Asylwerber sollen in Österreich nach sechs Monaten arbeiten dürfen

Die Initiative "Machen wir uns stark" kritisiert die momentane Regelung in Österreich

Asylwerbern in Österreich ist es noch immer verboten zu arbeiten. Natela Dsebisaschwili etwa ist 2003 aus Georgien geflohen und erinnert sich nur ungern an die Zeit, als sie "in einem goldenen Käfig" saß. Sie wusste nicht, was sie mit ihrer Zeit anfangen sollte. In Georgien absolvierte sie eine Ausbildung zur Zahntechnikerin, in Österreich wurde sie auf die Rolle der Hausfrau und Mutter beschränkt. 

Erst acht Jahre später, als man ihr den Flüchtlingstitel zuerkannte, durfte sie einem Beruf nachgehen. Heute bezeichnet sich Dsebisaschwili als glücklich und zufrieden. Hält aber fest: "Ich versteh nicht, wieso der Staat Menschen verbietet, mitzuhelfen und etwas beizutragen."

Auswirkungen auf Gesundheit

Das versteht auch die Gruppierung "Machen wir uns stark" nicht, die unter anderem vom Integrationshaus und der Initiative "SOS-Mitmensch" getragen wird. Mit der Aktion wird gefordert, dass Asylwerber spätestens sechs Monate nach Einbringen des Asylantrags vollen Zugang zum Arbeitsmarkt bekommen. Seit dem Jahr 2004 dürfen Asylwerbern nur noch kurzfristige Beschäftigungsbewilligungen für Saison- und Erntearbeit ausgestellt werden. Außerdem dürfen sie gemeinnützige Tätigkeiten mit geringer Entschädigung ausüben.

Dieses de facto Arbeitsverbot habe vor allem Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, sagt Lydia Krob, Leiterin der psychosozialen Einrichtung im Integrationshaus. Vor rund 15 Jahren hätten die bosnischen Flüchtlinge im Integrationshaus nahezu keine medikamentöse Behandlung bei psychischen Erkrankungen benötigt, nun würden etwa die Hälfte aller Asylwerber einen Psychiater brauchen. Der wesentliche Unterschied zu damals laut Krob: Die Bosnier durften Hilfsarbeiten annehmen und konnten sich so schneller in die Gesellschaft integrieren.

Finanzielle Vorteile

"Die Menschen, die zu uns kommen sind zu Beginn sehr motiviert, die deutsche Sprache zu lernen und schnell auf eigenen Beinen zu stehen", sagt Krob. Je länger das Asylverfahren aber dauert und je länger die Menschen nichts zu tun haben, desto mehr würden sie sich schließlich zurückziehen und abkapseln, so die Leiterin des psychosozialen Zentrums.

"Sollten die humanitären Gründe nicht überzeugen, so sollten doch die finanziellen Vorteile für einen Zugang zum Arbeitsmarkt sprechen", sagt der Geschäftsführer von "SOS-Mitmensch", Alexander Pollak. So würde künftig der Staat nicht mehr 17 Euro Grundversorgung pro Tag und Asylwerber zahlen müssen.

Weitere Kosten entfallen

Auch Medikamentenkosten und Spitalsaufenthalte würden sich vermeiden lassen. Die Quartiere wären nicht mehr überfüllt, da sich viele Asylwerber ihre Wohnungen selbst leisten könnten. Und außerdem würden die neuen Steuerzahler für höhere Einnahmen des Staats sorgen.

Dass Asylwerber unter 18 Jahre mittlerweile eine Lehrstelle annehmen dürfen, ist für Krob zwar ein Etappensieg, würde im Alltag aber nicht vielen Menschen helfen. So würden viele Jugendliche erst in Österreich ihren Schulabschluss nachholen und zuerst die Sprache lernen. Das bedeutet, dass sie oft erst im Alter von 19 Jahren für den Arbeitsmarkt bereit sind und dann aber zu alt sind, um legal arbeiten zu gehen. (bbl, derStandard.at, 20.11.2012)

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Nein, sollen sie nicht.

Wer innerhalb von 6 Monaten nicht zweifelsfrei zeigen kann, wieso ihm bzw. ihr POLITISCHES Asyl zusteht, dem kann man unterstellen, das Asylrecht mißbrauchen zu wollen und soll schleunigst ausgewiesen werden.

?? versteh ich nicht,

wenn UNSERE behörden es nicht schaffen innehralb von 6 monaten das verfahren abzuschließen, lasst das doch keinen rückschluss zu ob der antrag gerechtfertigt ist oder nicht
und keine angst, bin mir sicher dass sie DIR keinen job weg nehmen, für die meisten jobs, die die pösen ausländer "wegschnappen" würde kein ösi je annehmen, zu mindest nicht zu dem Gehalt :)

Keine Ahnung von nix und blöd posten, des haben wir schon gerne.

Für Sie Ignorant hat ein Flüchtling natürlich alle seine Dokumente mit sich zu haben auf der oft lebensgefährlichen Flucht. Und wenn nicht, dann braucht man zu Hause doch nur mit einem einfachen Anruf bei den dort selbstverständlich einwandfrei kooperierenden bzw. Überhaupt existierenden Behörden die notwendigen Unterlagen anfordern, die dann sofort via verlässlichem Postversand nach Europa geschickt würden....

Und für unvermögende Beamte, die - sagen wir es freundlich - zeitüberziehend agieren, weil sie zu wenig Personal haben oder etwas unsanfter gesagt nicht wirklich Interesse daran haben, einen positiven Asylantrag zu erlassen, weils ja dann von ihrem Kontingent abgezogen wird. Und wer will schon zu weich sein.

die eigentliche Frage ist aber

wie bringen wir dann die Asylwerber dazu dass sie nach sechs Monaten arbeiten wollen ...

Das Gros will ja arbeiten, da das Gros Wirtschaftsflüchtlinge sind und somit Asylbetrüger.

Was nebenbei eine Straftat ist, Erschleichung von Sozialleistungen...

...erstens könnte man schon die Zeit nutzen um gut Deutsch zu lernen...(ich könnte nicht bspw. Afghanisch in 6 Monaten lernen:-)

...und wenn jeder Asylwerber nach 6 Monaten legal arbeiten darf, tun mir die Personen, die schon jetzt in den Billiglohnbranchen tätig sind, echt leid....

Auf diesem Arbeitsmarkt wird´s dann echt rund gehen!

jo das kann man sicher toll

wenn man den ganzen tag im heim eingesperrt ist bzw keine öffi tickets ect hat

Afghanisch?

Nein, das könnten Sie wohl tatsächlich nicht, weils diese Sprache nämlich nicht gibt. :)

Derzeit sind ca. 20% der Asylwerber echte Flüchtlinge.
Das ist ein noch relativ hoher Wert.
Wenn das mit der Arbeitserlaubnis kommt, werden es wohl bald unter 10% sein.

bei 300.00 arbeitslosen (prognose: tendenz steigend - http://tinyurl.com/bqdqa43) und sinkenden einkommen (prognose: tendenz fallend - http://tinyurl.com/aetmdbq) samt erodierter sozialsysteme und zehntausender traumatisierter, unqualifizierter sowie kulturell und sozial inkompatibler migranten und aslywerber genau der falsche weg.

rasche erledigung des erstantrages, sofortige ausserlandesbringung ohne weitere rechtsmittel für negative beschiedene, anklagen wegen rechtsvereitelung gegen diverse NGOs und das konsequent - schon sind wir zehntausende wirtschaftsflüchtlinge los.

Na dann sind sie aber froh, dass ihre Vorfahren - mit Sicherheit "Ausländer" - nicht so behandelt wurden.

Sie Armer.

Woher kommt die Paranoia, dass Ihnen andere etwas wegnehmen könnten.

Keine Ausbildung, schlechbezahlten oder gar überhaupt keinen Job?
Mein Tipp: Leisten Sie was, dann wir Ihnen kein Asylwerber etwas wegnehmen.

Oder handelt es sich bei Ihnen um die klassische Xenophobie eines Menschen, der es mangels Bildung nicht besser weiß?

ganz falsch, leider. im gegensatz zu ihnen (theaterwissenschafter ohne realitätsbezug? berufsgutmensch?) habe ich ihnen durchaus argumente gebracht (siehe links), während es bei ihnen nur dazu reicht die person anzugreifen. wer ist also jetzt der depp?

und wer hier will Arbeiter oder Bauer werden?

oder sich für die freien Stellen als Facharbeiter qualifizieren?
Es will doch jeder Beamter oder Akademiker werden,
nur Masochisten arbeiten viel und hart oder schlecht bezahlt in Pflegeberufen.
Deswegen stocken wir die Pflegeberufe ja zu AkademikerInnen auf, damit sich das Leute bis zur mittleren Mittelschicht ja gar nicht leisten können und durch Pflegeregress enteignet werden (und diese Leute haben sich ihre 1-2 Häuser wirklich durch Arbeit geschaffen) oder sich Selbstständige Personenbetreuer aus der Slowakei nehmen, was dann aber hier zu arbeitslosen PflegeakademikerInnen führt.
IHR SEITS JA ALLE SO GSCHEID!

"..und wer hier will Arbeiter oder Bauer werden?.."

Na ja, wenn sie nachgedacht hätten, wären ihnen eventuell die Kinder von Bauern eingefallen....

Und Arbeiter werden meist jene, die keinen tollen akademischen Titel wie z.B. Theaterwissenschaftler haben...

Was sie da von sich geben ist ein gewaltiger Nonsens und übelste Propaganda....

Damit haben wir die vollkommene Beliebigkeit

der eine arbeitet hart und schafft sich ein Haus und wird im Alter zum Pflegefall und der Verkehrswert des Hauses wird langsamen für die Kosten der Pflege mit Hypotheken belegt und letztendlich enteignet.
Der andere erbt ein Haus und wird Pflegefall, checkt sich aber eine slowakische Personenbetreuerin und kann die mit seiner GÖD Pension auch finanzieren.
Der eine Reiche schafft hier Arbeitsplätze und ist genauso böhse, wie derjenige der nur durch Spekulationen gegen den € seinen Reichtum vermehrt.
FUCK!

Vielleicht möchten ja manche Strange die Bürgerlichen Familien deswegen enteignen, damit so eine Ungerechtigkeit gar nicht mehr passieren kann.

Halt, nicht so einfach!

Ein Asylverfahren soll nach 6 Monaten ABGESCHLOSSEN sein! Das haben die Behörden zu leisten.

Dann gilt der Betreffende als Asylant, und darf arbeiten

Liegt hingegen kein Asylgrund vor, so ist der Betreffende zurückzuweisen (ins sichere Drittland oder Heimatland)

Der Fall, dass AsylBEWERBER arbeiten sollen/wollen darf gar nicht auftreten.

Wichtig ist auch noch die Mithilfepflicht des Asylsuchenden, das schließt eine Aufenthaltspflicht in der Asyleinrichtung mit ein!

Asylverfahren massiv beschleinigen...

http://tinyurl.com/addzn97

... und die ganze Diskussion hat sich erledigt.

Bei allem Verständnis: wie soll sich das ausgehen?

Wir haben rund 300.000 Arbeitslose.

Wie sollen wir Leute die idR. auch nach 6 Monaten Deutschkurs nur für minderqualifizierte Arbeiten in Frage kommen (außerdem ist bei besseren Jobs dem Arbeitgeber das Risiko wegen einer möglichen baldigen Neubesetzung idR. wohl zu groß) beschäftigen?

Die fatalen Folgen: Ö. wird für "Asyl"werber noch attraktiver, der Druck auf den unteren Arbeitsmarkt wird enorm steigen, die Kosten für das Sozialsystem logisch zwingend untragbar werden.

Die Kurzsichtigkeit der NGOs ist auf den ersten Blick unverständlich, auf den zweiten aber wird klar: die Kundschaft wird so garantiert nicht ausgehen, das eigene Fortkommen ist gesichert. Die gesellschaftsdestabilisierenden Folgen werden kaltblütig in Kauf genommen.

Für Arbeit am Bau (Demolierer, Verputzer), Reinigungskraft, etc.

ist sicherlich eine außergewöhnliche sprachliche Eloquenz nötig, sowie lesen und verstehen der mittleren Edda. Jambus und Pentameter sind Mindestanforderungen für Demolierer, Asphaltierer und RaumkosmetikerInnen.
P.S.: Ich habe auch schon solche Jobs gemacht und fand es nicht menschenverachtend, weil ich nicht verachtet wurde.

Sie bestätigen meine Worte: da gerade im unteren Arbeitsmarkt kein Arbeitskräftemangel besteht, werden diese

Leute - wenn überhaupt - in erster Linie über die Senkung des Lohnniveaus in diesen Branchen Fuß fassen können.

Wir werden noch mehr Arbeitslose haben, ruinierte Lohnniveaus, enorm steigende Belastungen für unser Sozialsystem. Die Asylwerber werden selbst bei negativem Ausgang ihres Verfahrens oft nicht mehr abgeschoben werden, da ja mittlerweile "gut integriert"; Familien werden zusammengeführt.

Dieses Erfolgsmodell spricht sich rum und zieht Nachahmer an. Uswusf.

Nicht jeder sieht ungerührt zu wie unser - noch - recht stabiles Wirtschafts- und Sozialsystem an die Wand gefahren wird.

PS: auch ich habe mein Brot schon wesentlich härter als jetzt verdient. Das tut aber nichts zur Sache.

Sie verstehen die Wirtschaft nicht, oder?

Ich nehme es ihnen nicht übel, weil die versteht fast niemand hier.
Alle wollten in den fetten Jahren der Konjunktur ein stätig steigendes Einkommen bis zur Pension und manche erhielten fette Sonderbezüge. Dann ging die Konjunktur zurück, die Sozialisten sicherten Vollbeschäftigung auf Pump (Staatsschulden). Die zu Reichtum gekommen waren, investierten ihr Geld in Wachstumsmärkte (Südamerika, Asien). Arbeit gibt es immer dort, wo Geld investiert wird. Deshalb gab es dann noch weniger Arbeit hier. Dann war in den Wachstumsmärkten auch keine Kohle mehr zu machen und die Banken investierten in Derivate. Aus nichts oder Geld nochmehr Geld zu machen schlägt nunmal fehl. Aber die Banken wurden entgegen der neoliberalen Insolvenzregelung gerettet.

Musste man auch, weil Geschäftsbank und Investmentbank vereint wurden,

und nicht wie früher getrennt waren.
Wir haben die Globalisierung da, egal ob es Ihnen gefällt oder nicht. Es kann nicht jeder Manager oder Beamter werden, es muss auch landwirtschaftlich was angebaut werden und industriell was produziert werden. Dadurch, dass viele Studieren und niemand das will und wir eine negative Alterspyramide haben und Staatsschulden abbezahlen müssen, müssen weniger ArbeiterInnen unter schlechteren Bedingungen mehr produzieren. Ganz ganz einfach!

ist aber auch Schwierig zu durchschauen

Du bist zu hart mit den Leuten,
als Junger habe ich gesehen: Die älteren Selbstständigen und Angestellten haben Kohle, die Ansprüche an dich im Job werden immer höher bei immer schlechterer Kohle und es scheint auch nicht soviel Arbeit zu geben, wie früher.Viele denken da:
"Es gibt weniger Arbeit durch Automatisierung und die Selbstständigen werden gierig"
Das ur viele Reiche durch ihre Investitionen die Arbeit verlagern und die Globalisierung so vorantreiben und die Selbstständigen jetzt mehr Konkurrenz haben, aber nur wenige in sie hier investieren und sie sich teure Kredite von der Bank noch nehmen müssen, ist schwierig zu erkennen.

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