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Kitsch und Ergriffenheit. Scheinbar ist das auch eine Kunst. Die Band Muse tut zumindest so. Eine volle Wiener Stadthalle kauft es ihr ab.
Wien - Muse, Schmus. Das liegt einem nach einer Stunde im Konzert bleiern auf der Zunge. Zwar spielt sich die britische Band Muse am Montag in der vollen Wiener Stadthalle routiniert bis beherzt durch ihren Katalog, doch so etwas wie Originalität sucht man auch in der Live-Darbietung vergeblich.
Für die Mitte der 1990er gegründete Formation rund um Matthew Bellamy gilt die alte Einschätzung: noch nie eine eigene Idee von innen gesehen. Gut, um Erfolg zu haben, ist das nicht hinderlich. Muse klingen live zwar weniger nach den bis heute überschätzten Queen und deren Bombast- und Pathos-Donnerwetter, dafür erinnern die vier mitunter an Supertramp auf hart.
Aber was ist schon hart bei diesen Riffs für die ganze Familie? Wenig. Schließlich sitzt da ja einer am Synthesizer, mit dem er die letzten Ecken und Kanten dieser Mucke abschmirgelt und die wild ausdruckrockenden Gitarristen vorn an der Bühnenkante konterkariert. Und dann ist da noch der falsettierende Gesang von Bellamy, der nach Phimose im Endstadium klingt und dessen spezifisches Gewicht jenem von heißer Luft nahekommt. Das ergibt eine Kitschpackung, in der Muse Gesellschaftskritik mit der selben Überzeugung wie gute Laune kredenzen. Und es sind Merkmale, die während der ganzen Show immer wieder auftauchen wie der Einserschmäh.
Dazwischen gibt es zwar kleine Ausreißer, die vom optisch ansprechenden Bühnenbau unterstrichen werden. Etwa der Song Supermassive Black Hole, der ganz gut anschiebt. Aber wie selbstverliebte Gockel verlieren sich Muse immer wieder in ihren Kraftlackelballaden, die gern als hymnisch beschrieben werden und zu denen der Saal herzerweichend in die Hände pascht.
Aufregend wird es nur noch außermusikalisch, als sich die auf dem Kopf stehende Pyramide über der Bühne morphologisch verwandelt und die Band ummantelt. Das dazu besungene Stockholm Syndrome mag sich dennoch nicht einstellen. (Karl Fluch, DER STANDARD, 21.11.2012)
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Von der Kritik ganz und gar unprovoziert muss man zugeben, dass Muse schon mal bessere Live-Auftritte absolvierten. Was Bühnenshow und Bombastischen Hintergrund-Keyboard-Sample-Sound betrifft wars leider einfach ein bisschen zuviel des Guten und die Stadthallenakustik tat Ihr übriges dazu. Irgendwie hat sich die sonst so gute, eingängige, kreative Musik zu einem einzigen Brei vermischt, was gerade bei Songs wie Stockholm-Syndrom wirklich auffallend war.
Trotzdem muss man sagen, dass die Band schon Wahnsinn ist und höllisch gute einmalige Songs in den letzten 15 Jahren abgeliefert hat!
ich glaube ja dass fluch und schachinger nie zu den konzerten hingehen - die schreiben schon wochen vorher an ihren texten mit dem ziel möglichst viele posts zu generieren und die leser zu provozieren, details zu den konzerten entnehmen sie anderen rezensionen.
hier sitzen die trolle eindeutig auf der falschen seite.
noch zum konzert:
habs zwar in münchen gesehen, aber die show und die musikalische darbietung war perfekt - alles richtig cool inszeniert, VORAUSGESETZT man mag muse (zumindest ein kleines bißchen)
..ist hier der Vergleich mit einer äusserst schmerzhaften Krankheit. Hauptsache man wird zitiert? Das ist einfach nur fies und in einer Musikerkritik irgendwie - völlig unangebracht. meine ich, die selten öffentlich kommentiert.
Die Herren von Muse und ich sind im selben Alter-daher verstehe ich, dass die jugendliche Energie und das innere Brennen nachlässt, man Gefahr läuft, sich zu ernst zu nehmen und Gefallen an Dingen findet, die früher bieder oder fad erschienen (z.B.eine ambitionierte Landdisco-Lasershow). Wir glauben, für unser Alter eh schon viel geleistet zu haben, und erlauben uns, wie Herr Bellamy, uns dafür einmal richtig abfeiern zu lassen. Die Musik die früher laut, und mit viel Höhen und Tiefen sein musste, hören wir jetzt lieber leise, und auf convenient Radiosound gemischt-man will ja einen entspannten Abend haben, statt am nächsten Tag im Büro noch pfeifende Ohren. Vielleicht braucht man auch als Künstler Mitte 30 mal eine kleine Verschnaufpause?
da schreibt der herr fluch ausnahmsweise mal eine kritik bei der man die absicht nicht nur erkennt, sondern wirklich grinsen kann, und wieder hyperventilieren alle. allerdings wer muse hört, ist wohl auch ein bissl drama queen technisch well endowed... und er hat queen und überschätzt im selben absatz benützt...huch!!!
Alternative Sicht :
Muse sind Musik-Archäologen die davon profitieren, dass ihre Fans die Originale auf die sich die "Zitate" von Muse beziehen gar nicht kennen!
Das würde die Sicht der Fans erklären, die Versuchen Muse "genial kreative und innovative Musik" anzukreiden
;)
Die "alten" HasenInnen jedoch verspüren ständig ein seltsames deja vu....
Jedenfalls bewegend.
Have Fun.
...ich habe kein Problem damit. Ich mag diese Bands ja auch und finde es eigentlich ganz witzig, wenn ich in der Musik von der Band, Elemente finde, die ich schon mal bei anderen Bands gehört habe.
Ich finde es sogar gut, wenn man sich von Musiklegenden(die auch nicht "überschätzt" sind) inspirieren lässt. Warum sollte man Sachen, die gut funktionieren, nicht nochmal verwenden?
Musik ist wie ein Rad. Versuche mal das Rad neu zu erfinden. Ist nicht so leicht, oder? ;)
... von der indy-gitarrenmusik band (showbiz, origin of symmetry) zu bombast-poppern (letzten beiden CDs).
mit der aktuellen CD können auch die Ö3-hörer was anfangen.
mir ist bereits auf der letzten CD die anleihe an queen aufgefallen. bei der aktuellen CD fiel mir sofort die "hommage" (euphemismus) an queen und U2 auf.
über geschmack läßt sich streiten und ob sie mir gefällt oder nicht ist auch subjektiv. mir persönlich gefallen die alten cds bis inkl. absolution besser.
einfache formel:
mehr pop = mehr umsatz
beispiele dieser entwicklung, die ich mitbekommen habe:
- snow patrol
- the killers
- dredg
- rammstein (nach der herzeleid in den 90ern)
aber ich finds garnicht sooooo offensichtlich pop-kommerzig? also ich liebe die alten alben abgöttisch, denk mir aber nach wie vor bei jedem neuen album (ebenso wie bei den alten auch) am anfang - hä?? wtf?? und dann "wachse" ich rein. bei popalben passiert mir das nicht. das gefällt oder eben nicht.
sie sind anders als früher, ja. aber ich glaub nicht, dass es die primäre absicht ist, die masse zu begeistern. ich glaub, diese richtung ist grad einfach modern und zusätzlich ist einfach auch die diversität größer geworden in den charts (oder?)
Die aufregung über fluchs kritik finde ich ein "bissi" verwunderlich.
Am originellsten finde ich es, dass ihm vorgeworfen wird, dass er gar so schrecklich "subjektiv" schreibt... (bruhaha)
Frage: wessen meinung (egal ob "kritiker" oder fan) ist bei einem konzert NICHT "subjektiv"? Will irgendjemand ernsthaft, dass nur mehr hardcorefans der jeweiligen gruppe kritiken schreiben ?
Zumindest mir persönlich geht's geht's eh immer nur um die meinung der 3, 4 "kritiker", die ich subjektiv als kompetent einschätze. D. h. deren tips/meinungen interessieren mich dann besonders. Die restlichen sind mir relativ wurscht..
bezüglich der meinung zu muse und queen gehöre ich zu den gefühlten 10 %, denen fluch absolute aus der seele spricht.
sogar bei den Lady-Gaga/Madonna Kritiken melden sich hauptsächlich beleidigte Konzertgeher, die sich ihr tolles Erlebnis nicht kaputtschreiben lassen wollen. Was die Reaktionen zu diesem Artikel allerdings so erheiternd machen, ist der Glaube, dass es sich bei der Musik um große Kunst handelt, welche natürlich von den Kritikern missverstanden oder aufgrund von Ignoranz (sic!) übersehen wird.
Nicht einmal die größten Lady-Gaga Fans sind dermaßen verblendet.
habe nichts gehen kritik, sofern anfebracht, was mich aber stört ist das der autor wohl das erste mal muse gehört hat( abgesehen vob supermassive black hole - diesen song kannte er nocht von twillight), es ihm nicht gefallen hat und einfach darauf losschreibt ohne irgendeine Ahnung davon zu haben.
- das er isolated system mit stockholm syndrome verwechselt oder denkt es seien 4-Bandmitglieder sagt eigenrtlich schon alles aus. - sowas kann man als jurnalist eigentliich nicht bringen.
bei youtube mal matt bellamy eingeben, da findet man so einiges woran man erkennt das es sehr wohl mehr bedarf um die Songs zu spielen, als das was der Autor im Artikel.vermittelt
er schrieb auch nichts von vier bandmitgliedern, sondern von vier musikern auf der bühne. und zählen wird er wohl noch können.
ausser dem dünnen falsettstimmchen lese ich auch keine kritik am technischen vermögen. vielmehr kritisiert fluch mangelnde originalität und allzu offensichtliche ausrichtung auf massentauglichkeit.
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