Serbien will kroatischen Militärs nun selbst Prozess machen

21. November 2012, 10:57
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Militäroperation "Sturm": Frühere kroatische Generäle Ante Gotovina und Mladen Markac waren jüngst freigesprochen wurden

Belgrad (APA) - Die serbische Sonderstaatsanwaltschaft für Kriegsverbrechen will nun selbst Verfahren wegen Kriegsverbrechen während der Wiedereroberung der Krajina seitens der kroatischen Streitkräfte, der sogenannten Militäroperation "Sturm" im August 1995, einleiten. Sonderstaatsanwalt Vladimir Vukcevic kündigte laut der staatlichen Presseagentur Tanjug die Aufnahme von Verfahren in sechs diesbezüglichen Fällen an.

Dies werde auf Basis der Beweise erfolgen, welche die Sonderstaatsanwaltschaft besitze, erläuterte Vukcevic. Auch habe man zur Einleitung der Verfahren das rechtskräftige Urteil des UNO-Tribunals für die früheren kroatischen Generäle Ante Gotovina und Mladen Markac abgewartet. Sie waren in der Vorwoche von Kriegsverbrechen-Vorwürfe freigesprochen. In Serbien hatten die Freisprüche für Empörung gesorgt.

Die Sonderstaatsanwaltschaft wird nach Angaben von Vukcevic nun auch das UNO-Tribunal auffordern, ihr die Beweise im Fall der freigesprochenen Generäle zuzustellen.

Nach Meinung des serbischen Sonderstaatsanwaltes hatten die UNO-Ankläger es unterlassen, sich im Fall "Sturm" auch die sogenannten Artillerie-Tagebücher zu besorgen, die das Artillerie-Aufkommen während der Militäraktion "Sturm" unter Ex-General Ante Gotovina 1995 dokumentieren. Dies sei das Wesentlichste, so Vukcevic. Von kroatischer Seite hieß es wiederholt, dass die Artillerie-Tagebücher vernichtet worden seien.

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