Kaputter Sessel: Kärntner Lehrerin fordert 10.000 Euro von Schüler und Direktor

21. November 2012, 11:11
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Die Frau hatte nach Sturz von Sessel langfristige Verletzungen davongetragen

Klagenfurt- Eine Lehrerin aus Kärnten hat Klage gegen einen ehemaligen Schüler und den Direktor der Schule, an der sie arbeitete, eingereicht. Vor eineinhalb Jahren hatte der damals 15-Jährige ihr einen kaputten Sessel ans Pult gestellt, wodurch sie stürzte. Wie die "Kleine Zeitung" am Montag berichtete, will die Frau nun 10.000 Euro Schmerzensgeld von Schüler und Direktor einklagen. Bei Gericht ist die Klage bereits eingegangen, die Beantwortungen lassen aber noch auf sich warten.

Die Lehrerin berichtete von den Leiden, die sie seit dem Sturz plagten: Ein Bandscheibenvorfall im Halsbereich, ein Rückenmarködem, eine Steißbeinprellung und eine chronische Nervenwurzelentzündung im Arm. Außerdem könne sie nicht mehr als zwei Stunden schmerzfrei schlafen. Für Ärzte und Therapien habe sie 2.000 Euro ausgegeben.

Versäumnisurteil bei Nichtmeldung

"Die Klage ist anhängig und wurde vor etwa 14 Tagen zugestellt", sagte Martin Reiter, Sprecher des Zivilgerichts in Klagenfurt. Bei einer Frist von vier Wochen zur Klagsbeantwortung bleiben dem Schüler und dem Direktor also noch rund zwei Wochen Zeit, um auf die Klage zu reagieren. Sollten sie sich nicht melden, ergeht ein Versäumnisurteil. Ein solches richtet sich nach den Wünschen der Klägerin. Sollten die Beklagten also nicht reagieren, wird das Gericht der Lehrerin die 10.000 Euro zusprechen. Schüler und Direktor hätten dann nur noch die Möglichkeit, gegen das Urteil zu berufen.

Wahrscheinlicher ist es, meinte Reiter, dass die beiden ihre Schuld an den von der Klägerin angeführten Verletzungen bestreiten - etwa dass diese nicht ursächlich auf den Sturz zurückzuführen seien. Außerdem könnten die Beklagten in der Replik auf die Klage bestreiten, dass 10.000 Euro Schmerzensgeld gerechtfertigt sind. Im Streitfall muss dann ein Richter entscheiden.

Sturz gefilmt und online gestellt

Der Vorfall um den kaputten Sessel und den Sturz der Lehrerin hatte im Jahr 2011 für großes Aufsehen gesorgt. Denn der Schüler und ein möglicherweise beteiligter Klassenkamerad hatten den Sturz auch noch gefilmt und das Video ins Internet gestellt. Beide Burschen wurden für eine Woche vom Unterricht suspendiert.

Es gab auch ein Strafverfahren. Dieses endete mit einer Ermahnung. Der Direktor wird von der Lehrerin übrigens deswegen belangt, weil er gewusst haben soll, dass der Sessel kaputt ist und die Sitzgelegenheit nicht rechtzeitig ausgetauscht haben soll. (APA, 21.11.2012)

  • Ein Schüler stellte seiner Lehrerin einen kaputten Sessel an den Katheder, filmte ihren Sturz und veröffentlichte das Video auf YouTube. Sie fordert nun Entschädigung für die entstandenen Schmerzen.
    foto: dpa/caroline seidel

    Ein Schüler stellte seiner Lehrerin einen kaputten Sessel an den Katheder, filmte ihren Sturz und veröffentlichte das Video auf YouTube. Sie fordert nun Entschädigung für die entstandenen Schmerzen.

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