Kochkunst und Historie

Lawrence Norfolk liest im Salzburger Literaturhaus

Großbritannien gilt nicht gerade als Hochburg der Kulinarik. Deshalb mag es verwundern, dass ein Engländer jetzt einen historischen Roman geschrieben hat, in dem Kochkunst und Essen von zentraler, symbolischer Bedeutung sind. Das Festmahl des John Saturnall (Knaus-Verlag) heißt das vierte Buch von Lawrence Norfolk. Heute liest der Autor daraus im Salzburger Literaturhaus, die deutsche Fassung spricht Schauspieler Heikko Deutschmann.

1963 in London geboren, zog Norfolk mit seinen Eltern in den Irak, wo der Vater als Bauingenieur arbeitete. Wegen des Sechstagekriegs kehrte die Familie 1967 nach England zurück. Im südwestlichen West Country, dem Schauplatz von Das Festmahl des John Saturnall, verbrachte Norfolk seine Jugend. Danach ging er wieder nach London, um als Lehrer am King's College und als freier Autor für diverse Zeitschriften zu arbeiten. Auf Drängen seiner damaligen Lebenspartnerin wandte er sich mit einem Manuskript an eine Agentin. Lemprière's Wörterbuch wurde ein Bestseller und mit den Werken Thomas Pynchons oder Umberto Ecos verglichen. Es folgten zwei historische Romane: Ein Nashorn für den Papst sowie In Gestalt eines Ebers.

Der aktuelle Roman spielt im England des 17. Jahrhunderts und zeichnet eine zerrissene Bürgerkriegsgesellschaft. Als John seine Mutter verliert, hat er als Sohn einer angeblichen Hexe nur eine Chance, den Religionsfanatikern zu entkommen: Er muss das Herrenhaus von Buckland erreichen. Dort steigt John zum Koch auf - und betört Lucretia, die verwöhnte Tochter von Sir William. Aber Krieg und Standesunterschiede machen Probleme. (dog, DER STANDARD, 21.11.2012)

21. 11., Salzburg, Literaturhaus, 20.00

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