermordung deren Familien. Die unabhängige Organisation mit Sitz in Paris, Niederlassung in Österreich und mehr als hundert Korrespondenten in aller Welt fordert aktiv den Respekt vor den Menschenrechten und beruft sich auf den Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte: Die Freiheit zu informieren und informiert zu werden. (APA, 21.11.2912(

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