Credit Suisse legt Sparten zusammen

20. November 2012, 19:02
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Abhängigkeit vom Investmentbanking soll verringert werden

Zürich - Der Umbau der Schweizer Großbank Credit Suisse kommt langsam voran. Zum Monatswechsel will das Institut das Privatkundengeschäft und die Vermögensverwaltung zusammenlegen. Dies kündigte das Unternehmen am Dienstag in Zürich an. Die Bank besteht damit künftig nur noch aus zwei Bereichen. Mit der neu formierten Sparte will sie sich stärker auf das Kundengeschäft ausrichten und die Abhängigkeit vom schwankungsanfälligen Investmentbanking verringern.

Bis Ende September steuerten die beiden jetzt zusammengelegten Bereiche einen deutlich höheren Beitrag zum Gewinn bei als das von den Finanzmärkten abhängige Investmentbanking. Die Großbank baut zudem ihre Führungsmannschaft und ihre regionale Aufstellung um. Für Bank-Chef Brady Dougan sind die Maßnahmen ein weiterer Schritt, um die Bank auf das veränderte Umfeld einzustellen.

An der Börse wurde die Ankündigung aber mit Enttäuschung aufgenommen, Analysten vermissten den großen Wurf. Dazu hatte vor wenigen Wochen Konkurrent UBS angesetzt, der sein Investmentbanking radikal verkleinert. Das wagt die Credit Suisse bislang nicht.

Erneut blieb das Institut konkrete Angaben zu seinem Sparprogramm schuldig. Credit Suisse hatte im Oktober schärfere Einschnitte angekündigt, bis 2015 will die Bank 4 Mrd. Franken (3,3 Mrd. Euro) sparen. Zum erwarteten Stellenabbau hielt sie sich weiter bedeckt.

Die Bankenbranche befindet sich wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise in einem grundlegenden Wandel. Vor allem für global tätige Investmentbanken wie die Credit Suisse ändern sich die Regeln. Die Aufseher weltweit wollen die Zügel strenger anziehen. (APA, 20.11.2012)

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