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Ein Ritual, eine Einstellung: Ben Russell zeigt in einem elfminütigen Film ein Ritual einer surinamischen Dorfgemeinschaft.
Villach - Der junge US-Filmemacher, Veranstalter und Künstler Ben Russell dreht seit 2005 kurze Filme mit tendenziell hypnotischer Wirkung: Diese "Trypps" - so der Übertitel - vermitteln einen kleinen Querschnitt durch filmische Mittel und Verfahren: vom Materialfilm über Found-Footage-Bearbeitungen bis zur dokumentarischen Momentaufnahme.
Aber es gibt in Russells Filmen auch deutliche Bezüge zum ethnografischen Film und zum frühen Kino (die Plansequenzen, der Slapstick, das Arbeiten ohne Ton und Ähnliches), zum strukturellen Film, zum Aktionismus oder zur Film-Avantgarde allgemein.
Eine der Miniaturen, Trypps #6 (Malobi), verfolgt in einer einzigen knapp elfminütigen Kamerabewegung ein eigentümliches Ritual in einer surinamischen Dorfgemeinschaft.
Schwitzende Leiber
Eine andere, der auf 35-mm-Film gedrehte Black & White Trypps Number Three, ist ein in seiner Konzentriertheit rarer Musikfilm.
Zur außerhalb des Bildrahmens stattfindenden Liveperformance der Band Lightning Bolt sieht man im Anschnitt beziehungsweise im lichten Rund, das ein Scheinwerfer wirft, das Gedränge tanzender, zuckender, schwitzender Leiber und Gesichter. Das ist ganz einfach effektiv. Die Filme, die international auf Festivals und im Kunstbetrieb reüssieren, sind nun auch beim K3-Kurzfilmfestival zu sehen.
In wenigen Jahren hat sich dieses als programmatisch ambitionierte, grenzüberschreitende Veranstaltung in Udine, Ljubljana und Villach etabliert.
Heuer macht Kärnten die Abschlussstation: Von 22. bis 24. November wird in Villach neben der Russell-Retrospektive ein aktuelles internationales Wettbewerbsprogramm gezeigt, eine Kärntenkonkurrenz - unter anderem mit Josef Dabernigs Hypercrisis - sowie "Kino aus Kärnten" von Ruth Rieser, Hans Schabus und Gabriele Kranzelbinder (Produktion What Is Love?). (Isabella Reicher, DER STANDARD, 21.11.2012)
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