Wo sich Gedanken im Karussell drehen dürfen

20. November 2012, 18:26
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"Brain Lounge" am Cemm eröffnet

Zwei Männer mit dicken Bäuchen und zwei Schwangere, jeweils in Unterwäsche und Affenmasken, machen sich Gedanken, drehen sich im Kreis, legen die Masken ab, tanzen Hula, streicheln sich über die Bäuche: So werden Ideen geboren. Die Performance der Künstlergruppe Toxic Dreams eröffnete vergangenen Montag die Brain Lounge, beheimatet im achten Stock des Forschungszentrums für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Cemm) auf dem AKH-Campus in Wien. Das Kunstprojekt wurde als Community-Projekt durch das Zusammenspiel von Wissenschaft, Kunst und Design und mit Unterstützung von Sponsoren realisiert.

Treibende Kraft hinter der Brain Lounge ist der wissenschaftliche Direktor des Cemm, Giulio Superti-Furga. Er wollte einen Raum für Ideenfindung verwirklichen, der den 135 Cemm-Wissenschaftern (aber nicht nur ihnen), die an den Forschungsschwerpunkten Krebs, Entzündungen und angeborene Immunität forschen, einen Ausbruch aus dem Alltäglichen ermögliche und der Ideenfindung diene, sagte er in seiner Eröffnungsrede: Denn wichtiger als die innovativsten wissenschaftlichen Instrumente, Geräte und Technologien sei die Idee.

Das Designerduo Walking Chair übernahm die Gestaltung des Raums. Künstler wie Thomas Feuerstein, Peter Kogler, Brigitte Kowanz, Alois Mosbacher, Eva Schlegel und Martin Walde haben ihre Ideen und Arbeiten in das Projekt eingebracht. Wer möchte, kann beim Betreten der Lounge ein Kostüm wählen, um schnell aus dem Alltag auszusteigen, bevor er im " Gedanken-Karussell" Platz nimmt. Das zentrale Kommunikationselement bildet ein runder Tisch mit 14 Sitzen, geprägt von einem Peter-Kogler-Hirn. Die Kunstwerke im Raum und die Aussicht auf Wien ziehen vorbei, wenn das Karussell auf Knopfdruck seine Kreise zieht. (max, DER STANDARD, 21.11.2012)

  • Der Hund, gezeichnet von Alois Mosbacher, gehört zum Inventar des zentralen 
Kommunikationselements der Brain Lounge am Cemm, eines mit 14 Sitzplätzen 
ausgestatteten Karussells, das die Kunstwerke im Raum in den Blick rückt.
    foto: standard/christian fischer

    Der Hund, gezeichnet von Alois Mosbacher, gehört zum Inventar des zentralen Kommunikationselements der Brain Lounge am Cemm, eines mit 14 Sitzplätzen ausgestatteten Karussells, das die Kunstwerke im Raum in den Blick rückt.

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