Medaillenjagd ohne Rogan und Jukic

Nach Abzug von Österreichs Erfolgsgaranten hängen bei der Kurzbahn-EM die Medaillen hoch

Chartres/Wien - Indianapolis war wirklich bemerkenswert. Im Oktober 2004 stieg auf der dortigen Kurzbahn eine Schwimm-WM. Dinko Jukic, 15-jähriger Dreikäsehoch, war noch nicht so weit. Markus Rogan wäre weit genug gewesen, erst kurz zuvor hatte er in Athen zwei olympische Silbermedaillen geholt. Doch auf Indianapolis pfiff er, weil im Dezember 2004 daheim in Wien noch eine Kurzbahn-EM anstand, bei der er zweimal Gold und zweimal Silber holen sollte. Und also war Indianapolis 2004 insofern bemerkenswert, als weder Rogan noch Jukic ins Becken sprangen.

Chartres wird wirklich bemerkenswert. In der Präfekturhauptstadt des Départements Eure-et-Loir, die inmitten von Weizenfeldern und rund um eine berühmte Kathedrale am Fluss Eure liegt, steigt ab morgen, Donnerstag, das erste Rogan-und-Jukic-lose Großevent seit Indianapolis 2004. Eine Kurzbahn-EM. Gut möglich allerdings, dass dies Chartres und seine 40.000 Einwohner (Chartrains) etwas weniger kratzt als den österreichischen Schwimmverband. Schließlich hat es kaum einen Erfolg gegeben, der nicht den Namen Jukic, Mirna miteingeschlossen, oder Rogan trug. Die letzte "andere" Medaille ging 2007 aufs Konto von Fabienne Nadarajah, die Kurzbahn-EM-Bronze im Rückensprint ergatterte.

Rogan hat sich, sei es vorübergehend oder dauerhaft, ins Privatleben und nach Kalifornien zurückgezogen. Und Jukic hat, wie sein Anwalt Thomas Krankl bestätigt, vergangenen Freitag den Verband geklagt und eine einstweilige Verfügung gegen seine Sperre beantragt. Bleiben zehn heimische Schwimmer, die nach Chartres reisten, wo die Medaillen ziemlich hoch hängen werden. Die größte diesbezügliche Hoffnung ist Martin Spitzer (27), der Steirer war 2010 als Fünfter im Delfinsprint und 2011 als Vierter über 100 Meter Lagen schon ziemlich knapp dran am Podest, einmal fehlten 0,08, das andere Mal 0,12 Sekunden. Spitzer will " besser als im Vorjahr abschneiden. Eine Medaille ist das Traumziel und nicht außer Reichweite."

Die zehn Aktiven werden von drei Trainern begleitet - Marco Wolf betreut die Linzer, Adam Thoroczkay die Südstädter, Dirk Lange die Grazer Gruppe. Christian Meidlinger, der Paul Schauer als Verbandspräsident folgte, reist übrigens nicht nach Chartres, er ist verhindert. (fri, APA, DER STANDARD, 21.11.2012)

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Schade

wenn man mitansehen muss, was aus den österreichischen schwimmern geworden ist!

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