Afghanistan: Antike Buddhistenstadt muss Kupfermine weichen

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foto: dusan vranic/ap/dapd

Doch um Investoren anzulocken und zu halten, muss die Sicherheitslage stabil sein. Zwei Jahre vor dem geplanten Abzug des Großteils der NATO-Truppen ist dies noch lange nicht der Fall. Jeden Tag sind Dutzende Minenräumer im Einsatz, um den rund zehn Kilometer langen Feldweg nach Mes Ainak zu sichern. Rund 2000 Polizisten sind auf dem eingezäunten Gelände stationiert. Trotzdem wurde das Lager von MCC-Angestellten im vergangenen Sommer mit Raketen beschossen. Die meisten der 300 chinesischen Arbeiter sind nach Einschätzung eines Beobachters danach abgezogen worden.

Zwischen Krieg, Gewalt, Entwicklungspolitik und der Förderung wertvoller Bodenvorkommen ist es schwer, eine Lanze für die schönen Buddhas zu brechen. Philippe Marquis weiß um seinen einsamen Kampf: "Wir sind inmitten von etwas, das weit über uns hinausreicht." (APA/red, derstandard.at, 20.11.2012)

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Alles ist vergänglich - und alles fließt

:-)

zwischen 250 und 275 Millionen Euro

dürfte wohl in etwa das Doughnut Budget der Streitkräfte sein !

Schnell 12 Korans dort eingraben und behaupten man hat 13 vergraben.

Ich verstehe die Aufregung nicht. Alles, was nicht niet-und nagelfest ist, wird geplündert und verscherbelt und gleichmäßig auf dem Globus verteilt - naja bei denen, die es sich leisten können. Die Schriftrollen, so welche gefunden werden, finden sich dann in 200 Jahren an irgendwelchen Universitäten oder Privatstiftungen,. Das Dharma ist nicht aufzuhalten, es dauert eben nur ein paar leidvolle Lebenszyklen länger.

Guter Plan

30 Jahre lang das Land zerstören, dann kommen und das es mit Hilfe billiger lokaler Arbeitssklaven seiner Rohstoffe berauben. Den Einheimischen ein paar Netsch zahlen damit sie ihre Kulturgeschichte zerstören und mit dem Kupfer später ein vielfaches der Investition einnehmen.

"Du bist doch nicht so naiv und glaubst, dass wir in einer Demokratie leben oder Buddy? Das ist die freie Marktwirtschaft und du bist ein Tail davon."

Das wäre wohl eher das Gegenteil eines guten Plans. Dr. Evil würde es vielleicht gefallen, aber sonst?

"ihre Kulturgeschichte zerstören "

Das ist nicht ihre Kulturgeschichte. Die Bamiyan-Buddhas haben sie ohne irgendwelche finanzielle Hintergründe gesprengt. Saudi Arabien rückt jedweden vorislamischen Relikten auch heute noch ohne irgend eine wirtschaftliche Motivation mit Bulldozern zu Leibe.
Schlüsselwort zum Verständnis dafür ist die "Dschahaliya", die Zeit der Barbarei, gemeint die Zeit vor dem Islam:
http://www.islamfacts.info/Islamfact... /Ishaq.pdf
(St.2.)

sagen wir mal so:

radikaler islam und potentielle touristische einnahmequellen scheinen sich irgendwie auszuschliessen. hier sprengt man die haushohen buddhastatuen weg, dort zerstört man die heiligen sufi gräber. wo anders wärs recht, wenn die touristen nur männer wären.

ach die chinesen

warum wundert mich das nicht

Weil 90% der Waren die Sie im letzten Jahr gekauft haben "Made in China" sind, schätz ich mal. Irgendwer muss unseren Konsumwahn ja auch bedienen.

... oder Billigprodukte für diejenigen in D oder A produzieren,

die Sozialgeld oder Notstandshilfe bekommen.

Ich verstehe die Regierung.

Man muss die Wirtschaft ankurbeln und braucht die Arbeitsplätze. Wenn die Pompeji hätten, würden die es auch plattmachen - ebenfalls der Wirtschaft wegen und um Arbeitsplätze zu schaffen.

Es ist ja nicht so, dass es in diesem Land auch nur IRGENDWO ANDERS die Möglichkeit gäbe, irgendwas auszugraben. Es ist ja DER EINZIGE ORT für eine Mine.

Es ist ja nicht so, dass sie auf diese Vorkommen einfach mal 30-40 Jahre sitzen bleiben könnten, damit sich eine Lösung finden ließe, die ihr einzigartiges Erbe sichert (zB in Museen tragen).

Buddhastatuen werden gesprengt, archäologische Kunstschätze werden plattgemacht, und ansonsten wird die Entwicklungshilfe an die liebe Verwandschaft verteilt.

Und dann wundert man sich, dass nichts weitergeht...

Die Marktwirtschaft in ihrem Lauf, hält weder Buddha noch Mohammed auf....

warum haben MCC angestellte

das lager mit raketen beschossen...?

jaja habs eh verstanden...aber erst beim zweiten mal lesen

und immer wieder bin ich froh

in max. 30 oder 40 Jahren kinderlos abteten zu können.
Das macht meine Trauer ob der Kulturlosigkeit dieses Fehlprojekts namens Menschheit um 2% geringer.

So schlimm ist das auch wieder nicht

So traurig diese Meldung (und aehnliche) auch sein mag, so verheerend ist sie nun auch wieder nicht.
Die Menschheit hat schon immer Kultur verloren.
Wir befinden uns heute in Wahrheit zum ersten Mal in einem Zeitalter, indem es uns wertvoll erscheint, jede alte Kultur zu verstehen und ihre Hinterlassenschaften zu erhalten.
In diesem Sinne sind wir weniger kulturlos als jede Zeit zuvor.
Michael

Ich wünschte...

...ich könnte Ihnen zustimmen, aber ich sehe es auch so, wie ihr Vorposter. Der Kapitalismus schreckt vor nichts mehr zurück und diese Art von Kulturverständnis, wie es heute gepflegt wird, dient in meinen Augen nur mehr als Feigenblatt, wie es in diesem Artikel eigentlich schön beschrieben wird: "Bis 2013 habt ihr mit eurer Kultur noch Zeit, dann wird für die nächsten 30 Jahre nach Geld gegraben." Eigentlich zum Erbrechen...

Kann man denn die Stadt nicht Stück für Stück

an reiche Kunstsammler verkaufen? Wenn anderswo schon illegal Felszeichnungen ausgesägt werden, scheint es ja einen Markt dafür zu geben. Immerhin besser als sie einfach so umzugraben.

"Eine US-Studie schätzt den Wert der Bodenschätze..."

und für die archäologischen bodenschätze findet sich kein Investor?

Bsp London bridge:
"Am 18. April 1968 kaufte der US-amerikanische Unternehmer Robert P. McCulloch die Brücke für 2.460.000 US-Dollar (in heutiger Kaufkraft 17.118.803 US-Dollar). Sie wurde Stein für Stein abgetragen und teilweise nach Lake Havasu City in Arizona verschifft. Dort wurde das Baumaterial dazu verwendet, eine aus Beton errichtete Brücke zu verkleiden. Das verbleibende Baumaterial wurde zum Merryvale-Steinbruch in Dartmoor in Devon verbracht. Die Brücke führt seit dem 10. Oktober 1971 über einen Kanal zwischen Lake Havasu und Thomson Bay und ist nach dem Grand Canyon die zweitwichtigste Touristenattraktion Arizonas"

oder z.b. folgendes szenario:

die gesamte stadt in einer quasi luftblase nachbauen - als schwebendes zeitgebilde.
so als attraktion aber auch historischen nachweis erhalten und zugänglich machen.

eine überdimensionale transparente kugel.
kann irgendwo auf einer anhöhe stehen.
fortbewegung in der kugel mit luftgondeln
oder auf stegen.

so etwas könnte sich z.b. ein reicher hindu leisten.

nachdem das ganze kupfer abgebaut ist, kann die stadt wieder am ursprünglichen ort aufgebaut werden

gibt es übrigens keine abbaumethode, die nicht die ganze stadt zerstört?
was ist mit untertag?

Untertage ist einfach viel teurer.

die Chinesen müssten sich halt ein paar gedanken über den nachhaltigen abbau machen
das lohnt sich sicher für zukünftige freundschaftliche beziehungen

sie haben z.b. ja auch eine hallstadt kopie gemacht
http://www.spiegel.de/reise/akt... 36618.html

sie könnten ja einen abdruck von der Buddhistenstadt in China aufbauen, gleichzeitig aber das original schonen

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