Europaparlament debattiert Schiefergas-Förderung

20. November 2012, 14:31
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Grüne wollen Moratorium, SPÖ will mehr Information

Brüssel - Im Europaparlament wird am Mittwoch über zwei Entschließungsentwürfe zum Thema Schiefergas abgestimmt. Die Grünen haben dazu im Vorfeld ein Moratorium gefordert, für das sie noch am Dienstag werben wollten. Auch die SPÖ-Europaabgeordneten plädierten bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Straßburg für mehr Information, bevor man groß in Produktion gehe. Die ÖVP sprach sich gegen ein Moratorium aus und pocht darauf, dass die Mitgliedstaaten selbst ihre Energiequelle wählen können - unter Einhaltung höchster Umweltstandards.

Die EU-Mitgliedstaaten sollten die Wahl haben, ob sie Schiefergas fördern oder nicht. Allerdings müssen die nationalen und EU-Vorschriften ausreichend streng sein, um Umweltschäden zu vermeiden. So lauten die Beschlüsse der Ausschüsse für Industrie und Umwelt, über die am Mittwoch abgestimmt wird. "Bevor man mit dem Schiefergasabbau beginnt, muss die rechtliche Situation klar sein", forderte die grüne Europaabgeordnete Eva Lichtenberger bei einer Pressekonferenz. "Die Enthusiasten vergessen, dass die Energiebilanz negativ ist", erklärte sie weiters. Die Grünen werden daher am Dienstag noch versuchen, Unterstützung für ein Moratorium zu bekommen. Dieses soll ermöglichen, dass Umweltgesetze noch angepasst werden und die Technologie verbessert wird.

Auch die SPÖ-Europaparlamentariern Karin Kadenbach teilt die Europhorie für den Schiefergasabbau "nur begrenzt": "Schiefergas ist nur schwer und unter großem Aufwand zu gewinnen. Es muss herausgesprengt werden. Da weiß man, dass sich das auf die Umwelt und die Natur nachhaltig negativ auswirkt." Die zwei Berichte der Ausschüsse seien kontroversiell. Bevor man groß in Produktion geht, brauche es daher noch mehr Wissen über Schiefergas, forderte Kadenbach. (APA, 20.11.2012)

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