Arzt-Selbstbehalt für Selbstständige soll fallen

20. November 2012, 18:26

Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband stellt Antrag und gründet Aktionskomitee

Wien - Bereits 55 Prozent der Unternehmen in Österreich sind sogenannte Ein-Personen-Unternehmen (EPU), von denen fast die Hälfte wiederum nur einen Jahresumsatz von unter 30.000 Euro erzielt - vor Abzug der Steuern.

"Genau diese wachsende Gruppe hat keine soziale Absicherung, wenn sie durch Krankheit oder Unfall arbeitsunfähig ist", mahnt Fritz Strobl, Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Wien und Vizepräsident der Wiener Wirtschaftskammer, in einem Hintergrundgespräch mit Journalisten. Weil Selbstständige finanziell zunehmend unter Druck kämen - die Armutskonferenz spricht sogar von doppelt hoher Armutsgefährdung im Vergleich zu Angestellten -, will Strobl die SVA dazu bewegen, dass der 20-prozentige Selbstbehalt beim Arzt fallen soll.

Auch das Krankengeld soll es für Selbstständige erst ab dem 43. Tag geben - das ist für Strobl zu spät. "Viele können sich keinen Arztbesuch mehr leisten und gehen krank arbeiten." In den Parlamenten der Wirtschaftskammer Wien und Österreich hat er den Antrag bereits mehrfach erfolglos eingebracht, nun soll ein überparteiliches Aktionskomitee für die Abschaffung kämpfen.

"Wir wollen massiv Druck machen und mindestens 10.000 Unterschriften sammeln", kündigt Strobl an. Am 27. November wird der Antrag erneut in der Wiener Wirtschaftskammer gestellt. Die Maßnahme soll über höhere Beiträge der besser verdienenden Selbstständigen gegenfinanziert werden. Außerdem verfüge die Sozialversicherungsanstalt über genügend Rücklagen. (juh, DER STANDARD, 21.11.2012)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 54
1 2
Das einzige, was wirklich nützen würde

Die SVA ersatzlos abschaffen - damit würde man den bedauernswerten Zwangsmitglieder am meisten helfen.

Wirtschaftsredakteure des Standards AUFGEPASST!

Der Umsatz, das ist das Geld, das man einnimmt, von dem man aber die Vorkosten wieder zahlen muss. Das ist nicht das, was übrig bleibt.
In einem Artikel den Umsatz zu erwähnen ist ungefähr so, wie wenn sie in einem Strafmandat lesen, dass sie im Jahr 30.000 km fahren, statt, die Geschwindigkeitsübertretung.
Daher ist es auch egal, ob vor Abzug der Steuern (und noch dazu welcher) Man zahlt keine Steuren für einen Umsatz, immer nur für Gewinn.

Diesen Unsinn muss ich immer wieder in Artikeln lesen. Das ist nicht das erste Mal, also bitte die Info an alle Redakteure weitergeben!

wieso sind die Selbständigen bei der SVA versichert?

gehören die nicht zur SVGW? oder gilt das nur für Gewerbe?

Antwort

SVA ist die offizielle Abkürzung für Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft

SVA, die reichste Versicherung Österreichs,

die seit Jahrzehnten Millionen an Selbstbehalt kassiert, hat in der aktuellen Jahresbilanz 9,8 Millionen Defizit! Wie kommt das?

"Die SVA macht dafür einen "Zwangsbeitrag" zur Budgetkonsolidierung, die doppelte Hebesatzsenkung und ihren Finanzierungsanteil am Wiener Hanusch-Spital verantwortlich. Ohne diese "Eingriffe von außen" könnte die SVA nach eigenen Angaben für heuer einen Gewinn von 22,5 Millionen Euro erwirtschaften. "

Hanusch-Spital? wird doch von der Wiener GKK geführt?

Dafür also wird der Selbstbehalt verbraten!

Sofortige Abschaffung des Selbstbehaltes jetzt!!!

lang hat's gedauert ....

meine Unterschrift haben die auf jeden Fall. Wo muss ich unterzeichnen? :P

...

Vielen Dank für den Link, ich habe mich gleich eingetragen.
LG
Salem

Noch viel besser ist es allerdings,

sein Unternehmen in einem anderen Land zu gründen.

In Österreich ist nichts mehr zu holen, außer man ist Systemgünstling oder EU-Subventionsempfänger.

Zeit wirds!

Die Ein-Personen-Unternehmen sind die Fußabstreifer der Nation.

Es ist nicht einzusehen warum diese anders behandelt werden als Angestellte oder Arbeiter. Diese werden genau so krank und zwar auch schon vom 1. Tag an, werden genausso Arbeitslos und haben noch dazu einen enormen finanziellen Druck.

Falls Sie Arbeitsplätze schaffen werden diese auch gerne vom Staat angenommen, aber bis dahin bist ein Trottel und Brennstein als Selbstständiger.

Viel besser wäre es die Höchstbemessungsgrundlage abzuschaffen

Wieder ein Versuch der Etatisten

den totalen Staat zu etablieren.

Wer mit den Konditionen der Selbständigkeit nicht zurecht kommt sollte es bleiben lassen und einen Angestelltenjob anstreben.

Na klar, das Streichen einer finanziellen Belastung markiert den Übergang zum totalen Staat

Und wenn die SVA dann auch noch Zahnersatz erstattet, erlischt das Licht der Freiheit zur Gänze. Ein freier Mensch braucht keine Versicherung; er kommt für jede Eventualiät aus eigener Tasche auf.

Das Dumme ist, daß diese Freiheit für weniger als ein Prozent der Bevölkerung möglich ist. Der Verdacht liegt nahe, daß das Ihr erklärtes Ziel ist.

freier Mensch

ich hoffe für Sie, dass Sie ein Leben lang gesund bleiben, denn nur dann sind Sie für "private" Versicherungen ein Geschäft und vor allem, nur dann werden Sie genommen. Also um die 20, gesund und fit: auf auf!! Sollten Sie allerdings um die 50 sein, schon mal im Krankenhaus gewesen sein, dann wird's aber ziemlich eng. Gesundheit, mein Lieber!

Mein Lieber

Wenn Sie den zweiten Absatz meines Postings gelesen hätten, wären Sie draufgekommen, daß der erste nur ironisch gemeint sein konnte. Eigentlich hätte ich gedacht, daß das spätestens durch die Formulierung "erlischt das Licht der Freiheit" klar sein sollte, aber ich weiß, das hier ist derstandard.at ...

hier gehts um gleichstellung..

und um nichts anderes. warum sollten selbstständige schlechter gestellt sein als angestellte? dafür gibts keine plausible begründung.

Doch, gibt es.

Selbständigkeit soll zugunsten eines Lohndiener-Untertanentums abgewürgt werden.

So einen Sager rotzen Sie sicher auch einem seit 25 Jahren Beiträge zahlenden selbstständigen EPU hin, der plötzlich an Krebs erkrankt, oder? Sehr intelligent Erisian! Ich hoffe, es erwischt Sie! Im übrigen bin ich gespannt, wie der Angestellten-Arbeitsmarkt 300.000 EPU, die ihre Arbeitsplätze immerhin selbst geschaffen und erhalten haben, unterbringen will, wenn diese Ihrem Rat folgen.

Klar

Ich bin seit 27 Jahren selbständig, anfangs als EPU.
Und?
Das halbe Leben ist Planung.
Und ja, sehr intelligent, ich habe es auch gezahlt, schließlich ist es eine Versicherung.
Dabei habe ich bis heute 30 Arbeitsplätze und ein sehr gesundes Unternehmen geschaffen.
Allen Widerständen zum Trotz.

So what, if you can't stand the heat, stay out of the kitchen.

und dies nachdem vor ein paar monaten die sva selbst tonnenweise papier rausgeschikt und um halbierung der selbstbehaltsbeträge geworben hat.
mehrere bekannten haben die prozedur über sich ergehen lassen, allesamt 30-35, sportler, nicht raucher, schlank, mehr pder weniger gesund essend-lebend. unter 4 artzbesuchen hats niemand geschaft, den wisch fertig zu bekommen, rausgekommen ist bis heute nichts, ausser die 4 termine scheinen bereits in der aufstellung auf.

nichtraucher, schlank, gesund,... 2 Arztbesuche (halbes Jahr) - 10% problemlos.

Die SVA ist ohnehin eine Frechheit und ist mit dafür verantwortlich, dass viele Selbstständige schon nach kurzem aufgeben müssen. Das Finanzamt ist entgegen seinem Ruf relativ kulant, aber die SVA hängt wie ein Blutegel an einem dran.

Gut Ambitionen, leider falsche Lösungsvorschläge!

Die Unternehmer sind tatsächlich im Krankheitsfall schon immer wesentlich benachteiligt und eigentlich vom Bankrott bedroht, wenn diese beruflich nicht einsatzfähig sind. Die Gesellschaft sollte also auch diese wichtige Gruppe besser sozial absichern.

Der Entfall des Selbstbehaltes bei einem Artzbesuch ist aber eher das falsche Signal und bringt auch kaum was. Diese Kosten sind vernachlässigbar, weil die privaten Ärzte kaum Kosten verursachen. Ich würde meinen ein Selbstbehalt sollte für alle Bürger gelten, die Bürger haben ja auch eine Eigenverantwortung für deren Gesundheit.

Es braucht aber dringen Lösungen für jede Art von Arbeitsunfähigkeiten!

Posting 1 bis 25 von 54
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.