Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Turin/Wien - Champions-League-Titelverteidiger Chelsea London hat es also endgültig vom Himmel in die tiefsten Klüfte geschafft. Nach einer 0:3-Niederlage bei Juventus Turin stehen die Blues vor dem Aus nach der Gruppenphase und müssen überdies Ausschau nach einem neuen Trainer halten, denn die Blues verkündeten am Mittwoch die Entlassung von Trainer Roberto di Matteo.
Der Fußball-Club reagierte damit auf eine anhaltende Talfahrt und das drohende Aus in der Gruppenphase der Königsklasse. Nie zuvor ist ein Titelverteidiger bereits in dieser Phase ausgeschieden, die Ausnahme bildet Marseille, das in der Saison 1993/94 gesperrt war und nicht antreten durfte. In der Liga wartet Chelsea bereits vier Spiele auf einen Sieg. "Die jüngsten Leistungen und Ergebnisse des Teams waren nicht gut genug, sodass der Besitzer und der Vorstand das Gefühl gehabt haben, dass eine Veränderung notwendig ist", erklärte der Club in einer Stellungnahme. Der frühere Assistent Di Matteo hatte sein Amt im März vom Portugiesen Andre Villas-Boas übernommen und Chelsea danach zum ersten CL-Titel geführt. Ein Nachfolger soll laut Clubangaben bald präsentiert werden. Großer Favorit ist Liverpool-Coach Rafael Benitez. Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch soll bereits am Dienstag vor dem Schlüsselspiel bei Juventus mit dem Spanier Kontakt aufgenommen haben.
Das Spiel in Turin offenbarte bald die Schwächen der Gäste. Die Italiener schauten sich Chelsea nicht lange an, in der vierten Minute küsste ein Schussversuch vom Schweizer Lichtsteiner nur die Stange, weil Petr Cech im Weg stand und die frühe Katastrophe verhinderte. Kurz darauf legte sich Cahill fast ein Ei, eine Juve-Flanke lenkte er nur knapp nicht ins eigene Tor.
Weil in der Chelsea-Offensive oftmals Spieler mit überschaubaren defensiven Ambitionen wirken (Mata, Hazard, Oscar), sind die Blues gegen Mannschaften die gut umschalten, in der eigenen Platzhälfte immer wieder in Unterzahl. Abhilfe sollte diesmal eine Fünferkette in der Abwehr schaffen, die war aber so angsteinflößend wie ein schlafender Hund. Chelsea weckte sich in der Anfangsphase aber immerhin im Angriff selbst auf: Oscar düpierte mit einem ausgedehnten Dribbling die Turiner Defensive von der Mittellinie weg und servierte dem Belgier Hazard den Ball im Strafraum wunderbar, dieser scheiterte knapp an den Beinen Buffons.
Italienische Kontrolle
Danach in Halbzeit eins nur mehr Juventus: Auf der linken Seite war der quirlige Kwadwo Asamoah immer anspielbar und das mit Dampf nach vorne. Pirlo gab selbstverständlich den abgeklärten Gestalter, der das Tempo variierte. Ein Schuss von Marchisio im 16er war ideal auf das kurze Eck bemessen, allein der Mann mit dem Helm weckte erneut den Teufelskerl in sich. Nach 15 Minuten und fünf Juve-Ecken stand es noch immer nicht 1:0.
Der genese Vucinic und sein Sturmkollege Fabio Quagliarella schossen Cech in der Folge weiter warm, Zwingendes war aber nicht zu beobachten. Pardauz: Juventus hätte sich dafür fast in den Allerwertesten beißen können. Chelseas Stärkster namens Oscar tauchte nämlich in der 36. Minute alleine vor Buffon auf, das Auswärtstor in Reichweite verdiente sich aber Bonucci in höchster Not als Ausputzer.
Zwei Minuten später sorgte Juventus dann doch für Leistungsgerechtigkeit: Pirlo schoss aus 25 Metern direkt auf seinen Mitspieler Quagliarella, der daraufhin seinen linken Fuß glücklich in Stellung brachte und den Ball ins Goal verlängerte. Cech ist manchmal nur zu überwinden, wenn a) der Schuss abgefälscht ist und b) er am falschen Fuß weilt.
Die Entscheidung
Für die Gäste war der Pausentee noch nicht aufgegossen, auch wenn die Spieler sich vielleicht schon nach der Kabine sehnten. Ashley Cole musste nach einem Strafraum-Gewusel die Kugel sauber von der Line wegputzen. Im Konter verpasste Juan Matta kurz vor Ende der ersten Halbzeit den Ausgleich, er brachte im Anlauf auf Buffon keinen Druck mehr hinter den Ball.
Der Mann des Spiels war aber auch im zweiten Durchgang der Helmträger aus London: Quagliarella und Pirlo testeten den tschechischen Super-Goalie mit harten Krachern aus allerlei Distanzen, er konnte die ständigen Attacken parieren. Das Requiem für Chelsea erklang aber spätestens in der 61. Minute ganz laut. Arturo Vidal wurde mittig am 16er ideal von einem am Flügel durchbrechenden Asamoah bedient und heizte den Ball scharf und flach ins Tor. Cech war erneut geschlagen, der Ball war, nun ja, abgefälscht.
Auflösungserscheinungen
Daraufhin schaltete Juventus einen Gang zurück, Chelsea-Coach di Matteo wachte aus seiner Lethargie auf und brachte Victor Moses für Verteidiger Azpilicueta. In der 70. Minute tauchte auch Torres auf, er kam für John Obi Mikel. Dem Verderben von Chelsea konnten die Eingewechselten aber nichts entgegensetzen, der letzte Torschuss der Engländer datierte aus Minute 40. Gegenwehr gab es in der Schlussphase keine mehr, vor allem im zentralen Mittelfeld hatten sich die Blues aufgelöst. Govinco setzte mit dem 3:0 in der 90. Minute den feierlichen Schlusspunkt für eine überlegene alte Dame.
Ein Sieg am letzten Spieltag gegen FC Nordsjælland reicht für Chelsea nicht aus für ein Weiterkommen, wenn sich Juventus Turin und Schachtjor Donezk unentschieden trennen.
Aufregung in Dänemark
Schachtars Kantersieg in Dänemark war indes von einem umstrittenen Treffer überschattet. Stürmer Luiz Adriano traf nach einem Schiedsrichterball, den sein Kollege Willian eigentlich zum Gegner zurückspielen wollte, zum zwischenzeitlichen 1:1 (26.). Nach langen Diskussionen schien es, als ließen die Ukrainer den verdutzten Dänen im Gegenzug ein Kompensationstor schießen, um sich dann doch noch dagegen zu entscheiden.
Lorentzen gelang zwar wenig später bei auffallend wenig Gegenwehr die neuerliche Führung (29.), danach machte Donezk aber durch je zwei Tore von Willian (44., 50.) und Luiz Adriano (53., 81.) ernst. In Österreich war im Jahr 2000 nach einem ähnlichen Vorfall ein Ligaspiel der Wiener Austria bei SW Bregenz (4:1) neu ausgetragen worden. Austria-Stürmer Christian Mayrleb hatte getroffen, nachdem die Vorarlberger den Ball zur Spielunterbrechung absichtlich ins Out gespielt hatten. Das Wiederholungsspiel gewann Bregenz 2:1. (Florian Vetter/APA, derStandard.at, 20.11.2012)
Ergebnisse Champions League Gruppe E - 5. Runde: Dienstag
Juventus Turin - Chelsea 3:0 (1:0)
Tor: Quagliarella (38.), Vidal (61.), Giovinco (91.)
FC Nordsjälland - Schachtar Donezk 2:5 (2:2)
Tore: Nordstrand (24.), Lorentzen (29.) bzw. Luiz Adriano (26., 53., 81.), Willian (44., 50.)
502.567 Bestellungen stehen 24.042 Tickets gegenüber
Nach einem 3:0 beim FC Barcelona wird der Österreicher erstmals ein Finale zur Champions League bestreiten
Pressestimmen aus Spanien und Deutschland zu FC Barcelona - Bayern München
Münchner gewinnen das Rückspiel mit 3:0 und ziehen mit dem Gesamtscore von 7:0 ins Finale ein - Alaba Assistent beim Führungstor durch Robben - Messi auf der Bank
Münchner mit Gesamtscore von 7:0 im Finale - Alaba assistiert beim Tor von Robben, Piqué und Müller erhöhen - Messi nur auf der Bank
Borussia Dortmund feiert im Bernabeu - Entnervter Boss Watzke versteckte sich im Finish in der Toilette
BVB feiert 0:2-Niederlage in Madrid - Späte Tore von Benzema und Ramos für Real zu wenig - Dortmund zum zweiten Mal nach 1997 im Endspiel
Dortmund überlebt eine Zitterpartie in Madrid und steigt trotz einer Niederlage in das Champions-League-Finale auf
Dortmund-Stürmer trifft im Halbfinal-Hinspiel gegen das weiße Ballett viermal - Ronaldo schreibt für die Madrilenen an
Der BVB lässt sich nicht lumpen und macht es den Bayern gleich - Lewandowski trifft vier mal
Nach dem 0:4 geht es für den FC Barcelona im Rückspiel um die Ehre - Bayern Trainer Heynckes recht sachlich
Münchner können nach 4:0-Heimerfolg im Halbfinal-Hinspiel schon für das Finale planen - Doppelpack von Müller, Assist von Alaba
Münchner schon nach Halbfinal-Hinspiel mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im Finale
Sie spielen im Konzert der Großen, schicken sich an, die Champions League zu gewinnen. Vergleicht man sie im finanziellen Bereich mit den Bayern, sind sie nur ein kleiner Player, von Real Madrid und dem FC Barcelona ganz zu schweigen
Bei Borussia Dortmund gehen die letzten Karten für das CL-Halbfinale gegen Real Madrid über den Ladentisch - unter teils chaotischen Umständen
Der luxemburgische Sportlehrer Aurélien Joachim will die Schwächen von RB Salzburg nicht verraten. Am Mittwoch ging er wieder zur Arbeit
Chelsea war der vielleicht unverdienteste Champions League Sieger der Geschichte. Wären sie gegen Barcelona, statt aufzusteigen, mit 1:8 Toren rausgeflogen (bei gleichem Spielverlauf, aber weniger Stangenschüssen Barcelonas) hätten sie sich auch nicht beklagen dürfen. Gleiches im Finale gegen Bayern...
Irgendwann einmal kommt allzuviel Glück in der Form von Pech zurück. Das ist Schicksal...
Donezk ist fix oben, Juve braucht nur ein Unentschieden.
Am Anfang wirds wohl so sein, dass beide Mannschaften so tun als ob sie gewinnen wollen und irgendwann wirds ein harmloser Kick mit Nichtangriffspakt.
Interessant kanns nur werden, wenn Donezk früh das erste Tor schießt.
ist wohl nicht so wichtig.
Ich weiß nicht was mich mehr auf die Palme bringt. Das Tor von Adriano, sein wehementes Auftreten den Dänen das Gegentor nicht zu erlauben oder die nachfolgende Entschuldigung.
Eines unsportlicher als das andere
man stelle sich vor, man hat letztes Jahr für seine Firma das beste Ergebnis der Firmengeschichte erzieht (und hatte maßgeblichen Anteil an diesem Erfolg. und beim ersten Patzer, den man sich leistet, schmeißen die einen gleich raus. ... ich weiß, dass er GENUG Geld dafür bekommt, als attraktiven Arbeitgeber/Marke/... positioniert man sich damit nicht gerade
di matteo ist sicher kein schlechter trainer, aber er war beim champions league finale gerade mal 8 wochen im amt und war bei zwei (?) spielen trainer
den grossteil der arbeit hat ja villas boas gemacht, was man mit dieser negativserie auch zu merken bekommt
dass abramowich nicht lange fackelt hat man auch bei angelotti gesehen
Ich glaube auch dass Chelsea als "Trainerstandort" aus der Aktion etwas beschädigt hervorgeht, zumindest hinterlässt man nun nach der frühzeitigen Entlassung von AVB (was ja als langfristiges Projekt angekündigt wurde) schon das zweite Mal innerhalb von kurzer Zeit einen sehr unprofessionellen Eindruck in dieser Angelegenheit.
Klar hat man die nötige Kohle um sich jederzeit wieder einen guten Trainer an die Bridge lotsen zu können, die Frage ist nur wer von den absoluten Topleuten sich das wirklich noch antun will
Der FC Chelsea ist ein erfolgsorientiertes Unternehmen, wie jeder anderer Betrieb in der Privatwirtschaft auch. Wer zahlt, schafft nun mal an und das ist in diesem Fall ein Präsident, der zig Millionen jährlich in den Verein pumpt.
Und Erfolge von gestern, zählen heute nicht mehr.
Der Grund warum Chelsea keinen Nachwuchs hat(te) heisst Ken Bates. Er war vor RA 22 Jahre lang an der Spitze des Klubs und hat es fuer wichtiger empfunden Hotels zu bauen als in ein gescheites Academy Setup zu investieren. Chelsea A-team hat bis 2005 auf einem Acker des Imperial College trainiert, der Nachwuchs sogar bis 2007. Ohne RA's investment wuerden wir diesbzgl noch immer in der fussballerischen Steinzeit vegetieren, so haben wir 20 jahre nachdem Arsenal, United, Milan, Barca, Real etc erst angefangen die richtigen Prioritaeten zu setzen. Das sowas nicht gleich Fruechte traegt ist bei jedem Klub das gleiche. Barcelona erntet jetzt was Cruyff vor 2-3 Jahrzehnten gestarte hat.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.