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Bregenz - Vorarlberger Bergkäse ist nicht nur eine Spezialität, er ist Kulturgut. Geschützt durch eine EU-Ursprungsbezeichnung und aufgenommen in die "Arche des Geschmacks" von Slow Food. Ausgerechnet um das Premiumprodukt Vorarlberger Sennereien bahnt sich ein formidabler Skandal an.
Milchbauern sollen ihre Wiesen mit importiertem keimbelastetem Hühnermistgranulat aus Tierfabriken gedüngt haben. Nicht nur der Käse reagiert empfindlich auf die ungewohnten Keime: Im Landhaus stehen die Zeichen auf Sturm.
"Ich will nicht, dass Mist, der irgendwo gekauft wird, aufgebracht wird", schimpft Landwirtschafts- und Umweltlandesrat Erich Schwärzler (VP). Wenn man sich nicht mehr auf die Eigenverantwortung der Bauern verlassen könne, müsse man verbieten, sagt der Landesrat. Und zwar soll künftig in den Milchlieferverträgen die Art der Düngung vorgeschrieben werden.
Die Herstellung von Bergkäse ist eine sensible Sache. So muss auf Silofütterung verzichtet werden, da Silage gärt, der Käse nichts wird. Doch trotz silofreier Fütterung klagen immer mehr Sennereien in der größten Bergkäse-Region, dem Bregenzerwald, über Qualitätsverluste.
Der Käse schaut nicht mehr aus, wie er aussehen sollte, die maximal haselnussgroßen Löcher werden riesig, den Käse bläht es auf, er reißt, riecht und schmeckt unangenehm. Die Fehlgärung verhindert den für einen richtigen Bergkäse notwendigen Reifeprozess von mindestens sechs Monaten.
"Dieser Käse kommt gar nicht in den Verkehr", versucht Bernhard Zainer vom Institut für Umwelt- und Lebensmittelsicherheit zu beruhigen. Von Amts wegen würden aus diesen Produkten keine Proben gezogen, sagt Zainer. Denn für Käse, die nicht auf den Markt kommen, sei der Hersteller zuständig.
Ursache für die Fehlgärung sind meist Clostridien, sporenbildende Bakterien. Im schlimmsten Fall können sie Botulismus, eine Lebensmittelvergiftung, auslösen, sagt Zainer.
Im Mist aus Hühnerfarmen sind aber auch multiresistente Bakterien und Antibiotikarückstände zu finden. Grünen-Klubobmann Johannes Rauch will in einer Anfrage an Landesrat Schwärzler wissen, welche Bakterien gefunden wurden, ob der Mist gentechnikfrei ist, "wie dieser letzte Mist tonnenweise auf Vorarlberger Weiden landen konnte".
Schwärzler zum STANDARD: "Der Import von Granulat ist erlaubt. Eine Genehmigung des Ministeriums braucht man nur für Flüssigdünger."
200 Tonnen wurden, "so mein aktueller Informationsstand" (Schwärzler), im Mai und Juni auf Wiesen aufgebracht. Dass auch Hühnerkot-Flüssigdünger aus der Schweiz im Rheintal eingesetzt wurde, ist Schwärzler nicht bekannt. "Der Flüssigdünger wird nur in einer Biogasanlage verwendet, nicht auf den Feldern." Nachsatz: "So ist zumindest mein aktueller Wissensstand."
Warum Bauern, die selbst genug Gülle haben, tierischen Dünger importieren, kann Schwärzler nicht beantworten. Johannes Rauch hat eine Vermutung: "Vielleicht werden sie für die Sondermüllentsorgung bezahlt?" Davon wisse er nichts, sagt Schwärzler.
Überrascht über die Düngepraktiken ist man auch bei der Arge Heumilch, die "ursprünglichste Milch" vermarktet. Geschäftsführer Andreas Geisler: "Import ist doch sinnlos, es hat ja jeder selber Mist." Man werde die Art der Düngung im Heumilch-Regulativ festschreiben müssen. (Jutta Berger, DER STANDARD, 20.11.2012)
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Bin froh, daß es in Österreich Medien mit seriöser Berichterstattung gibt. Daß der Großteil der Mitmenschen in der Lage ist, sich anhand einer seriösen Berichterstattung eine eigene Meinung bilden.
Es einige couraschierte Leser gibt, die mit fundierten Kommentaren Hetzerei und Werteverfall entgegenwirken.
Die Medien welche mich momentan in Vorarlberg mehr oder weniger automatisch erreichen und die davon abgeleiteten Kommentare beunruhigen mich
jedoch.
Ein Beispiel dazu aus einem der letzten Kommentare auch hier. Wo war die Rede davon, daß der fragliche Hühnermist auf ALMWIESEN ausgebracht wurde?
ist als Sondermüll zu verbrennen oder sonstwie zu entsorgen. Keinesfalls dürfen Antibiotika aufs Feld geschüttet werden. Aber in der Landwirtschaft gibt es Extrawüeste....
Und hier sieht man dei Folgen.
ich hab´s mit Ihnen,
aber die Geschichte der Landwirtschaft (und deren Kammern) lassen den zweiten Teil des posting nicht ganz von der Hand zu weisen.
Trotzdem ich weiss, dass der Umgang mit Natur und das ist ein großer Teil der Landwirtschaft ein sehr schwieriges Kapitel ist, das Veränderungen eben nur schwer und langfristig verwirklichen lässt.
Aber Traditionen wurden auch erst einmal gemacht, bevor zu solchen wurden und können und müssen eben hinterfragt werden.
mir scheint hier rot-strichelt die "schulmilch" generation. bzw. milch macht fit und so ...
ich habe einfach festgestellt, dass mir beim anblick vom käse im kühlschrank (bregenzerwälder käse) ekelt.
ihr habt den stärkeren magen. ihr könnt vermutlich auch ohne probleme hühnerfleisch aus eben den farmen essen aus denen der mist stammt. ich habe ungeschickter weise den film gesehen, wo einer mit gummistiefeln durch so eine farm latscht.
wer das sieht und nachher noch so was essen möchte, mahlzeit!
schimpft doch nicht gleich auf die, die nicht mehr das essen wollen, was ihr esst.
ich schimpfe auch nicht auf euch, sondern sage, dass es mir da den magen z'amzieht.
ist der spiegel, der da vorgehalten wird so schwer auszuhalten?
ja stimmt.... hühnermistpellets auf einem weizenfeld oder maisfeld hat natürlich gar keine schädliche wirkung.
und die 200 to wurden natürlich nur auf den heuwiesen der kühe ausgebracht, für getreide und sonstiges vegane "zeug" wird natürlich kein dünger oder sonst was verwendet.
die welt muss schön sein wenn man nur schwarz / weiss sieht....
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