Zwei Sternschnuppenströme und ein besonders "naher" Jupiter

Gasriese ist nur etwas mehr als eine halbe Lichtstunde von der Erde entfernt und dominiert den Nachthimmel zum Jahresausklang

Berlin - Dem interessierten Sterngucker hat der kommende Dezember einiges zu bieten. Neben einem unübersehbar hellen und besonders "nahen" Jupiter kann man sich besonders auf zwei Sternschnuppenschauer freuen: In der ersten Monatshälfte besuchen uns die Geminiden, zur Weihnachtszeit kommen die Ursiden.

Dominierendes Gestirn am Nachthimmel ist zum Jahresausklang Jupiter. In der Nacht auf 3. Dezember steht der Riesenplanet in Opposition zur Sonne. Damit ist Jupiter die gesamte Nacht über zu sehen. Wenn die Sonne untergeht, erscheint er im Nordosten. Um Mitternacht sieht man Jupiter hoch im Süden und morgens geht er im Nordwesten unter. Der Riesenplanet hält sich im Sternbild Stier auf und steht in der Nähe seines Hauptsterns Aldebaran, der orange leuchtet. Am 26. kommt es zu einer engen Begegnung mit dem zunehmenden Mond, der knapp südlich an Jupiter vorbeizieht.

Jupiter nur eine halbe Lichtstunde entfernt

Zur Opposition erreicht Jupiter seine geringste Entfernung von der Erde. Ihn trennen dann 609 Millionen Kilometer von uns, das ist die vierfache Entfernung der Strecke Erde - Sonne. Das Licht benötigt etwas mehr als eine halbe Stunde, um von Jupiter zur Erde zu gelangen. Zwölf Jahre ist der Riesenplanet unterwegs, um einmal die Sonne zu umrunden. Schon in einem guten Fernglas sind die vier hellen Monde des Jupiters zu erkennen, die auf Vorschlag von Johannes Kepler Io, Europa, Ganymed und Kallisto getauft wurden. Im Teleskop zeigt Jupiter dichte Wolkenstreifen und -bänder. Dabei sieht man deutlich, dass der Jupiterglobus infolge seiner schnellen Rotation abgeplattet ist. Ein Jupitertag dauert nur knapp zehn Stunden.

Merkur zeigt sich in der ersten Monatshälfte am Morgenhimmel. Für etwa eine halbe Stunde kann man den flinken Planeten in der Morgendämmerung knapp über dem Südosthorizont erkennen.

Venus spielt weiter ihre Rolle als Morgenstern, ist aber wegen ihrer horizontnahen Position nicht mehr sehr auffällig. Auch Saturn schmückt den Morgenhimmel. Der Ringplanet steht höher als Venus. Die schlanke Sichel des abnehmenden Mondes gesellt sich am 10. morgens zu Saturn und einen Tag später zu Venus.

Wintersternbilder

Die östliche Himmelshälfte wird gegen 22.00 Uhr von den Wintersternbildern eingenommen, die etliche auffällig helle Sterne besitzen. Im Südosten steht der Himmelsjäger Orion mit seinen beiden Hauptsternen, dem rötlichen Beteigeuze und dem bläulich-weißen Rigel. Beide Sternnamen stammen von den Arabern. Beteigeuze markiert dabei die östliche Schulter des Orion, Rigel deutet seinen westlichen Fuß an. Markant und leicht zu erkennen sind die drei, fast exakt in einer geraden Linie stehenden Gürtelsterne des Orion.

Tief am Südhimmel flackert Sirius in bläulichem Licht. Er ist der Hauptstern im Bild Großer Hund. Mit knapp neun Lichtjahren Entfernung gehört Sirius zu den Nachbarsternen unserer Sonne. Er ist kaum zu übersehen, ist er doch der hellste Fixstern am irdischen Himmel. Dem Großen Hund folgt im Osten der Kleine mit seinem Hauptstern Prokyon. Fast senkrecht über unseren Köpfen leuchtet die helle Kapella im Sternbild Fuhrmann.

Sternschnuppenschauer

Von 6. bis 16. Dezember macht sich der Sternschnuppenstrom der Geminiden bemerkbar. Ihr Ausstrahlungspunkt liegt in den Zwillingen. Die meisten Geminidenmeteore sind in den Morgenstunden des 12. Dezember zu erwarten. Zur Weihnachtszeit erscheinen die Ursiden. Sie scheinen dem Sternbild Kleiner Bär zu entströmen und können die gesamte Nacht hindurch beobachtet werden. Um den 22. erreicht die Ursiden-Aktivität ihren Höhepunkt.

Neumond tritt am 13. um 9.42 Uhr ein. Nur wenige Stunden vorher kommt der Mond mit 357.080 Kilometer in Erdnähe, was wieder einmal zu extremen Gezeiten und Springfluten führen kann. Vollmond wird am 28. um 11.21 Uhr erreicht. Die Nacht von 27. auf 28. ist die längste Vollmondnacht des Jahres. Um Mitternacht erreicht der Mond seine höchste Position im Süden im Jahr 2012. Mit 406.100 Kilometer hält sich der Mond am 25. in Erdferne auf.

Die Sonne wechselt am 18. aus dem Schlangenträger in das Sternbild Schütze, in dem sie am 21. ihren Jahrestiefststand erreicht. Am 21. Dezember 2012 findet zwar kein Weltuntergang statt, wie von einigen Menschen postuliert, aber der astronomische Winter hält um 12.12 Uhr seinen Einzug. Der Winterpunkt liegt im Sternbild Schütze und markiert den Beginn des Tierkreiszeichens Steinbock. Deshalb spricht man auch vom Wendekreis des Steinbocks. Denn die Sonne beendet hier ihre Süddrift und strebt wieder nach Norden.

Der 21. Dezember ist der kürzeste Tag des Jahres. Wegen der leicht gekippten Erdachse und der elliptischen Umlaufbahn um die Sonne erfolgt der früheste Sonnenuntergang dennoch schon am 12., der späteste Sonnenaufgang jedoch erst am 31. Dezember. (APA/red, derstandard.at, 24.11.2012)

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