US-Börsen schließen kaum verändert

20. November 2012, 22:26

Fed-Chef Bernanke: Fed kann Fiskalklippe nicht abfedern - Abschreibungen kosten HP Milliarden - Bayer gibt Schiff Nutrition auf

New York - Die New Yorker Aktienbörsen haben am Dienstag kaum verändert geschlossen. Der Dow Jones gab geringfügige 7,45 Einheiten oder 0,06 Prozent auf 12.788,51 Zähler ab. Der 500 ausgewählte US-Unternehmen fassende S&P-500 Index verteuerte sich hingegen leicht um 0,93 Punkte (plus 0,07 Prozent) auf 1.387,82 Zähler. Der Technologieindex Nasdaq Composite Index stieg ebenso minimal um 0,61 Einheiten oder 0,02 Prozent auf 2.916,68 Zähler. Belastend wirkte laut Händlern dabei eine Rede des Chefs der US-Notenbank Federal Reserve, Ben Bernanke. Er forderte eine Einigung im US-Budgetstreit und erhöhte den Druck auf die Politiker.

Die sogenannte Haushaltsklippe mit Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen bedrohe die Erholung der Wirtschaft und könnte sie in eine Rezession zurückwerfen, sagte Bernanke. Die Notenbank Fed habe zudem nicht die Mittel, den dadurch möglichen Schaden abzufedern. Könnten sich US-Präsident Barack Obama und das in republikanischer Mehrheit befindliche Repräsentantenhaus einigen, könne 2013 ein positives Jahr für die US-Konjunktur werden.

Ein massiver Fall von Insiderhandel sorgte zudem für Wirbel an der Wall Street: Ein Hedgefonds-Manager hat nach Ansicht der US-Ermittlungsbehörden bei krummen Geschäften 276 Mio. Dollar an Gewinnen erwirtschaftet beziehungsweise mit dem rechtzeitigen Verkauf von Aktien drohende Verluste vermieden. Der Fall sprenge alle bisher gekannten Dimensionen, erklärte US-Bundesstaatsanwalt Preet Bharara.

Ans untere Ende im Dow Jones rasselten Hewlett-Packard (HP), die Aktien des Computerherstellers rutschten nach der Jahresbilanz um 11,95 Prozent auf 11,71 Dollar ab. Ein Bilanzskandal bei der übernommenen Software-Schmiede Autonomy kommt den weltgrößten Computerbauer teuer zu stehen. Im Schlussquartal muss HP rund 8,8 Mrd. Dollar abschreiben, durch die Lasten entsteht ein Verlust von fast sieben Milliarden Dollar.

Ebenfalls klar schwächer lagen im Dow Jones die Blue Chips von Intel, die nach einer Abstufung durch UBS von "Buy" auf "Neutral" 3,60 Prozent verloren. Die UBS-Analysten bemängelten die Unklarheit rund um die Nachfolge für den im Mai zurücktretenden CEO Paul Otellini. Die stärksten Einzelwerte des Handelstages im Index waren hingegen Bank of America (plus 1,48 Prozent), American Express (plus 1,14 Prozent) und Disney (plus 1,11 Prozent).

Der größte US-Elektronikeinzelhändler Best Buy gab für das dritte Quartal einen Verlust von zehn Mio. Dollar bekannt, zudem lagen die Umsätze unter den Analystenprognosen. Die Best Buy-Aktien verloren 13,02 Prozent auf 11,96 Dollar.

Schiff Nutrition verloren 5,19 Prozent auf 41,86 Dollar. Der deutsche Pharma-und Chemiekonzern Bayer gab zuvor seine Pläne zur Übernahme des börsenotierten US-Vitaminherstellers auf. Bayer werde sich nicht auf einen Bieterstreit mit dem britischen Konsumgüter-Riesen Reckitt Benckiser einlassen und daher sein 1,2-Milliarden-Dollar-Angebot nicht erhöhen, teilte der Konzern mit. (APA, 20.11.2012)

 

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