Linus Torvalds: Zwischen "Flammenwerfer" und Linux-Kernel

Nur wenige in der Branche haben die Möglichkeit so offen zu sprechen - Und Torvalds nutzt diese gern

In einem aktuellen Artikel widmet sich das US-Magazin Wired Linus Torvalds und dessen Meriten - die zunehmend nicht allein technischer Natur sind. Erweist sich der Linux-Kernel-"Erfinder" doch in wachsendem Maße auch als sehr offenherziger - und provokanter - Kritiker des aktuellen IT-Geschehens.

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Seine Beiträge auf Google+ gehören regelmäßig zu den meistgeteilten und -kommentierten, innerhalb von Minuten sind hier schon mal mehrere hundert Kommentare hinzugekommen. Egal ob er sich dabei zum aktuellen Stand des freien Desktops oder zur Sicherheitsindustrie im Allgemeinen äußert - für Diskussionsstoff und Unterhaltung ist immer gesorgt.

Freiheit

Dies liegt neben der recht offensiven Art seine Meinung kundzutun zu einem gewissen Teil auch daran, dass er sich in einer recht einzigartigen Position befindet: Torvalds wird für seine Arbeit von der Linux Foundation bezahlt, ist damit an keinerlei Unternehmen und deren Policys gebunden. Zudem ist er de fakto unersetzbar, Torvalds als Kernel-Maintainer auszutauschen - auf die Idee kommen nicht mal seine schärfsten KritikerInnen.

Offensiv

Dabei sei Torvalds, wenn man ihn persönlich kennenlernt eine absolut freundliche und ruhige Persönlichkeit, wie Wired betont. Online scheut er hingegen vor keinem "Flamewar" zurück. Wo andere den Konsens suchen, spricht Torvalds lieber offen und unverblümt aus, was er sich denkt - auch wenn das manchmal heißt, dass er andere als "Idioten" bezeichnet.

Relevanz

Sein Einfluss auf die Technologiebranche wie sie sich derzeit darstellt, kann dabei gar nicht überschätzt werden: Was einst als Hobby-Projekt begann, hat sich längst zu einem der wichtigsten Softwareprojekte überhaupt entwickelt. Ohne Linux wäre die IT-Welt in dieser Form heute nicht denkbar, wie auch Googles Open-Source-Chef Chris DiBona betont. Linux laufe seit Beginn auf allen Servern des Unternehmens, auch die interne Infrastruktur bestehe größtenteils aus Linux-Systemen. Und als man mit der Entwicklung von Android begonnen hat, war klar, was man ins Zentrum des Systems stellt: Einen Linux-Kernel. (red, derStandard.at, 20.11.12)

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