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Bei seinem letzten Konzert in Innsbruck vergangenen Herbst ließ er das Publikum lange auf sich warten. Spät betrat schmal und blass Tigran die Bühne, sein Gesicht umrahmt von dunklen Locken. Er setzte sich ans Klavier und spielte virtuos und brillant fünfzig Minuten lang. Dann wollte er den Abend beenden. Doch das Publikum machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Die Zugaben übertrafen an Länge das Konzert.
Tigran Hamasyan ist gerade 25 Jahre alt und zählt zu den ganz großen Jazzmusikern der Gegenwart. Hymnische Kritiken in der Fachpresse vergleichen ihn mit Keith Jarrett zur Glanzzeit seines Köln Concert. Chick Corea gerät über ihn ins Schwärmen, Altmeister Herbie Hancock ist begeistert. Tigran verbindet genial Jazz mit Klassik und Pop. Seine Inspirationsquelle bleiben die armenische Volksmusik und die Fabeln seiner Heimat.
Tigran wurde 1987 im armenischen Gyumri in eine hochmusikalische Familie hineingeboren und galt schon als Kind als Ausnahmetalent. Mit zehn Jahren übersiedelte seine Familie nach Jerewan, wo er beim internationalen Jazzfestival auf den französischen Jazzpianisten Stéphane Kochoyan traf, der zu seinem Förderer wurde. Mit sechzehn Jahren gewann Tigran den Wettbewerb des Montreux Jazz Festivals und drei Jahre später die renommierte Thelonious Monk Jazz Competition. Damit war sein internationaler Durchbruch besiegelt. Mittlerweile lebt er in New York. Derzeit tourt Tigran durch Europa. Einziger Österreich-Stopp auf seiner Tournee ist morgen das Innsbrucker Treibhaus. (dns, DER STANDARD, 21.11.2012)
22. 11., Innsbruck, Treibhaus, Angerzellg. 8, 21.00
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