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St. Pölten/Wien - Beim börsenotierten Ölindustrie-Ausrüster Schoeller-Bleckmann (SBO) aus Ternitz in Niederösterreich sind die Gewinne und Umsätze auch im 3. Quartal kräftig gesprudelt. Deshalb kletterte das operative Neunmonats-Ergebnis (EBIT) um 44,2 Prozent auf 89,9 Prozent, und das Nettoergebnis stieg um 53,0 Prozent auf 57,0 Mio. Euro, wie SBO am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz wuchs bis Ende September um 31,6 Prozent auf 386,7 Mio. Euro.
Der Auftragsstand SBOs ist im Laufe des 3. Quartals geschrumpft. Per 30.9. lag das Volumen mit 190,3 Mio. Euro zwar noch 13,6 Prozent über Vorjahr, aber spürbar unter dem Wert von Ende Juni mit damals noch 208,7 Mio. Euro (was per 30.6. einem Plus von 52,2 Prozent im Jahresabstand entsprach).
SBO-Chef Gerald Grohmann meint, die Abschwächung des Auftragseingangs sei nur eine temporäre Erscheinung, das Gesamtjahr 2012 werde bei Umsatz und Ergebnissen erneut ein Rekordjahr. Wachstumsimpulse gebe es primär von Emerging Markets wie China und Indien, doch auch vom Schiefergas- und Schieferöl-Hype in den USA profitiere die SBO durch ihre Präsenz in Texas und Louisiana.
Zur Schiefergas-Ablehnung in Europa teilt der SBO-Chef die jüngste Kritik etwa von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) und OMV-Chef Gerhard Roiss. "Auch ich kritisiere, dass sich Europa hier wirtschaftlich und energiepolitisch ins Eck stellt", so Grohmann: Bei interessanten Energiepreisen könne nämlich die produzierende Industrie wieder hier Fuss fassen. In Polen, wo große Schiefergas-Vorkommen vermutet werden, stehe natürlich auch SBO im Kontakt mit Explorationsfirmen vor Ort, "wenn es losgeht sind wir dabei". Kurz- oder mittelfristig werde das aber noch kein Thema sein.
Die Nettoverschuldungn des Ölfeld-Ausrüsters lag zum Ende des 3. Quartals mit 56,0 Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahres-Vergleichswertes von 55,3 Mio. Euro. Grund dafür waren Investitionen in Sachanlagen sowie die Ausweitung des Geschäftsvolumens, die eine entsprechende Finanzierung des Umlaufvermögens erforderte, wie es heißt.
Trotz schleppender Entwicklung der Konjunktur in den Industrieländern bleibe die wirtschaftliche Leistung in vielen Emerging Markets und Developing Economies robust, betont SBO im Ausblick. Dadurch steige die globale Nachfrage nach Öl und Gas kontinuierlich an. Die IEA gehe aktuell davon aus, dass 2013 die durchschnittliche globale Ölnachfrage bei 90,4 Mio. Barrel pro Tag liegen werde, ein Zuwachs von 0,9 Prozent bzw. 0,8 Mio. Fass täglich gegenüber 2012.
Zu einer Dividende für 2012 hält sich Chef Grohmann noch bedeckt. Zunächst wolle man die Zahlen zum neuerlichen Rekordjahr per 31. Dezember abwarten und sich den Cashbestand und das Marktumfeld ansehen. Erst bei der Bilanzpräsentation - geplant für März - wolle er sich zu einer Gewinnausschüttung äußern. Für 2011 hatte SBO die Dividende von 1,00 auf 1,20 Euro je Aktie angehoben.
In Ternitz wird für 54 Mio. Euro eine neue Halle hingestellt, die Mitarbeiterzahl wächst um rund 100. Der Mitarbeiterstand lag zum 30.9. mit 1.598 um 12,7 Prozent höher als ein Jahr davor (1.418). (APA, 21.11.2012)
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