20 Monate bedingt wegen Brandstiftung im Wiener Neustädter Dom

21. November 2012, 12:11
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Urteil für 15-Jährigen nicht rechtskräftig - Schöffensenat berücksichtigte erstes Geständnis

Wiener Neustadt - Ein 15-Jähriger ist am Mittwoch am Landesgericht Wiener Neustadt der Brandstiftung im Dom der Stadt und schweren Sachbeschädigung schuldig gesprochen und zu 20 Monaten bedingter Freiheitsstrafe verurteilt worden. Dazu wurde Bewährungshilfe angeordnet. Er nahm drei Tage Bedenkzeit, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab, das Urteil des Schöffensenats ist somit nicht rechtskräftig.

Das Feuer war am 6. März in einem Seitenschiff im Bereich eines Betstuhls ausgebrochen und richtete vor allem durch Rauch und Ruß Schaden in der gesamten Kirche an, der mit einer Million Euro beziffert wurde. Das Gotteshaus wurde nach der Restaurierung erst Ende September wieder geöffnet.

Bei Dompropst entschuldigt

Der Schöffensenat habe die ursprünglich geständige Verantwortung des Beschuldigten berücksichtigt, führte der Richter in seiner Urteilsbegründung aus. Diese ziehe sich durch den gesamten Akt, der Bursch habe sich außerdem beim Dompropst für seine Tat entschuldigt und sich bei der Polizei, zu der Vertrauen gefasst habe, nach der möglichen Leistung von Sozialstunden erkundigt. Seine größte Sorge sei gewesen, dass der Vater etwas erfährt, meinte der Richter.

Die Motivation für das Leugnen in der Verhandlung sah das Gericht in der Furcht des Jugendlichen vor den Folgen im Elternhaus. Darüber hinaus schienen die Aussagen der Eltern zu jenem Tag konstruiert - mit dem Ziel, dem Sohn ein Alibi zu verschaffen.

Zur Strafbemessung verwies der Richter auf den bisherigen ordentlichen Lebenswandel, auch habe der 15-Jährige nun eine Lehre anfangen können. In Anbetracht des "sehr jungen Alters" reiche daher die Androhung einer Freiheitsstrafe plus Bewährungshilfe aus. (APA, 21.11.2012)

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